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Thema: Nutzen Sie Systemd?

68 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Oh mann! am Fr, 13. März 2020 um 14:49 #

systemd ist doch auf dem Großteil der Distributionen Standard.

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Von comrad am Fr, 13. März 2020 um 14:50 #

Systemd steht häufig in der Kritik und das großflächige Zusammenfassen von Einzeldiensten ist problematisch und entgegen der uralten UNIX-Tradition.

Dennoch bin ich sehr froh über die Units und Timer und Services, die auch einfach laufen - ohne mich groß mit nervigen Shellscripten und schon hundertmal umgesetzten Snippets herumschlagen zu müssen. Bestehende Dienste kann man per snapins einfach erweitern. Und geloggt wird zentral und wird beim Status-Auslesen schon direkt mit angegeben.

Ich bin - entgegen der langläufigen Diskussion - sehr zufrieden mit dem was mit systemd an Mehrwert bietet und möchte nicht mehr zurück. Probleme gibt es immer, aber es löst auch viele Probleme. Und meine (5 Server, hunderte Services, Gameserver, Backups, Dependencies, wackeliger Code der Auto-Restarts braucht usw.) löst systemd da als Werkzeug ganz hervorragend.

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Von Zaubberer am Fr, 13. März 2020 um 14:55 #

Ganz besonders nicht die Logs im binären Format.
Es bleibt mir aber nichts anderes über, denn alles andere wäre Pfrickelei. Und die mag ich noch weniger.

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Von Ich tu's am Fr, 13. März 2020 um 14:59 #

Warum?

  • Mein System bootete nach der Umstellung deutlich schneller. systemd versucht ja möglichst alles parallel zu starten und das ging sogar mit der Magnetfestplatte, obwohl diese Dinger nicht gerade für ihre Multitasking-Fähigkeiten bekannt sind (vermutlich war sie mit SysV-Init nicht ausgelastet).

  • Die ausführliche Ausgabe mit Sytemlog-Auszug bei "service status" und der Befehl "journalctl -xe" erleichtern die Fehlersuche enorm.

  • Services definieren ist unkompliziert: Name, Beschreibung, Abhängigkeiten, Start-/Stop-Befehle. Um den ganzen Rest (u. a. Fehlerbehandlung) kümmert sich systemd. Startskripte selber zu frickeln ist IMO Verschwendung von Hirnschmalz und führt zu Ergebnissen schwankender Qualität (ich kenne genug Schönwetterprogrammierer, die sich die Fehlerbehandlung gleich ganz sparen).

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    Von Ghul am Fr, 13. März 2020 um 15:39 #

    Um systemd kommt man ohnehin nicht herum, wenn man nicht explizit und bewusst eine Distribution ohne systemd auswählt und installiert.

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Von Andy_m4 am Fr, 13. März 2020 um 15:09 #

Ein Fehler, die viele systemd-Befürworter machen ist, das sie systemd mit dem alten Init-IV vergleichen.
Da kommt dann systemd natürlich sehr gut weg, trägt aber nicht der Tatsache Rechnung, das es auch noch andere Init-Systeme gibt und auch andere Möglichkeiten das umzusetzen, was systemd umsetzt.

Ich will systemd keineswegs schlecht machen. Ich hab nur das Gefühl, auf der einen Seite hat man lauter Jubelperser. Auf der anderen Seite lauter Hater. Aber kaum mal jemand, der sich differenziert mit dem Thema auseinandersetzt.

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    Von Holgerw am Fr, 13. März 2020 um 15:19 #

    Hallo Andy,

    Danke für den unaufgeregten Kommentar.

    Wenn systemd rund läuft, dann wird es den meisten Desktopnutzern recht sein, was ihnen da geboten wird.

    Ich betreue Remote ein Opensuse auf dem PC meines Vaters, das läuft mit systemd rund und unauffällig.

    Aber Void Linux mit Runit läuft auch rund und unauffällig, ist ein Init-System und sehr klar und einfach gemacht, damit bin ich sofort klar gekommen.

    Und FreeBSD läuft auch rund und unauffällig, wobei es vergleichsweise langsamer bootet als Opensuse oder Void Linux.

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      Von Andy_m4 am Fr, 13. März 2020 um 15:48 #

      Und FreeBSD läuft auch rund und unauffällig, wobei es vergleichsweise langsamer bootet
      Stimmt. Das liegt vor allem daran, dass FreeBSDs RC kein paralleles Starten von Diensten macht.
      Wobei man das relativ problemlos implementieren kann. Denn es gibt ja auch Abhängigkeitsdefinitionen usw.
      Warum es eine offizielle Option dazu nicht gibt, liegt vermutlich daran, das "man" es nicht haben möchte. Das kann nämlich ungewollte Nebeneffekte haben weil ein deterministisches Verhalten nicht mehr garantiert ist (ein "Problem" was ja auch systemd hat; auch wenn es dadurch nicht automatisch problematisch wird).

      Ein Pro-Argument eine solche Option mit anzubieten wäre vielleicht für den Desktop-Nutzer. Denn bedauerlicherweise funktioniert Suspend-Resume unter FreeBSD meist nicht so gut. Man ist also auf ein runterfahren/hochfahren angewiesen. Und wenn das schneller ginge, wäre das für viele Desktop-User sicher nicht verkehrt.

      Müsste halt nur mal jemand machen und ein Patch einreichen. :-) Das FreeBSD-Lager hat ja nicht die Kapazitäten jede mögliche Idee umzusetzen.

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        Von Voider am So, 15. März 2020 um 00:31 #

        Den Bohei, der um die Boot-Geschwindigkeit gemacht wird, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Das ist für mich so 2010. Heutzutage bootet eh alles schnell genug, sogar mein Salix (Slackware). Mein Void gefühlt sogar noch schneller.

        Aber eigentlich eh alles Latte: Die Notebooks machen doch nur noch Stanby und die Server laufen durch.

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          Von neuekiste300 am So, 15. März 2020 um 07:30 #

          Genau, das herum reiten auf der Bootzeit ist absoluter Blödsinn.
          Was bei mir z.B. "aufhält" ist, wenn ich mich bei der 2xligen Passworteingabe zum entschlüsseln der beiden (SSD)Festplatten vertippe.
          Bei je einem 24 Zeichen-Passwort passiert das immer mal wieder.

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    Von Anonymous am Fr, 13. März 2020 um 15:20 #

    Ich als nicht-Nerd kenne auch nur das "alte" Init-System, und halt SystemD. Von anderen Systemen habe ich nur gehört/gelesen. Und da Linux nun schon lange kein Nerd-System mehr ist ( auch wenn manche Loite so tun als ob...), wird sich auch kaum jemand ausserhalb der Entwicklerszene mit solchen Problemen beschäftigen, sondern aus Pragmatismus zu dem Greifen bzw bei dem bleiben, was in der Distribution voreingestellt ist!

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      Von Andy_m4 am Fr, 13. März 2020 um 15:52 #

      Ja. Man kann nicht von jedem Verlangen, das er ein Nerd ist. Aber es tut einer Diskussion ganz gut, wenn sich möglichst nur Leute daran beteiligen, die wissen wovon sie reden.

      Leider halten das nicht alle durch. Gibt immer irgendwo irgendwenn der sich für ein Nerd hält, weil er geschafft hat nen ubuntu auf seinen Rechner zu spielen, ums mal plakativ zu formulieren. :-)

      Und es ist halt schon ein Unterschied, ob jemand eine Meinung vertritt aus fundierten Wissen heraus oder weil er irgendwas irgendwo aufgeschnappt hat und das unreflektiert wiedergibt.

      Zum Glück ist ja letzteres schnell entlarvt. :-)

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        Von Ach je ... am Sa, 14. März 2020 um 10:50 #

        Wenn du auf "plakativen Formulierungen" stehst, dann nimm mal das hier:

        - Mich öden diese systemd vs. $sonstwas Scheindiskussionen nur noch an.
        - Diese Scheindiskussionen werden immer von denselben Nerds angefeuert.
        - Die allermeisten Linux-Anwender interessieren sich vermutlich nicht die Bohne für diesen Loop, so do I.

        Vorschlag: sucht euch doch einfach mal ein Betätigungsfeld, das euch nicht nur ausfüllt, sondern von dem die Allgemeinheit etwa hat! Die Freiwilligen Feuerwehren oder der ASB suchen ständig helfende Hände. Rüstet Altenheime und SOS-Kinderdörfer mit WLAN aus!

        Gerade jetzt, wo Corona das öffentliche Leben einschränkt, könntet ihr was tun, anstatt eure Munition stupide an einem Objekt zu verfeuern, von dem 99,99% der Weltbevölkerung nicht einmal wissen, dass es das gibt.

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          Von Anonymous am Sa, 14. März 2020 um 11:43 #

          --------------Zitat---------------
          Wenn du auf "plakativen Formulierungen" stehst, dann nimm mal das hier:

          - Mich öden diese systemd vs. $sonstwas Scheindiskussionen nur noch an.
          - Diese Scheindiskussionen werden immer von denselben Nerds angefeuert.
          - Die allermeisten Linux-Anwender interessieren sich vermutlich nicht die Bohne für diesen Loop, so do I.
          --------------------Ende---------------

          Egal, ob flach oder nicht, es stimmt!
          Das Interessante ist, das immer nur die SystemD-Gegner rumtrollen, die haben wahrscheinlich ein Defizit, welches sie auf diese Weise Kompensieren wollen.

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            Von kraileth am Mo, 16. März 2020 um 06:51 #

            Das stimmt so aber nun nicht. Ohne Frage gibt es einige verkrachte Existenzen, die mit Schaum vor dem Mund Gülle über Systemd ausgießen. Aber auf der anderen Seite stehen die hier schon erwähnten Jubelperser, für die Systemd ein Gottesgeschenk zu sein scheint, das per Definition gar keine Makel haben kann (und die vor lauter Glücksgefühlen Mitmenschen, die sich eine differenziertere Ansicht dazu gebildet haben, als Trolle verschreien). Und neben den ausgewogenen Systemd-Befürwortern gibt es auch sehr fundierte, unaufgeregte Kritiker. Die bitte nicht einfach ausblenden.

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          Von Andy_m4 am Sa, 14. März 2020 um 18:28 #

          - Mich öden diese systemd vs. $sonstwas Scheindiskussionen nur noch an.
          Warum schreibst du denn dann was dazu?
          Wenn Dich das alles anödet, würdest Du doch Beiträge die in die Richtung gehen einfach ignorieren und fertig.
          Oder ist das eine Art Masochismus der Dich dazu treibt dann doch was zu schreiben? :-)

          Gerade jetzt, wo Corona das öffentliche Leben einschränkt
          und man mehr Zeit für Internet hat, kann man besonders ausführlich zu allen möglichen Themen schreiben. :-)

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            Von Ach je ... am Sa, 14. März 2020 um 19:46 #

            Warum schreibst du denn dann was dazu?
            Ich dachte mir gleich, dass dieses dümmliche Getrolle kommt.
            Es ist absolut typisch für Trolle, dass sie bestimmte Antworten einfach geben müssen, das macht euch so berechenbar.

            Würde es hier die Option eines Killfiles geben, dann könnte man eure nervigen Wiederholungen leicht vermeiden. Gibt es aber nicht afaik.

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              Von Andy_m4 am Sa, 14. März 2020 um 22:55 #

              Möglicherweise bist aber auch Du der einzige der hier trollt. Von Dir kam bisher nix Substanzielles. Dafür viel Geheule über Init-System-Diskussionen.

              Wie gesagt. Wenn Dich das nicht interessiert, halt Dich einfach raus. Mich interessieren die Binsenweisheiten aus dem örtlichen Kannickelzüchterverein auch nicht. Trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen da hin zu gehen, um rumzukrakelen, wie Sch***e das doch alles ist.

              Leben und Leben lassen.

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                Von Ach je ... am So, 15. März 2020 um 08:13 #

                Wer hier mit dümmlichen whataboutism wie "Karnickelzuchtverein hingehen" kommt, der ist derjenige, der keine Argumente hat.
                Du bist der penetrante Troll "der hier hingeht" und uns mit seinen persönlichen Scheuklappen belästigt und den man leider nicht über ein Killfile ausblenden kann.

                Leute wie du kommen immer und überall wie Kai aus der Kiste und sülzen immer denselben Mist, sobald jemand das Stichwort systemd nennt. Wenn es nicht anders geht, kommt ihr selbst mit "aber systemd" und liefert euch diesen Anlass selbst.

                Wenn ihr wenigstens ein einziges Mal etwas Neues zu berichten hättet. Darum geht es schließlich in News-Foren. Aber nee, immer dieselbe alte abgekaute Kacke.

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                  Von Andy_m4 am So, 15. März 2020 um 16:46 #

                  der ist derjenige, der keine Argumente hat.
                  Von Dir hab ich auch noch kein Argument gelesen.
                  Du erzählst nur, was Du alles doof findest und wie doof die anderen sind.

                  uns mit seinen persönlichen Scheuklappen belästigt
                  Welche Scheuklappen? Ich setze sowohl systemd ein als auch andere Init-Systeme.

                  Aber nee, immer dieselbe alte abgekaute Kacke.
                  Mimimimimi :-)

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    Von Ghul am Fr, 13. März 2020 um 15:40 #

    Da kommt dann systemd natürlich sehr gut weg, trägt aber nicht der Tatsache Rechnung, das es auch noch andere Init-Systeme gibt und auch andere Möglichkeiten das umzusetzen, was systemd umsetzt.

    Die anderen Init System könntest du ja mal genauer erläutern.

    Es gab noch upstart, hat sich aber nicht durchgesetzt.

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      Von Andy_m4 am Fr, 13. März 2020 um 15:57 #

      Die anderen Init System könntest du ja mal genauer erläutern.
      Naja. Da gibts genug Internetseiten zu, die sich dem Thema schon ausführlich gewidmet haben. Ob man das unbedingt im begrenzten Rahmen eines Diskussionsforums machen sollte, da hab ich so meine Zweifel.
      Da lassen sich dann allenfalls spezifische Fragen klären.

      Als groben Überblick verweise ich mal an der Stelle auf:
      https://wiki.gentoo.org/wiki/Comparison_of_init_systems

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        Von Ghul am Sa, 14. März 2020 um 00:50 #

        Ja, den Link kenne ich schon.

        Mich hätte jetzt aber interessiert, was du speziell bei den anderen besser findest, das den Aufwand rechtfertigt da sein eigenes Ding zu machen.
        Und letzteres muss man ja praktisch, wenn fast alle Distris mit systemd kommen und die wenigen, die das nicht tun, wieder bezüglich der Distri speziell sind, also eine nehmen, die man selbst vielleicht nicht mag.

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          Von Andy_m4 am Sa, 14. März 2020 um 18:33 #

          Mich hätte jetzt aber interessiert, was du speziell bei den anderen besser findest, das den Aufwand rechtfertigt da sein eigenes Ding zu machen.
          Das ist aber eine andere Fragestellung.
          Mir gings um einen technischen Vergleich.

          Und letzteres muss man ja praktisch, wenn fast alle Distris mit systemd kommen
          Für die meisten Endanwender dürfte es in der Tat egal sein. Die interessiert nur: Läuft es oder nicht. Und das ist auch völlig legitim.

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        Von klopskind am Sa, 14. März 2020 um 11:40 #

        Also bei der Debatte innerhalb Debians damals, wurde auch Upstart als eine Option in die engere Auswahl gezogen - zumal es ja mit Ubuntu bereits ein gewisses Momentum gab, das auch zur Homogenisierung zwischen Debian und Ubuntu und damit auch einen Beitrag zur Minimierung des benötigten Entwicklungs- & Pflegeaufwands gesorgt hätte.
        Selbst Red Hat setzte in Fedora zwischenzeitlich auf Upstart, was zur Veröffentlichung von RHEL 6 (und Derivaten wie CentOS) mit Upstart führte, welche nun fast 10 Jahre Unterstützung bekamen und noch bekommen. Und Nokia benutzte Upstart in seiner Maemo-Plattform, Google für Chromium OS bzw. Chrome OS.

        Dass sich Upstart letztlich nicht durchgesetzt hat, liegt vor allem an der für Canonical typischerweise nötigen CLA, wie etwa hier vermerkt ist. Und auch technisch ist es eher eine Krücke im Vergleich zu ereignisbasierten Alternativen mit wie systemd/launchd/SMF, und somit eher als Zwischenschritt statt dauerhafter Lösung anzusehen, sie etwa hier (unter "On Upstart") oder hier. Wenn ich das korrekt in Erinnerung habe, hat einer der Hauptentwickler von Upstart das größtenteils auch bestätigt. Leider finde ich keinen passenden Verweis mehr dazu.

        Zu der Tabelle: Welche der Alternativen zu systemd kommt denn ohne sysvinit aus?
        - OpenRC setzt auf ein kompatibles /sbin/init auf, sysv oder BSD-rc (à la TrueOS/GhostBSD).
        - UpStart ist auch ein Überbau für sysvinit (und anderen Komponenten wie udev/dbus etc.), erweitert diesen lediglich.
        - Wie es aussieht, setzt SMF auch auf das klassische init und erledigt die erweiterte Prozessverwaltung.
        - Zu launchd weiß ich nichts, aber es läuft bisher nicht unter Linux oder BSD.
        - finit kenne ich nicht.
        - runit scheint hier am kompatibelsten zu sein. Es bietet ein eigenes init, kann aber auch in Kombination mit sysvinit, openrc oder systemd verwendet werden. Es kümmert sich eigentlich nur um die reine Prozessverwaltung.

        Mir wären dann noch s6, nosh und Shepherd bekannt. s6 kann init ersetzen, aber nur unvollständig. Es ist dafür gedacht darauf aufzubauen. Es macht eigentlich nur low-level Prozessverwaltung/-überwachung. Nosh kann offenbar auch beides, siehe hier (unter "system management"). Shepherd ist laut Doku als Ersatz für init entworfen worden.

        In diesem Sinne halte ich Vergleiche zwischen systemd und sysvinit schon für prinzipiell gerechtfertigt, da viele der Alternativen darauf aufsetzen.
        Ich denke, dass systemd für Brot-und-Butter-General-Purpose-Systeme ohne spezielle Anforderung wie Sicherheit/Embedded relativ viele Anwendungsfälle abdeckt. Es kann Linux-spezifische Funktionen nutzen, um damit wartbare und saubere Implementierungen von komplizierten Features bieten. Daher hat es unter Linux vermutlich auch die anderen verdrängt, soweit es nicht um General-Purpose-Systeme geht. (Die komplexeren inits à la SMF oder launchd sind meines Wissens nach auch nicht besonders portierbar. Was nutzt eigentlich Microsoft Windows?)

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          Von Andy_m4 am Sa, 14. März 2020 um 18:50 #

          Nosh kann offenbar auch beides
          Von Nosh habe ich gefühlt ewig nix gehört. Und das das irgendwann mal ins FreeBSD-System einzieht, ist derzeit nicht absehbar. Erstens, weil die FreeBSDler relativ konservativ sind und zweitens weil auch nicht wirklich Leidensdruck da ist.
          rc-init ist jetzt nicht wirklich modern, aber gegenüber dem Sys-IV-Init doch ein Fortschritt.

          In diesem Sinne halte ich Vergleiche zwischen systemd und sysvinit schon für prinzipiell gerechtfertigt
          Kann man machen. Aber man sollte nicht so tun als ob systemd alternativlos wäre und sich Distributionen zwischen systemd und sys-iv entscheiden müssten.
          Zumindest vom rein technischen Standpunkt aus gesehen.

          ohne spezielle Anforderung wie Sicherheit/Embedded relativ viele Anwendungsfälle abdeckt.
          Da hast Du die Rechnung ohne Redhat gemacht. Die positionieren systemd u.a. auch für die Anwendung im embedded-Bereich.

          Was nutzt eigentlich Microsoft Windows?
          Die machen natürlich ihr eigenes Ding und haben auch für jede Aufgabe ein eigenes System.
          Für Dienste gibts den Service-Control-Manager.
          Für Sessions halt den Session-Managment-Service.
          usw.

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      Von Holgerw am Fr, 13. März 2020 um 16:05 #

      Wenn Du einen direkten Eindruck von runit bekommen möchtest, dann kannst Du ja mal auf den Seiten zu Void Linux herum stöbern und bei Neugier diese Distribution parallel installieren. Das geht schnell und ist ziemlich einfach, auch wenn der void-Installer eher überschaubar und einfach gehalten ist.

      Ist natürlich eine Zeit- und Interessensfrage

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        Von Ghul am Sa, 14. März 2020 um 00:54 #

        Ganz ehrlich, mir wäre das zu viel Aufwand.
        Ich nehme einfach Debian und lebe mit systemd.
        Selbst Devuan würde ich nicht nutzen, da zu erwarten ist, dass hier die Manpower fehlt und es dann an anderer Stelle Baustellen gibt die Debian so nicht hat.

        Das ist so wie wenn Pinguine fischen gehen. Eine Chance haben sie nur, wenn sie als Schwarm ins Wasser springen.
        Springen sie alleine, dann werden sie von Seelöwen und Co gefressen.

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    Von Anonymous am Fr, 13. März 2020 um 17:34 #

    Das sehe ich auch so.

    Sysvinit in der Ausprägung wie z.B. auf Debian-Kisten ist over-engineered. Zumindest für private Desktoprechner. Und Systemd ist es erst recht.

    Auf einer Privatkiste sollte alles möglichst einfach und ohne drei Abstraktionsebenen und Layer zugänglich sein und in möglichst einfachen Shellskripten gehalten sein, die nach dem "Prinzip der geringsten Überraschung" aufgebaut sind.

    Dann kann man da auch reingucken und dran rumfummeln, wenn man vergleichsweise wenig Ahnung hat bzw. (wie die meisten Privatnutzer) nur selten Anlass hat, sich damit zu beschäftigen.

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      Von Töppke am Sa, 14. März 2020 um 02:30 #

      Vollste Zustimmung!
      Mich als einfacher Endanwender interessiert nur, das die Kiste läuft.
      Habe anderes zu tun, als BS Frickelei.

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Von needle am Fr, 13. März 2020 um 15:19 #

Ich will heute wieder ein Prophet sein, die Umfragewerte werden zum Schluss 9 zu 1 stehen oder 8 zu 2 stehen.
9 User benutzen SystemD und Einer benutzt etwas Anderes.

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    Von Anonymous am Fr, 13. März 2020 um 15:22 #

    So ist es halt, 9 Leute sind einfach nur user und keine nerds, die nehmen was die Distri vorgibt. Einer ist dann elitär und muß alles anders machen....

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      Von Holgerw am Fr, 13. März 2020 um 15:37 #

      Nun ja, was an der Nutzung von Void Linux oder FreeBSD elitär sein soll, kann ich nicht sagen. Bei beiden systemdfreien Betriebssystemen wird es ambitionierte Anwender geben und Technikfreaks, die das System von der Pike auf kennen. Und letztere müssen auch überhaupt nicht elitär sein, ich habe gerade bei solchen Leuten schon viel Hilfsbereitschaft erlebt.

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    Von Unerkannt am Fr, 13. März 2020 um 20:58 #

    Ich nutze OpenRC
    Ich auch und ich sehe auch keine Gründe auf etwas komplizierteres zu wechseln. Openrc und sein Vorgängern haben haben schon immer gemacht was ich wollte und sind leicht und einfach zu konfigurieren.

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    Von inta am Fr, 13. März 2020 um 23:44 #

    Wer „nutzt“ denn überhaupt nur ein Initsystem? Wenn ich mir die Firmen-Rechner so ansehe, da sind da mindestens 3 verschiedene Initsysteme im Einsatz und da sind die Desktops noch nicht mal mitgezählt. Meiner Meinung nach wird das Thema viel zu emotional gesehen, ähnlich wie bei Gnome 3.

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Von fRox am Fr, 13. März 2020 um 18:55 #

Was läuft, läuft.
Und da Systemd bei mir von Anfang problemlos lief, bliebt es halt.

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Von jue am Fr, 13. März 2020 um 21:01 #

Auf meinen privaten Rechnern ist systemd durch Debian (Testing und Stable) auf allen Rechnern. Hier läuft alles reibungslos. Keine Probleme.

In der Arbeit, hänge ich in einem Windows-Netzwerk. Hier gab es mit Debian ständig Probleme. Die Windows-Freigaben werden ja mit systemd eingehängt und nicht mehr wie früher über die fstab. Ich hatte die Schnauze voll und bin auf Devuan umgestiegen. Damit arbeite ich wieder im Windows-Netzwerk wie früher und es funktioniert. Ich komme ohne systemd hier wesentlich besser zurecht.

Überhaupt kann ich empfehlen: wenn es im professionellen Bereich wirklich drauf ankommt, ist Devuan nach meiner Erfahrung äußerst zuverlässig.

Im privaten Bereich ist es nach meiner Ansicht völlig egal. Da stört systemd nicht.

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    Von glasen am Fr, 13. März 2020 um 23:00 #

    Dir ist aber schon klar, dass man trotz systemd die Freigaben immer noch per fstab mounten kann? Bei mir sind auf diese Art ca. 10 Freigaben unter Ubuntu 19.10 eingebunden.

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      Von schmidicom am Sa, 14. März 2020 um 15:30 #

      Sein Problem rührt wohl eher daher das die Einträge aus der fstab unter systemd nicht seriell sondern eben parallel verarbeitet werden (wie alles andere auch) und in der fstab lassen sich nun mal Abhängigkeiten (welche bei einer parallelen Verarbeitung um so wichtiger sind) nicht wirklich sauber definieren.

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        Von gfs am Sa, 14. März 2020 um 15:57 #

        Die Abhängigkeiten der Mountpoints kann auch per /etc/fstab definiert werden.

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          Von schmidicom am Sa, 14. März 2020 um 16:11 #

          Aber eben nicht so gut/umfangreich wie in einem Mount-Unit.

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            Von Jue am So, 15. März 2020 um 08:30 #

            Ich gestehe es ganz ehrlich: systemd ist für mich persönlich so komplex, dass ich es nicht durchschaue. Wahrscheinlich geht alles mit systemd zumindest viel besser ;-) Aber ich habe das wahrscheinlich mit den dämlichen Mount-Unit nicht hinbekommen. Nachdem ich einige wirklich liebe Leute (herzlichen Dank nachträglich und sorry ... ) im Debianforum einfach zu lange genervt habe, musste ich zu einer pragmatischen Lösung kommen. Ich musste ja arbeiten. Die Lösung war einfach Devuan. Irgendwann hätte ich es sicher alles mit Debian/systemd hinbekommen, ich hatte aber einfach nicht die Zeit dafür.

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              Von glasen am So, 15. März 2020 um 09:19 #

              Verstehe ich das richtig? Du hast anstatt aus Zeitgründen Devuan neu installiert anstatt dein Problem mit modernen Mitteln zu lösen? Und ersteres soll tatsächlich weniger Zeit benötigt haben?

              Kannst du mal bitte den Thread im Debian-Forum verlinken? Ich würde gerne wissen was an deiner Konstellation so kompliziert ist, dass eine Neuinstallation des Systems schneller ging.

              Edit:

              Habe ihn gefunden:

              https://debianforum.de/forum/viewtopic.php?f=30&t=164129

              Interessanterweise schreibst du am Ende die folgenden Zeilen:

              Ich habe mir jetzt einige Zeit zum Testen im normalen Betrieb gelassen (ich arbeite ja damit) - und ich muss sagen, dass alles wie geschmiert läuft. Das Herunterfahren ist ein Genuss im Gegensatz zu früher. Nochmals herzlichen Dank für die Unterstützung - absolut profimäßig :D . Ich hoffe, dass alles auch anderen hilft, die vielleicht ein ähnliches Problem haben.

              Du scheinst dein Problem also mit Hilfe von systemd-Units beseitigt zu haben.

              Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 15. Mär 2020 um 09:28.
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                Von Jue am So, 15. März 2020 um 09:50 #

                Hi, Danke für dein Interesse! Ich möchte nicht auf den Thread im Debian-Forum verlinken und das alles wieder aufwärmen. Ich habe es nicht in guter Erinnerung. Ich komme schon ohne zurecht ...

                Aber Devuan installieren, ist doch kein Hexenwerk. Das ist doch in kürzester Zeit drauf, wenn du nicht zuerst die ganze Festplatte mit Zufallsdaten überschreibst. Das mache ich gewissermassen neben dem Vespern her inklusive Einbindung ins Windows-Netzwerk, PGP. etc.

                Bei Debian/systemd gab es z. B. massiv Probleme mit dem Verschieben von Daten im Netzwerk. Rechteprobleme, Zugriffsprobleme usw. Die Mount-Units haben irgendwie ein Eigenleben geführt, gemountet, entmountet, gemountet ... Ein ständiges hin und her. Weil systemd sich beim Herunterfahren weigerte alle Units auszuhängen, konnte ich teilweise den Rechner nicht herunterfahren - und das am Feierabend ;-)

                Devuan in gefühlt 20 Minuten neben dem Telefonieren her installiert und alles war bestens. Das ist jetzt seit über einem Jahr so. Ich bewege mich mit Devuan-System wie ein Fisch im Wasser im Windows-Netzwerk.

                Ja, mit systemd geht sicher alles auch. Wenn ich mir mehr Zeit genommen hätte, hätte ich es schon hinbekommen. Diese Zeit hatte ich aber nicht. Mir wird das alles zu komplex. Ich brauche in der Arbeit ein einfaches System. Zuhause ist das was anderes. Hier von meinem Thinkpad aus schreibe ich gerade mit Debian Testing. Das ist ein super System auf dem Thinkpad.

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Von ein_langzeitnutzer am Sa, 14. März 2020 um 12:33 #

Hallo Freunde der gepflegten Konversation,

bin grade auf der Suche nach einem "userfriendly BSD" was benutzt ihr und könnt ihr empfehlen,
es sollte schon eine grafische Oberfläche dabei sein in der ich mir dann zumindest per Browser weitere Infos für die Kommandozeile suchen kann?.
Bin dankbar für alle Empfehlungen, gerne auch mit Vor- und Nachteilen.

Vielen Dank vorab

M.

Eins muss ich zu Systemd, bzw. beim Anwenden systemctl noch loswerden:

Warum das "start/reload/stop/status" mitten in der Befehlszeile drin stehen muß erschließt sich mir nicht.
Hat da der Programmierer am Zeilenende den Dienst als häufigeres Thema bei der Benutzung gesehen?.

Bei meiner täglichen Praxis kommt es sehr häufig vor, dass ich erst mal mit "status" gucke und dann ggf. "reload" durchführe,
wenn das auch nicht fruchtet wird "restart" hinterher geschmissen
und jedes mal muss man "mitten rein springen" um das durchzuführen Beispiel:

"sudo systemctl status network-manager.service"
Ansonsten funktioniert SystemD eigentlich ganz gut und persönlich denke ich dass es eine Verbesserung zum init system ist,
dass gewisse Kräfte daraus ein halbes Betriebssystem machen wollen ist ein anderes Thema ;-).

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    Von glasen am Sa, 14. März 2020 um 17:44 #

    Das hat mich am Anfang auch gestört. Mit Aliases kann man das aber relativ elegant und leicht lösen:

    alias status="systemctl status"
    usw.

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    Von Andy_m4 am Sa, 14. März 2020 um 19:02 #

    bin grade auf der Suche nach einem "userfriendly BSD" was benutzt ihr und könnt ihr empfehlen,
    Im Prinzip spricht nichts dagegen FreeBSD direkt zu verwenden und sich halt dann den Desktop/Window-Manager seiner Wahl zu installieren.

    Falls Du aber dennoch für den Anfang einfach nur ein Install&Go-System haben willst, wirst Du mit GhostBSD vermutlich ganz glücklich werden:
    https://ghostbsd.org/

    Wenn Du nicht gleich installieren willst, sondern es erst mal als portables Live-System a-la KNOPPIX einsetzen möchtest, könntest Du alternativ auf ein Blick auf FuryBSD werfen:
    https://www.furybsd.org/

    Was für Einsteiger in die FreeBSD-Welt immer ne gute Anlaufstelle ist, ist das FreeBSD-Handbuch:
    https://www.freebsd.org/doc/de/books/handbook/

    Da GhostBSD und FuryBSD ja letztlich FreeBSD verwenden, wird es Dir auch da gute Dienste leisten.

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Von mw am Sa, 14. März 2020 um 20:50 #

Immer wieder wird systemd als Init System bezeichnet. Aber systemd ist eine Krake und versucht soviel Dienste wie möglich unter den Nagel zu reisen zum Preis der Kompliziertheit.

Das mag bei Desktopsystemen und Servern vlt. noch angehen, aber bei Systemen mit knappen Resourcen und im bereich von embedded Systemen ist das definitiv der faslche Ansatz.

Da ich mich hauptsächlich mit diesen Systemen beschäftige, tu ich mir auf dem desktop die Krake systemd auch nicht an.

Vom Mindset der systemd Entwicklicker insbesondere L. P. will ich gar nicht reden. Das ist ein absolutes nogo.

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    Von Andy_m4 am Sa, 14. März 2020 um 23:12 #

    Immer wieder wird systemd als Init System bezeichnet. Aber systemd ist eine Krake und versucht soviel Dienste wie möglich unter den Nagel zu reisen zum Preis der Kompliziertheit.
    Kann man so oder so sehen. Im Übrigen besteht systemd aus Komponenten. Wenn Du also z.B. journald nicht nutzen willst, steht es Dir frei weiterhin den traditionellen syslog zu nehmen usw.

    Aber ja. Die Komplexität und auch bestimmte Design-Entscheidungen, darüber lässst sich sicher unterschiedlicher Meinung sein.
    Das mag bei Desktopsystemen und Servern vlt. noch angehen, aber bei Systemen mit knappen Resourcen und im bereich von embedded Systemen ist das definitiv der faslche Ansatz.
    Gerade für embedded-Systeme ist systemd eigentlich relativ gut gedacht. systemd ist in C geschrieben, was es relativ flott macht. Die systemd-Komponenten sind nicht auch schlanker als ihre Kollegen (beispielsweise timesyncd vs. ntpd). Bieten dann zwar nicht ganz so viel Funktionen, aber für viele Zwecke reicht das.

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      Von Unerkannt am So, 15. März 2020 um 13:59 #

      systemd ist in C geschrieben, was es relativ flott macht.
      Das ist eine nutzlose Aussage. Bash ist auch in C geschrieben und trotzdem sind Einige der Meinung sie würde kein gutes Init-System abgeben.

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        Von Andy_m4 am So, 15. März 2020 um 17:08 #

        Das ist eine nutzlose Aussage.
        Ist sie nicht. Du hast Sie nur nicht verstanden. Und wenn man etwas nicht verstanden hat, wäre die angemessene Reaktion höflich nachzufragen, statt herum zu poltern und dabei auch noch seine Unwissenheit zur Schau zu stellen. Aber gut. :-)

        Bash ist auch in C geschrieben
        Ich erklärts Dir mal detailierter.
        Es ging ja um embedded systems. Die zeichnen sich dadurch aus, das sie wenig Hardwareresourcen haben. Auf debn Ablauf von Programmen etc. übertragen heißt das, das alles länger dauert (oder unter Umständen gar nicht ausführbar ist).

        Ein Init-System wie das klassische System-IV-Init benutzt Shellskripte. Shellskripte werden interpretiert (bei sys-iv unter Linux eben von der Bash). Das ist zeitraubender, als wenn man ein natives Programm hat was z.B: in C geschrieben wurde und dann nach Maschinensprache kompiliert wurde.
        Platt gesagt: Umso höher der Skriptanteil, umso langsamer.
        Dazu kommt noch, das für jedes Shell-Skript eine neue Bash-Instanz gestartet wird. Auch das kostet Ressourcen und Zeit.

        systemd umgeht das geschickt, in dem keine Skripte zum Einsatz kommen (höchstens mal für Spezialfälle oder legacy-Kram). Alles wird durch Maschinencode implementiert. Gut. Man muss da immer noch die Unit-Files etc. einlesen/parsen. Das ist sind aber noch alles vergleichsweise noch ziemlich schnell im Vergleich zu dem das, was Shell-basierte Sys-IV-Init machen muss.

        Jetzt klar?

        Einige der Meinung sie würde kein gutes Init-System abgeben.
        Über gut oder schlecht hab ich gar nix gesagt. Nur über Geschwindigkeit.
        Lesen!

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Von Anonymous am So, 15. März 2020 um 15:21 #

Man muß systemd nicht mögen.
Auf privaten oder "einfachen" Systemen mag es funktionieren, aber so bald man in größeren Dimensionen denken muß (Serverfarmen etc.) wird es anstrengend.
Die Mär über die Geschwindigkeit beim Start ist ja schon aufgeführt worden.
Die wenigsten starten ihren Rechner mehrmals am Tag neu, wo dieses Argument ziehen würde .. der Großteil wird suspend nutzen und gut ist.

Wenn die Macher von systemd sich darauf beschränkt hätten, das init System zu überarbeiten und zu vereinheitlichen, wäre das ganze auch kein Problem. Aber dieses ständige Erweitern, aufbohren und so weiter macht das ganze mehr oder weniger kaputt.
Wenn ich in einem Firmennetzwerk arbeite, dann betreibe ich meinen eigenen resolver, ich benötige keinen systemd-resolvd, der ungefragt installiert und aktiviert wird.
Das gleiche geht dann weiter mit systemd-timesyncd, systemd-networkd, systemd-hostnamed etc.
Klar, ich kann sie ersetzen und abklemmen ... aber das muß ich jetzt zusätzlich in meiner Automatisierung berücksichtigen und ggf. auch Probleme einkalkulieren, weil systemd-A auf systemd-B eine harte dependency hat.

Die Entscheidung der debian Macher jetzt zusätzlich auf rsyslog zu verzichten und komplett auf journald zu setzen ist genau so ein Hirnschiss (sorry).
Oder kann journald einen zentralen Logginservice befüllen? Nein, kann er nicht! Und das ist auch nicht geplant das jemals zu implementieren ..
Für eine große Serverfarm ist aber genau das was gewünscht und gefordert ist.

Man hat mit dem aufbohren des init Systemes den UNIX Weg (KISS) verlassen und ignoriert weitestgehende best-practice Regeln, die im professionellem Umfeld erforderlich sind.

Und das ein Großteil der Distributionen auf systemd setzt mag für viele eine Erleichterung sein, aber genau so viel stöhnen wieder über die kruden Ideen, die aus dieser Richtung kommen.

Zusammenfassend noch einmal: für private Systeme mag systemd die Lösung für viele Probleme sein, für Serverfarmen ist es die Ursache vieler Probleme.

grüße ...

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    Von Andy_m4 am So, 15. März 2020 um 17:17 #

    Wenn ich in einem Firmennetzwerk arbeite, dann betreibe ich meinen eigenen resolver, ich benötige keinen systemd-resolvd, der ungefragt installiert und aktiviert wird.
    Das gleiche geht dann weiter mit systemd-timesyncd, systemd-networkd, systemd-hostnamed etc.
    Das ist aber kein Problem von systemd, sondern der jeweiligen Distribution!

    Ich bin ja auch kein systemd-Fan. Aber denen vorzuwerfen, was Dritte damit machen ist dann auch irgendwie seltsam.

    Wenn ich in einem Firmennetzwerk arbeite, dann betreibe ich meinen eigenen resolver, ich benötige keinen systemd-resolvd, der ungefragt installiert und aktiviert wird.
    Das gleiche geht dann weiter mit systemd-timesyncd, systemd-networkd, systemd-hostnamed etc.
    Gerade dann installiert man aber auch nicht jedes einzelne Gerät. Sondern man installiert sich das einmal. Konfiguriert so wie man das braucht und nimmt das System als Master, den man nur noch kopiert und dann ggf. noch ein bisschen anpasst.

    Und gerade Linux-Systeme lassen sich super kopieren. Ist ja kein Windows welches ohne Installationsroutine praktisch gar nicht auf nem Rechner zu bekommen ist.

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Von Tiggez am So, 15. März 2020 um 21:07 #

Sailfish OS hat es halt...

Stört dort auch nicht wirklich...

Auf allen anderen Maschinen läuft devuan.

Tiggez

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Von Anon Y. Mouse am So, 15. März 2020 um 21:38 #

Ich nutze es nicht (aber es tut vermutlich etwas im verborgenen auf meinem PC. Schliesslich verwendet meine Distribution es als init system.)

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Von Anonymous am Mo, 16. März 2020 um 10:43 #

Nach einem Bericht von Roy Schestowitz, verstärken bekannte Global Player ihren Einfluss in Linux, GNU und der FSF. Ich habe Zweifel, dass dieser Einfluss für uns, die Linux-Nutzer, zum Guten gedacht ist. Der Rückhalt bröckelt. Mit Richard Stallman (egal, ob man ihn mag oder nicht) wurde eine Person der alten Riege abgecancelt, die für die freie Software (und Linux) eintrat. Linus, der gerne mal ein berechtigstes "F*** you" an den einen oder anderen Global Player richtete, ist auch nicht mehr der Jüngste (und wurde quasi-mundtot gemacht), und bei Greg, der ein möglicher Nachfolger sein könnte, besteht laut Schestowitz Skepsis. Und wir sitzen vor den Rechnern und streiten über das "richtige" oder "beste" Init-System :shock:

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    Von Andy_m4 am Mo, 16. März 2020 um 12:30 #

    Ja. Ganz Unrecht hat er da nicht. Stallman ist da auch ein gutes Beispiel. Ja. Der hatte vielleicht eine extreme Position mit seinem GNU inne die man auch nicht unbedingt immer in allen Facetten teilte. Aber man braucht auch Extremisten, weil die hat die "andere Seite" ja auch. Und dann kommt es trotz allem immer noch zu einem guten Mittelweg.

    Verschwinden die Extremisten auf der einen Seite und nur noch die auf der anderen Seite bleiben übrig, führt das natürlich zu einer Verschiebung der Mitte zugunsten von Interessen die dann nicht für jeden gut sind.

    Und wir sitzen vor den Rechnern und streiten über das "richtige" oder "beste" Init-System
    Ja. Wobei es ja auch Stimmen gibt, das systemd ja quasi die technische Manifestation eines solchen kommerziellen Einflusses ist, mit dem Linux quasi übernommen werden soll.

    In diesem Licht betrachtet macht die Init-Diskussion dann auch wieder Sinn. :-)

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Von msi am Di, 17. März 2020 um 14:41 #

Jesse Smith hatte in einer Ausgabe von DistroWatch Weekly im Oktober 2019 übrigens mal eine gute Erklärung dazu abgegeben, was eigentlich init ist und wie es mit der Prozessverwaltung eines Systems zusammenhängt:
https://distrowatch.com/weekly.php?issue=20191028#qa

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