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Thema: Was halten Sie von proprietären, käuflichen Applikationen?

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von abcd am Fr, 3. Juni 2011 um 14:24 #

Unfreie Software kommt nicht mehr auf den Rechner.

Ich habe eigentlich nur experimentell damit angefangen, unfreie Software zu verbannen und merkte rasch, dass ich sie persönlich nicht wirklich brauche.

Vor zehn Jahren wäre das so nur sehr schwierig möglich gewesen. Man denke nur daran, dass damals durchweg fast nur unfreie Office-Suiten zur Verfügung standen (StarOffice, Applixware, WordPerfect), die qualitativ mit entsprechender Windowssoftware mithalten konnten. Das ist aber Geschichte.

Außerdem gibt es Grenzfälle, wo es auch für Nutzer schwierig ist durchzublicken, was noch freie Software ist und was nicht.
Im Zweifel sollte man aber die freie Variante benutzen, also z.B. gstreamer-plugins-ugly mit libmad anstelle eines entsprechenden, weit verbreiteten unfreien Firmen-Plugins.

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    Von Schnuffi am Sa, 4. Juni 2011 um 00:11 #

    Lieber abcd, das ist ja ein heeres und schönes Ziel. Das geht aber nicht bei jedem so einfach. Ich unterrichte in der Universität und da bekommt man nun einmal von den Studierenden pptx-Powerpoint-Dateien. (Nein, man kann nicht einfach ODF oder PDF verpflichtend machen). Die muss mein Laptop also richtig darstellen können. Schon musste der MS Powerpoint Viewer ran (in CrossoverOffice oder auch Wine). Wir betreiben hier qualitative Forschung und da gibt es drei wichtige Programmpakete Atlas.TI, MaxQDA und NVivo. Weder eines dieser Programme noch irgendein im Ansatz vergleichbares Programm läuft unter Linux. Da gibt es schlicht keines. Daher wird NVivo unter Virtualbox zum Laufen gebracht. Zum Glück brauche ich NVivo nur manchmal, dann geht das. Zwischenfazit: NVivo würde ich schonmal unter Linux kaufen. Was sonst noch an kommerzieller Software hier läuft, ist: Qoppa PDF Studio, STATA, CrossoverOffice Linux. Auch ein vernünftiges OCR-Programm würde ich unter Linux kaufen. Da gibt es nunmal kaum etwas brauchbares.

    Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 04. Jun 2011 um 00:12.
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      Von Schmidi am Sa, 4. Juni 2011 um 09:47 #

      Ja das ist alles nachvollziehbar, bis auf eines, warum kann man nicht ODF oder PDF verpflichtend machen?

      Eine Professorin verlangt von uns Excel Dokumente! Das finde ich sollte man nicht machen, aber der Export von LibreOffice ist mittlerweile so gut, dass dies zumindest bei den von mir verwendeten Funktionen kein Problem darstellt.

      Die meisten wollen PDF, je nach Inhalt... Was ist daran ein Problem?

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        Von Workoft am So, 5. Juni 2011 um 10:16 #

        Das würde ich auch gerne mal wissen. Manche Menschen machen geschlossene Formate zur Vorschrift, das sollte verboten werden, aber offene Formate zur Vorschrift zu machen sollte doch kein Problem darstellen? So gut wie jedes Text- Tabellen- Präsentations- etc.-Programm kann doch in PDF umwandeln. Und wenn's das nicht kann, dann steht Open/LibreOffice jedem kostenlos zur Verfügung, also kann sich keiner wirklich beschweren.
        PDF ist zwar nicht optimal, trotzdem macht es selten Probleme.

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      Von abcd am Sa, 4. Juni 2011 um 16:10 #

      Das, was ich oben geschrieben habe, ist ja keine religiöse Vorschrift.
      Wenn es ohne unfreie Software tatsächlich nicht geht, dann ist das halt erst einmal so.

      Ich würde auch, wenn ich eine eigene Distro herausgeben würde, immer die non-OSS-Repos eintragen und aktivieren, allerdings ohne irgendetwas davon vorzuinstallieren. Man kann nicht alle Nutzerprofile voraussehen oder Nutzer gar bevormunden wollen.

      Das Problem ist auch, dass die Entfernung unfreier Software nicht dazu beitragen darf, dass plötzlich Essentielles nicht mehr funktioniert. Ich habe das vor einiger Zeit selbst mit Debian Squeeze und einem eingefrorenen X-Server erlebt, eine direkte Folge der Entfernung der unfreien Kernelfirmware meiner Grafikkarte. Debian hat sich offensichtlich keinerlei Gedanken über die möglichen Folgen seines Tuns gemacht. Ich habe deshalb meine Debianutzung wegen dieser zur Schau getragenen Mentalität nach etwa sechs Jahren eingestellt. Man braucht im vorhinein einen funktionierenden freien Ersatz, wenn man etwas unfreies Essentielles entfernen möchte.

      In Deinem Posting vermisse ich allerdings auch nur den kleinsten Lösungsansatz und Lösungswillen im Hinblick auf Dein unfreies Softwareproblem. Das ist nun aber auch keine "Lösung", auch wenn Du immerhin Wine bzw. eine Wine-Software bzw. virtuelle Maschinen unter Linux benutzt.

      Wie wäre es damit, die Benutzung von offenen Formaten vorzuschreiben? OpenOffice ist keine Nischenlösung, sondern allgemein für jedermann zugänglich, da kann man auf MSOffice-Formate durchaus verzichten. Außerdem könntet ihr und Deine Uni so überflüssige Gebührenzahlungen einsparen.
      Studenten werden auch nicht auf neue Software umgeschult, da sie flexibel sind und sich von alleine anpassen können und müssen. Von daher fallen auch hier keinerlei Zusatzkosten an.

      Zu Deinen kommerziellen, unfreien Programmen kann ich allerdings nichts sagen, ich kenne sie nicht und damit auch keine möglicherweise vorhandenen Alternativmöglichkeiten.
      Vielleicht habt ihr ja auch das Know-How, um diese wichtigen Programme langfristig durch Selbstgeschriebenes ersetzen zu können.

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    Von Ravenbird am Sa, 4. Juni 2011 um 08:49 #

    Oh Du hast alle nicht freie Firmware etc. von Deinen Systemen entfernt? Welche Hardware läuft bei Dir noch? ;-)

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      Von HAHA am Sa, 4. Juni 2011 um 10:35 #

      Und Multimedia ist auch noch eine Baustelle, von gescheiter Grafik sprechen wir am besten nicht.

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      Von abcd am So, 5. Juni 2011 um 16:16 #

      Das ist nicht möglich.
      Hier schießt ein Teil der freien Softwarebewegung völlig übers Ziel hinaus.

      Ich benutze die unfreie Kernelfirmware, also diese besagte "Hardware-Firmware in Software" dann nicht, wenn ich sie für eine hundertprozentige Funktionalität nicht brauche bzw. wenn es freie Alternativen gibt.
      Ansonsten benutze ich sie, genauso wie die in Hardware gegossenen Firmwares meiner installierten Controller-Karten.
      Ohne unfreie Firmware kann man leider nur sehr, sehr wenige Computer benutzen. Meiner zählt nicht dazu.

      Es ist auch logischerweise so, dass sowohl die in Hardwarechips gegossene unfreie Firmware genauso wie die in Software gegossene unfreie Kernel-Firmware beide zur Laufzeit ins System geladen werden und dort am Werkeln sind. Es gibt also keinerlei Unterscheid zur Laufzeit. Das bestreitet auch niemand. Debian sagt allerdings dazu, dass sie selbst keine unfreie Software, wie immer die auch aussehen mag, ausliefern wollen, weil das so ihr Gesellschaftsvertrag fordert. Da kann man nichts machen, das ist deren Entscheidung und aus ihrer Sicht auch "logisch".

      Stallman hat sich einen (chinesischen) Computer gekauft und entsprechend auf FSF/GNU-Soft- und Firmware "umgerüstet". Für mich ist das nichts, ich bräuchte dazu freie Mainstream-Hardware.

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        Von RM am So, 5. Juni 2011 um 17:36 #

        So ein Loongson Netbook langsam aber open. Den Geisteszustand von RMS sollte man schnellstmöglich untersuchen, ich seh' schon den nächsten Unibomber.

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          Von ghuuizkjhkhl am So, 5. Juni 2011 um 20:48 #

          Das sehe ich nicht so.
          Stallman ist nur konsequent und macht genau das, was er anderen vorbetet.
          Glaubwürdigkeit nennt man das.
          Ich bin wie viele andere der Meinung, dass man das, was man predigt bzw. das, an was man selbst glaubt bzw. an was man zu glauben vorgibt, auch selbst leben muss.

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