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Mi, 13. September 2017, 13:25

Software::Entwicklung

Eclipse Foundation übernimmt Java Enterprise Edition

Die Java Enterprise Edition (Java EE) wird künftig unter dem Dach der Eclipse-Stiftung entwickelt. Der bisherige Eigentümer Oracle erhofft sich von dem Wechsel mehr Offenheit und eine verstärkte Beteiligung.

eclipse.org

Die Java Enterprise Edition (Java EE) wird zwar bereits als freie Software und in offener Weise entwickelt, doch nach Ansicht von Oracle ist eine weitere Öffnung der Weg in die Zukunft. Dazu hatte Oracle bereits im August den Plan gefasst, Java EE an eine unabhängige Organisation abzugeben. Nach intensiven Beratungen mit Red Hat und IBM, den nach Oracle größten Beitragenden zu Java EE, sowie mit in Frage kommenden Open-Source-Organisationen, ist die Öffnung nun beschlossen. Die Eclipse Foundation wird Java EE übernehmen und die Weiterentwicklung koordinieren. Als Vorbild soll das laut Eclipse sehr erfolgreiche MicroProfile-Projekt dienen, das Java EE auf eine Microservice-Architektur portiert. Teile dieses Projekts könnten auch in Java EE einfließen. Red Hat hat die Ankündigung entsprechend kommentiert.

Im Zuge der Migration, die das Copyright an die Eclipse Foundation übertragen wird, soll Java EE einen neuen, schnittigeren Namen erhalten. Die Klassennamen sollen sich jedoch nicht ändern, um die Kontinuität sicherzustellen. Java EE wird komplett mit all seinen Technologien, Referenzimplementationen und dem Test-Kompatibilitäts-Kit an Eclipse abgegeben. Java EE 8 selbst nähert sich fast dreieinhalb Jahre nach Java 8 endlich der Fertigstellung. Die Spezifikationen sollen so gut wie vollständig sein und die Freigabe der neuen Version steht wohl kurz bevor.

Oracle sieht Java EE als enormen Erfolg. Es gibt eine Reihe von kompatiblen Implementierungen, die im Wettbewerb untereinander stehen, eine breite Integration von Technologien, ein großes Umfeld von Frameworks und Werkzeugen sowie ungezählte Anwendungen. Doch obwohl Java EE frei ist und als offenes Projekt in der Java EE-Gemeinschaft entwickelt wird, wurde der Prozess von Oracle als nicht agil, flexibel und offen genug angesehen, insbesondere im Vergleich zu anderen Open-Source-Gemeinschaften. Wenn nun Oracle nicht mehr als der einzig maßgebliche Hersteller der Plattform wahrgenommen wird, könnte die Beteiligung der Gemeinschaft und die Innovation in Java EE ansteigen. Kurzfristiges Ziel ist, unter dem Dach von Eclipse eine kompatible Implementation zu erstellen, die die Konformitätstests besteht.

Oracle will unabhängig davon seinen Verpflichtungen gegenüber Entwicklern, Anwendern, Kunden, Partnern und Lizenznehmern nachkommen. Das Unternehmen will die vorhandenen Java EE-Implementationen sowie künftige Java EE 8-Implementationen weiter unterstützen. Auch künftig will Oracle an der Entwicklung von Java EE teilhaben.

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