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Fr, 13. April 2018, 11:02

Gesellschaft::Politik/Recht

Erster Wahlcomputer mit freier Software in den USA

Die Open Source Initiative berichtet, dass erstmals eine freie Wahlsoftware die staatliche Zertifizierung erlangt hat. Das System wurde bereits in New Hampshire beschafft und soll auch bei den nächsten Wahlen in Ohio zum Einsatz kommen.

Wahlsystem Prime III

University of Florida

Wahlsystem Prime III

Die Mitteilung der Open Source Initiative (OSI) beruht auf Angaben der OSI-Partnerorganisation National Association of Voting Officials (NAVO), die es sich zum Ziel gesetzt hat, Wahlmaschinen mit Open-Source-Software für den Einsatz in öffentlichen Wahlen zu entwickeln und die für die Wahlen Verantwortlichen für den effektiven Einsatz der Technologien zu schulen. Die Organisation prangert die Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Wahlmaschinen an, die mit proprietärer Software laufen und sich beispielsweise bei der letzten Präsidentenwahl in fünf Staaten ereignet haben sollen, in denen der Ausgang knapp war.

NAVO-Sprecher Brent Turner bezeichnete die geheimgehaltene proprietäre Software der damals eingesetzten Wahlmaschinen als eine Pest für die Demokratie. Die proprietäre Software der derzeit in den USA eingesetzten Wahlmaschinen sei antiquiert, unsicher und eine Bedrohung der nationalen Sicherheit.

Abhilfe soll das freie Wahlsystem Prime III schaffen, das jetzt für den Staat Ohio zertifiziert wurde. Prime III wurde schon 2003 an der Auburn University entwickelt. Es unterstützt zahlreiche Wahlverfahren und ist barrierefrei, so dass auch Menschen mit Behinderungen das System nutzen können. Dabei sollen die Privatsphäre, unabdingbar für freie und geheime Wahlen, und die Sicherheit sichergestellt sein. Es unterstützt zudem auch die traditionelle Wahl auf Wahlzetteln und ist auditierbar.

Laut NAVO ist das ein Meilenstein, der erste Schritt zu einem angemessen sicheren Wahlsystem, das die Missstände der proprietären Systeme aus der Welt schafft. Für ein sicheres Wahlsystem sei es essentiell, dass es freie Software ist. NAVO hat sich bisher auf Florida, Kalifornien und New York konzentriert und will aufzeigen, dass die freie Software nicht nur sicherer, sondern auch preisgünstiger ist. In New Hampshire wurde bereits das freie »All for One«-System zum Einsatz gebracht, das auf Prime III beruht. Ob es bereits bei Wahlen eingesetzt wurde, ist den Angaben nicht zu entnehmen. Zu den nächsten Wahlen wird der Einsatz jedenfalls mit Sicherheit erfolgen.

Unterstützt wird die Initiative der NAVO von Parlamentariern wie beispielsweise der Kongressabgeordneten Tulsi Gabbard aus Hawaii. Sie kündigte vor kurzem eine Gesetzesinitiative an, die zum Ziel hat, dass alle Wahlsysteme Open Source sind und der Allgemeinheit gehören sollen. Der Gesetzentwurf (»Securing America's Elections Act to Ensure Integrity of 2018 Elections«) ist auf ihrer Webseite zu finden.

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