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Do, 1. Juni 2017, 15:00

FreeBSD 4.11 im Jahre 2017: Installation gestern und heute

In diesem Teil der Serie werden die Installationen von FreeBSD 4.11 und 11.0 gegenübergestellt.

In Teil eins dieser Artikelserie wurden »Legacy«-Systeme angesprochen und eine Kurzeinführung in die BSD-Welt samt Beschreibung von FreeBSD 4.11 gegeben. Im vorliegenden Teil werden die Installationen eines modernen FreeBSD (Version 11.0) und des alten FreeBSD 4.11 von 2005 gegenübergestellt. Dieses Vorgehen weicht etwas von der englischen Vorlage ab. Der Grund dafür ist, dass ich letztere für ein mit FreeBSD vertrautes Publikum verfasst habe, während ich hier für einen potentiell größeren Leserkreis schreibe. Alle Teile dieser Artikelserie können Sie über das Inhaltsverzeichnis erreichen.

Aktuelle Bootmedien gibt es immer auf der entsprechenden Seite des FreeBSD-Projekts. Da ich mein Bastelvorhaben ursprünglich spontan am Wochenende begonnen habe, blieb mir der Zugriff auf die alten Installations-CDs, die bei uns im Betrieb lagern (wo alles ab FreeBSD 2.x vertreten ist), verwehrt. Daher bin ich archive.org zum Dank verpflichtet, die ISO-Abbilder z.B. der seinerzeit populären Walnut Creek CD-ROMs archiviert haben und zum Download anbieten.

Systemstart

Schon der Bootvorgang hat sich im Vergleich zu damals deutlich verändert:

Bootloader von FreeBSD 4.11

Michael Reim

Bootloader von FreeBSD 4.11

Bootloader von FreeBSD 11.0

Michael Reim

Bootloader von FreeBSD 11.0

2005 gab es einen sehr einfachen Bootloader; man konnte mit Enter die Bootverzögerung abkürzen oder mit jeder anderen Taste einen Prompt aufrufen und dort Befehle eingeben.

Schon lange gibt es statt dessen das einfach gehaltene aber praktische »Beastie-Menü«, das verschiedene Auswahlmöglichkeiten anbietet, ohne sich die Loader-Befehle dafür merken zu müssen. So kann z.B. einfach der Single user mode ausgewählt werden, ein Backup-Kernel geladen werden, usw.

Komplett ohne moderne Parallele ist das Kernel-Konfigurationsmenü aus 4.x-Zeiten:

Michael Reim

Michael Reim

Michael Reim

Der Grund dafür ist leicht zu erraten: Speicher! Während der Kernel auf einer 32-Bit Installations-CD von FreeBSD 11.0 über 25 MB groß ist, bringt es der von 4.11 auf gerade einmal etwas über 4 MB. Auch FreeBSD 4.x unterstützte bereits nachladbare Kernelmodule (die damals aber noch in /modules liegen mussten), doch half das natürlich nichts bei Treibern von Geräten, die bereits beim Start benötigt werden. Gleichzeitig war damals eine Unmenge von Hardware noch in Gebrauch, die inzwischen als ausgestorben gelten darf, und musste entsprechend irgendwie unterstützt werden.

Weil viele ältere Rechner nur wenig RAM zur Verfügung hatten, konnte der Kernel nicht beliebig aufgebläht werden, um einfach von Haus aus so ziemlich alles zu unterstützen, was man sich vorstellen kann. Dazu kommt noch, dass manche Maschinen ein Booten von CD gar nicht erlaubten und stattdessen eine Boot-Diskette verwendet werden musste, was einen noch deutlich schlankeren Kernel erforderte! Wer sich heute an solchen Stunts versuchen möchte, der sei auf Werkzeuge wie NanoBSD hingewiesen, mit dem sich stark abgespeckte FreeBSD-Systeme z.B. für den Embedded-Bereich erzeugen lassen, einschließlich minimalistischem Kernel, der nur die unbedingt benötigten Treiber mitbringt. Was aber heute ein Spezialanwendungsfall ist, war mit früherer Hardware längst nicht so außergewöhnlich!

Die Kernelkonfiguration erfolgte über ein curses-mäßiges Text-UI. Schlicht gehalten aber einfach zu bedienen, macht es einen soliden Eindruck. Die einzelnen Kategorien sind sinnvoll unterteilt und die Aufmachung ist übersichtlich gehalten. Wer das Text-UI nicht verwenden wollte oder konnte, hatte außerdem die Möglichkeit, die Kernelkonfiguration per CLI durchzuführen.

Pro-Linux
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