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Di, 20. Dezember 2011, 15:00

EFI bzw. UEFI und Linux

Die Funktionsweise des Bootens mit EFI wird beleuchtet. Die Implementierung in verschiedenen Linux-Distributionen variiert noch beträchtlich.

Seit wenigen Tagen besitze ich einen PC mit EFI-Mainboard (ASUS P8H67-M Evo). Dieser Beitrag fasst meine bisherigen Erfahrungen mit EFI zusammen. Installiert habe ich unter anderem Ubuntu 11.10, Fedora 16, Scientific Linux 6.1 sowie der Vollständigkeit halber Windows 8 Preview.

UEFI-Grundlagen

Auf Apple-Rechnern hat das Extensible Firmware Interface (EFI) schon vor Jahren das traditionelle BIOS abgelöst. Auf »gewöhnlichen« PCs etabliert sich nun allmählich dessen Nachfolger Unified EFI (UEFI). Der Hauptvorteil von (U)EFI gegenüber dem BIOS besteht darin, dass es mühelos mit großen Festplatten (> 2 TByte) und mit GUID Partition Tables (GPTs) zurechtkommt. Gute Grundlageninformationen sind hier zu finden:

Auf das viel diskutierte UEFI Secure Boot-Verfahren gehe ich hier mangels Testmöglichkeiten nicht ein. Zudem beziehe ich mich hier explizit auf PCs, nicht auf Macs. Apple-Rechner verwenden zwar prinzipiell auch EFI, aber dort gelten diverse Sonderregeln. (Sie haben doch nicht erwartet, dass EFI irgendetwas vereinfachen würde, oder?)

Beachten Sie, dass aktuelle PC-Mainboards generell UEFI unterstützen, auch wenn in der Produktbezeichnung und im Handbuch zumeist einfach von EFI die Rede ist. Diese Begriffe werden vielfach synonym verwendet - so auch im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Wozu EFI?

Teil des EFI-Standards ist die Unterstützung von GUID Partition Tables, die wiederum zur vollständigen Nutzung von Festplatten mit mehr als 2 TByte Speicherplatz erforderlich sind. Wenn Sie mit Windows arbeiten und GPT nutzen, ist EFI zwingend erforderlich.

Für Linux gilt dies aber nicht! Selbst mit relativ alten BIOS-Mainboards ist es problemlos möglich, auf einer großen Festplatte eine GPT einzurichten und Linux zu installieren. (Wenn als Bootloader GRUB 2 zum Einsatz kommt, sollten Sie aber für die GRUB-Installation eine eigene EFI-BIOS-Partition vorsehen.)

Kurzum: Aus Linux-Sicht ist EFI momentan selten erforderlich. Die meisten EFI-Mainboards sind in der einen oder anderen Weise BIOS-kompatibel. Die Verwendung des BIOS-Modus ist mit keinen Nachteilen verbunden und erspart häufig eine Menge Installationsärger. (Die EFI-Kompatibilität vieler Linux-Distributionen lässt noch sehr zu wünschen übrig ...)

Allerdings gibt es schon jetzt vereinzelt (Notebook-)Mainboards, die ausschließlich EFI unterstützen. Auf solchen Systemen ist ein BIOS-Bootprozess nicht mehr möglich, eine EFI-Installation also zwingend. Vermutlich werden solche Systeme in Zukunft häufiger - und spätestens dann müssen Sie eine EFI-kompatible Linux-Distribution installieren.

ASUS EFI BIOS

Die BIOS-Implementierungen aller Mainboards sind recht ähnlich zueinander. Für EFI gilt dies aber noch nicht! Über den eigentliche EFI-Standard implementieren viele Mainboard-Hersteller diverse Zusatzfunktionen, die dem Anwender das Leben erleichtern sollen. Das Ergebnis: EFI-Mainboards verhalten sich vollkommen unterschiedlich, die Konfigurationsmöglichkeiten sehen ganz anders aus, und eine einheitliche Beschreibung von UEFI-Mainboards ist schlicht unmöglich.

Deswegen weise ich darauf hin, dass sich meine praktischen EFI-Erfahrungen momentan auf ein einziges Mainboard beschränken, das ASUS P8H67-M Evo. Dessen EFI-Implementierung trägt nicht ganz zu unrecht die Bezeichnung »EFI BIOS«: Es unterstützt nämlich sowohl den traditionellen BIOS-Bootprozess als auch die neueren EFI-Verfahren.

Erstaunlicherweise gibt es keine Möglichkeit, zwischen BIOS und EFI umzuschalten. Wenn Sie beim Rechnerstart F8 drücken, erscheinen im Bootmenü alle Datenträger (Festplatten, DVDs, USB-Sticks etc. für den BIOS-Start), als auch alle auf diesen Datenträgern installierten EFI-Systeme. In den Konfigurationsdialogen des EFI BIOS können Sie einstellen, welches System standardmäßig gestartet werden soll. Anfänglich ist diese Vorgehensweise ein wenig verwirrend. Der Vorteil besteht darin, dass die parallele Installation und Verwendung von Betriebssystemen via BIOS und EFI problemlos möglich ist.

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