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Sa, 3. März 2001, 00:00

Das GUUG-Frühjahrsfachgespräch 2001 in Köln

Vorwort

Nachdem das GUUG-Frühjahrsfachgespräch (FFG) im letzten Jahr wegen zu geringer Anmeldungszahl abgesagt worden war, sollte die Veranstaltung in diesem Jahr unbedingt wieder stattfinden. Diesmal kamen glücklicherweise genug Anmeldungen zusammen, so daß die GUUG-Homepage fröhlich vermelden konnte: "Es findet statt!"

Das Vortragsprogramm stand dieses Jahr unter dem Motto "OSIE - Offene Systeme im Einsatz". Dabei stand Linux eindeutig im Mittelpunkt, obwohl auch die kommerziellen UNIX-Systeme offene Systeme sind. Doch von diesen war herzlich wenig zu sehen.

Der folgende Bericht ist in Tagebuchform gehalten, so wie ich das auch schon anläßlich der Linux-Kongresse 1999 und 2000 praktiziert habe.

Mittwoch, 28.2.2001

Da mich keines der vier angebotenen Tutorien interessiert hat, geht es für mich erst um 18 Uhr los mit dem Zug nach Köln, der sogar pünktlich ist. Dummerweise habe ich mir gestern eine Erkältung eingefangen. Somit muß ich meine selbst erstellte Checkliste der Dinge, die ich mitnehmen will, um einen Punkt erweitern: Medikamente. Einmal erwischt es jeden...

Die Hinfahrt verläuft fast ereignislos. Außer daß bei Bonn plötzlich mein Kreislauf absackt. Doch nachdem mir ein Sitznachbar einen Becher Wasser gebracht hat, wird es wieder besser.

Der Kölner Dom

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Der Kölner Dom

Die imposante Hohenzollernbrücke

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Die imposante Hohenzollernbrücke

Als ich in Köln die Digitalkamera in die Hand nehme, fällt mir auf, daß ich nur einen Satz von Akkus dabei habe. Der zweite lungert irgendwo zuhause herum. Naja, wenigstens das Ladegerät habe ich dabei. Wie man sieht, sind auch Nachtaufnahmen durchaus machbar. Wegen der langen Belichtungszeit sollte man aber ein Stativ oder eine stabile Standfläche für die Kamera verwenden, sonst werden die Bilder unbrauchbar.

Das Hotel ist zehn Fußminuten vom Bahnhof entfernt - wenn man den Weg kennt. Wenn man aber wie ich die Hohenzollernbrücke, das ist die gigantische Stahlbrücke, auf der die Züge zum Hauptbahnhof rollen, auf der falschen Seite überquert, dann werden daraus leicht zwanzig Minuten. Das Zimmer ist vom Feinsten: sehr groß, mit Dusche und Badewanne. Internet ist zum einen über den Fernseher verfügbar, doch der Preis ist mit 5 DM für 20 Minuten etwas übertrieben in einer Zeit, in der man nicht mehr als 1,9 Pf pro Minute ausgeben muß.

Auch ein direkter Internet-Zugang mit 10 Mbit/s ist verfügbar. Als ich meinen Laptop starte und dieser per DHCP seine Adresse bekommt, staune ich etwas. Denn es ist exakt dieselbe IP-Adresse und exakt dieselbe Router-Adresse wie bei mir zuhause, und die ist alles andere als gewöhnlich. Doch immerhin, es funktioniert. Allerdings ist mir auch dieses Angebot zu teuer. 24 Stunden Online hätten 35 DM gekostet. Man hätte natürlich in dieser Zeit einiges aus dem Netz saugen können, doch ich hatte keinen Bedarf.

Donnerstag, 1.3.2001

Als ich ungestört von irgendwelchen Weckern erwache, wird die Zeit schon etwas knapp. Das Frühstück lasse ich mir dadurch aber nicht vermiesen. Danach gehe ich zur Straßenbahnhaltestelle. Die Fahrkarten sind mit 3,60 DM für die Zone 2 nicht gerade billig.

Da das FFG kurzfristig in den Uni-Hörsaal-Bau verlegt wurde, kenne ich den Weg bereits bestens. Der Linux-Kongress 1998 fand schließlich an gleicher Stelle statt. Allerdings ist die Fahrzeit doch etwas länger, als ich geschätzt hatte, so daß ich etwas zu spät ankomme. Die Registrierung ist schnell erledigt, danach kann ich mir den Rest von Dirk Hohndels Vortrag "Open Source - was bringt's" anhören. Hohndel brachte einige interessante Fakten. Beispielsweise wird Linux in Europa viel konsequenter eingesetzt (zumindest im Business-Bereich) als in den USA, obwohl von dort die größeren Ankündigungen kommen.

Nun folgt eine halbstündige Pause. Hier muß ich gleich mal positiv anmerken, daß es in den Pausen immer ausreichend Getränke gab, am Nachmittag sogar ein Kaffestückchen für jeden. Erfreulich ist auch, daß die Pausen mit 30 Minuten lang genug waren für den Konsum derselben und für den einen oder anderen Meinungsaustausch. Bei den Vorträgen finde ich dagegen, daß die angesetzten 45 Minuten einschließlich Diskussion etwas zu knapp waren. Die meisten Referenten hätten problemlos auch 60 Minuten füllen können.

Nach der Pause berichtet Oluf Jorgensen von IBM Dänemark über die Großrechner von IBM und wie Linux darauf läuft. Er berichtete auch, wie das Geschäft mit Telia zustande kam, das ja bekanntlich seine Sun-Rechner durch einen IBM-Großrechner mit Linux ersetzte. Sun war begreiflicherweise nicht begeistert von dem Geschäft und soll sogar kurz vor dem Abschluß des Geschäfts angeboten haben, Telia weitere Rechner kostenlos zur Verfügung zu stellen, um es zu verhindern.

Danach geht es gleich weiter. Ulrich Weigand stellt das plex86-Projekt vor. Das Problem des plex86-Projekts ist, daß es versucht, eine virtuelle Maschine auf einer CPU laufen zu lassen, die dafür nicht gut geeignet ist. plex86 will, um hohe Performance zu erreichen, den Programmcode in der virtuellen Maschine direkt von Prozessor ausführen lassen. Leider gibt es einige Instruktionen, die nicht mit der eigentlich notwendigen Privilegierungsstufe versehen sind. Um zu verhindern, daß solche Instruktionen ausgeführt werden und aus Sicht des Gastsystems falsche Resultate liefern, muß der gesamte Programmcode während der Laufzeit nach solchen Instruktionen durchsucht werden. Das kostet Performance. Momentan versucht man diesen Ansatz zu verbessern, um die Performance zu steigern. Das Vorbild von plex86, VMware, leidet sicherlich unter dem gleichen Problem.

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