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Do, 30. März 2017, 15:00

Installation von LineageOS auf Moto G4 Plus

Nach acht Jahren N900 zu einem Handy (fast) ohne Android

Die Suche nach einer Ablösung für ein Nokia N900 führte zum Moto G4 Plus. Hier wird beschrieben, wie man das mitgelieferte Android durch LineageOS ersetzt.

Einleitung

Bevor das Aufspielen von LineageOS mit dem Moto G4 Plus beschrieben werden soll, sei hier kurz dargelegt, warum es soweit kam bzw. warum letztlich das Moto G4 Plus sowie LineageOS das Rennen machten. An dieser Stelle zu erwähnen ist, dass der Autor täglich mit der Linux-Konsole arbeitet, dass andere Familienmitglieder aber keinesfalls mit der Konsole arbeiten können bzw. wollen. Ein Handy für den beruflichen wie privaten Alltag hat somit vielen Ansprüchen zu genügen.

Nokia N900

Urs Pfister

Nokia N900

Das bisherige Handy Nokia N900 verrichtete seit 2009 extrem treue Dienste. Für damalige Verhältnisse war es ein echtes Edel-Handy mit einer tollen Ausstattung. Die Bedienung war sehr einfach, und das nicht beschnittene Linux-OS im Unterbau liessen praktisch keine Wünsche offen (root-Rechte, eigene Kernel etc).

Nun entwickelt sich die Welt nicht immer dorthin, wie es einem lieb wäre. Bereits 2011 stellte Nokia die Produktion des N900 ein und 2013/2014 wurde die Mobilfunksparte von Nokia von Microsoft geschluckt. Die Versuche anderer Hersteller, native Linux-Handys zu entwickeln, verliefen alle irgendwo im Sand.

Zwar kündigte Ubuntu immer mal wieder Handys an, und auch Mozilla bemühte sich eine gewisse Zeit mit FirefoxOS, doch endeten all diese Versuche irgendwo im Nirvana. Namen wie Sailfish oder Jolla machten die Runde, nur wirklich erhältlich waren all diese Geräte nicht.

Selbst der Versuch, mit dem Neo900 einen baugleichen Nachfolger des N900 auf de Markt zu bringen, scheint im Prototypen-Stadium stecken zu bleiben. Die Homepage neo900.org spricht Bände. Einmal davon abgesehen, dass ein avisierter Endpreis von 990 Euro auch für engagierte Linux-Anwender nicht wirklich attraktiv sein dürfte.

Ganz allgemein ist es heute sehr schwierig, ein Handy neben iPhone und vor allem Android zu platzieren, nicht einmal Microsoft hat eine Chance neben den Platzhirschen. Die Preise bei Apple gehoben, bei Android saugt Google mächtig Daten, die Wahl ganz allgemein nicht wirklich lukrativ. Im Wissen, dass das Nokia N900 irgendwann seinen Geist aufgeben wird, erfolgte anfangs 2017 eine Bestandsaufnahme.

Festgestellt werden konnte, beide Betriebssysteme lassen sich irgendwie »rooten« (bei iOS ist von Jailbreak die Rede). D.h. mit etwas Aufwand lassen sich alternative Unterbauten aufspielen. Beim iPhone ist dazu allerdings notwendig, dass Lücken im System bestehen, während bei Android gewisse Hersteller es erlauben, dass die Geräte »entsperrt« («unlocked«) werden können.

Bei Android fand CyanogenMod eine gewisse Verbreitung, doch wurde die Weiterentwicklung just im Dezember 2016 eingestellt. Mit dem Nachfolger LineageOS steht seit Anfang 2017 ein Nachfolger zu CyanogenMod zur Verfügung. Ein erster Blick in die Liste der unterstützten Geräte im Januar lockte nicht gerade mit Üppigkeit, die Liste enthielt eher ältere denn neuere Modelle.

Ende Februar konnten auf der Liste immerhin neuere Modelle gefunden werden, die Suche nach einem Wunsch-Handy konnte starten. Die Wahl fiel schliesslich auf das Moto G4 Plus von Motorola, wobei dieses letztlich von Lenovo stammt. Ausschlaggebend waren:

  • Grosses Display (5,5 Zoll)
  • Dual-Sim-Karten für zwei Nummern
  • Solide Handy-Kamera
  • Guter Akku (3000 mAh)
  • Preis von ca. 250 Euro
  • Aufladung in ca. 1.5 Stunden

Weniger Begeisterung herrscht darüber, dass das Handy explizit nicht »wasserdicht« gilt. Zum Akku kann vermerkt werden, dass er zwar nicht fest verlötet ist, es jedoch zum Austausch eines Schraubenziehers bedarf. Mal schnell eine Zweit-Ladung reinlegen ist leider nicht möglich.

Soviel zur Einleitung. Nachfolgend wird aufgezeigt, wie LineageOS auf dem Moto G4 Plus installiert wird. Der grösste Teil der Anleitung dürfte aber auch mit anderen Android-Geräten funktionieren.

Pro-Linux
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