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Mo, 22. November 1999, 00:00

Systems 1999

Von Gideon

Vorwort

Es war das erste Mal, dass ich auf der Systems war, also kann ich keine Vergleiche mit den Messen davor machen. Auch bin ich eigentlich kein Messegänger und kann diese Systems auch nicht mit anderen Messen vergleichen. Nachdem ich mich aber nun selbständig gemacht habe und wir mit der Firma zukünftig auf Linux setzen wollen und Information rund um Linux gesucht haben, kam uns der Linux-Park auf der Systems sehr gelegen. Was ich hier schreibe, spiegelt nur meine persönlichen Eindrücke wieder. Auch die Auswahl der Stände oder der Vorträge soll keine Wertung darstellen, sondern lediglich persönliches Interesse. Ich war am Donnerstag und am Freitagvormittag auf der Systems.

Der Linux-Park

Irgendwie haben sich wohl viele den Linux-Park etwas anders dimensioniert vorgestellt. Eine halbe Halle hatten wohl viele erwartet. Es war dann aber doch nur eine kleine Ecke in Halle A3. Dennoch, finde ich, war es sehr informativ und vielseitig, was diese Ecke zu bieten hatte. Ich habe von der gesamten Systems eigentlich nur den Weg vom Eingang-West bis zum Linux-Park gesehen - in der Linux-Ecke war meiner Meinung nach aber das meiste Gewusel. Wenn man bedenkt, dass es der erste Linux-Park war, der hier vom Linux-Magazin organisiert wurde, so kann man den Organisatoren eigentlich nur gratulieren. Es war ein gelungener Auftakt. Manche Stände machten zwar einen etwas sehr provisorischen Eindruck - aber die Informationen kamen weitestgehend rüber. Als Linux-Freak braucht man ja auch nicht unbedingt das ganze Marketing-Getöse, quietsch und bunt. Die Aussteller waren an der Präsentation ihrer Produkte sehr interessiert und konnten durchaus auch mit Wissen und Infos glänzen. Konnte man allerdings keine Visitenkarte vorweisen, so waren manche Gespräche doch recht schnell mit der Überreichung von Prospekten beendet. Ein solches Verhalten kann ich aber auch verstehen. Nächstes Jahr habe ich bestimmt auch Visitenkarten. Wirkliche Neuigkeiten gab es meiner Meinung nach nicht. Interessant war für mich jedoch, womit manche Firmen versuchen Geld zu verdienen und das allem Anschein wohl auch ganz gut schaffen. Dazu möchte ich mich hier aber nicht weiter auslassen.

Die Vorträge

Ich hatte mir im Voraus ein paar Vorträge zusammengestellt, die ich mir gerne anschauen wollte. Darunter war der Vortrag zu KDE 2.0. Dieser Vortrag war leider eine große Enttäuschung. Nach technischen Problemen ging er verspätet los und konnte dann leider auch nur noch verkürzt durchgeführt werden. Langweilige Folien und gestammelte Sätze. Das Interesse an diesem Vortrag war sehr groß die Enttäuschung leider auch. Allgemeines Blabla, das man auch auf eine A4-Seite gebracht hätte. Wenn Entwickler ihre eigenen Produkte präsentieren sollen, ist das wohl immer ein Problem. Die eigentlich gute Stimmung im Linux-Park konnte mit dem Vortrag nicht auf die Massen gespiegelt werden, sondern wurde viel mehr in den Keller gerissen. Die Ankündigung von neuen runden, bunten Knöpfen wurde gleichwertig mit dem Verzicht auf CORBA präsentiert und ging im allgemeinen Gähnen fast unter, zumal der Vortragende in einigen Ecken sehr schwer zu verstehen war.

Als nächstes interessierte mich die Podiumsdiskussion zum Thema "Linux im kommerziellen Einsatz". Leider bin ich etwas zu spät gekommen und konnte nicht ganz mitbekommen, wer jetzt eigentlich die Teilnehmer auf dem Podium waren. SUN, Compaq und Red Hat sind sicher, für die drei anderen möchte ich keine Wetten abgeben. Macht auch nichts... Nachdem man am Anfang Linux in allen Bereichen gelobt und gehätschelt hatte, kam man dann doch zu Punkten, wo man sagen mußte - es gibt auch Probleme. Hierzu zählte wohl vor allem das Problem fehlender Software. Viele Projekte können im Moment wohl noch nicht mit Linux komplett durchgeführt werden, weil einfach die spezielle Software fehlt. Linux im Server-Bereich ist OK - dann wird es aber schon kritisch. Linux im High-End-Server-Bereich - NEIN - so die Meinung von SUN und Compaq. Eine andere Aussage von diesen Firmen hätte mich aber auch gewundert. ;-) Es war eigentlich eine interessante Diskussion - aber leider zu kurz, um mal wirklich ins Detail gehen zu können und wirkliche Probleme zu wälzen. Eine abschließende Frage aus dem Publikum, ob z.B. Linus Torvalds etwas am Börsengang von Red Hat verdienen konnte und ob die Firmen, die jetzt mit Linux Geld verdienen, auch wieder etwas der Linux-Gemeinde zurück geben, war manchen Podiumsmitgliedern wohl fast unangenehm. Zumindest SUN wollte auch nach Aufforderung nichts zu diesem Thema sagen. Einige Vertreter konnten aber auch bezahlte Programmierer oder gesponserte Projekte, die der Linux-Gemeinde zugute kommen, vorweisen.

Da ich eigentlich am Donnerstag bis ca. 18 Uhr auf der Systems war, konnte ich am Rande dann auch noch ein paar andere Vorträge mitbekommen. Fast immer dasselbe... kein Elan, viel scheinbar orientierungsloses Gefasel. Langeweile. Auch eine mit KOffice oder StarOffice erstellte Präsentation ist nicht besser als eine mit Word, wenn man dann beim Vortrag nicht richtig weiß, was man eigentlich sagen soll.

Am Freitag hat mich eigentlich noch der Vortrag von "Magic for Linux" interessiert. Präsentation auf Windows, viel JavaScript und dann ist mir von dem ständigen Hin- und Hergeklicke ganz schlecht geworden und ich bin gegangen...

Die Vorträge sollte nächstes Jahr (in dem es hoffentlich wieder einen Linux-Park geben wird) besser gestaltet und gehalten werden. Es muß keine Marketing-Veranstaltung werden, wo Micky-Mouse auf der Bühne tanzt, aber bei diesen Vorträgen blieben auch die Infos und wichtigen Aspekte einfach auf der Strecke.

Interessant

Ich hatte mir aus dem Programm ganz gezielt ein paar Dinge anschauen wollen, die für uns in Zukunft interessant sein könnten. Dazu zählten vor allem Lösungen rund ums Office, Kommunikations- und Fax-Server, Firewalls und Sonstiges.

Eine Kuriosität war sicher der fax2send Server von Beacon. Ca. 3000 DM für etwas, was man unter Linux umsonst bekommt. Quelle: http://www.fax2send.com/.

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