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Fr, 15. September 2006, 13:03

Gesellschaft::Politik/Recht

Copyright-Streit um Jin und IChessU

Der Entwickler der Schach-Software Jin wirft dem Unternehmen International Chess University einen Bruch der Bestimmungen der GNU General Public License vor.

Laut Aussagen von Alexander Maryanovsky, Autor von Jin, erreichte ihn bereits vor über einem halben Jahr eine Anfrage des israelischen Start-Up-Unternehmens International Chess University (ICU), wonach die Firma gerne den Schach-Klienten »Jin« für ihre Entwicklung nutzen würde. ICU entwickelt unter dem Namen IChessU einen eigenen Klienten, um interaktiv über das Netz Schach-Tutorien zu ermöglichen. Dazu hat das Unternehmen laut Aussagen von Maryanovsky den Klienten um zusätzliche Funktionen erweitert.

Zuvor hat es, wie Maryanovsky bekundet, zwischen beiden Parteien rege Diskussionen über die Art der Anbindung von Jin in IChessU gegeben. Der Autor der Applikation bot dem Unternehmen an, gegen eine Gebühr von 4000 US-Dollar eine kommerzielle Lizenz zu erteilen, was ICU allerdings abgelehnt haben soll. ICU wollte statt dessen gemäß den Bestimmungen der GPL die Applikation nutzen.

Wie nun Maryanovsky bemängelt hat, verstößt ICU absichtlich gegen die Bestimmungen der Lizenz. Wider besseren Wissens hat das Unternehmen weder die Änderungen an Jin noch die daraus abgeleiteten Arbeiten unter die gleiche Lizenz gestellt. Auch die Neuentwicklungen, die ICU für Jin erstellt hat, dürften recht problematisch für das Unternehmen werden. Das Audio-Modul, das eine direkte Kommunikation zwischen den Spielern erlaubt, lässt sich ohne Jin nicht betreiben und es ist deshalb fraglich, ob es eine unabhängige Arbeit ist. Ferner untersteht IChessU einer restriktiven EULA, die nicht nur die Redistribution, sondern auch die Nutzung des Klienten massiv einschränkt.

Da ICU laut Aussagen von Maryanovsky nicht gewillt ist, die Verletzung der Lizenz zu unterbinden, entschloss er sich, eine Klage gegen das Unternehmen und im Speziellen gegen den Geschäftsführer Alexander Rabinovitch einzureichen. Dieser ist allerdings laut eigenen Angaben aus Israel ausgezogen und soll sich aus »beruflichen und privaten« Gründen in Nordamerika befinden. Der genaue Aufenthaltsort ist nicht bekannt. Ohne einen Aufenthalt in Israel kann Rabinovitch allerdings nicht zur Rechenschaft gezogen werden. So hofft der Anwalt von Maryanovsky, dass Rabinovitch doch noch einmal nach Israel zurückkehrt.

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