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Do, 12. Oktober 2006, 12:47

Software::Systemverwaltung

Ext4 im Kernel 2.6.19

Nach der Aufnahme von ext4 in Andrew Mortons mm-Quellcode kündigte Linus Torvalds an, das neue Dateisystem auch in den stabilen Zweig zu übernehmen.

Einen neuen und unkonventionellen Weg beschreitet Linus Torvalds mit der Freigabe des neuen Kernels 2.6.19. Nachdem er Anfang des Monats den ersten Release-Kandidaten veröffentlichte, sollte der Kern für Neuerungen gesperrt werden. Wie der Entwickler nun verkündete, wird die kommende Version doch noch eine neue Funktion enthalten. Laut Torvalds plant das Kernel-Team, den experimentellen Code von ext4 in den stabilen Zweig zu übernehmen.

Die Ankündigung erscheint umso verwunderlicher, da Torvalds fast komplett die Testphase des Dateisystems überspringt. Erst vor einer Woche kündigte Andrew Morton an, ext4 in den Testzweig seines mm-Kernels aufzunehmen. Wie den Patches entnommen werden konnte, bezog sich die Implementierung des neuen Dateisystems größtenteils auf eine Kopie der Vorgängerversionen ext3 in ein neues Verzeichnis sowie die Umbenennung aller Symbole. Einige kleinere Änderungen beheben aber auch bereits Fehler und stellen die Interna von ext4 auf die Verwendung von jbd2 um.

Anlass des Vorstoßes ist die geplante Kapazitätserweiterung des ext3-Dateisystems, die aufgrund der momentanen Beschränkungen des Dateisystems geboten scheint. Die maximale Kapazität von ext3 ist, abhängig von der Blockgröße, höchstens 8 Terabyte, was mit heutigen Festplatten in LVM- oder RAID-Konfigurationen bereits eine Einschränkung darstellen kann. Torvalds sieht deshalb vor, dass ext4 parallel zu ext3 direkt im Kernel entwickelt wird. Während das alte System nur noch Sicherheitsänderungen erfährt, werden alle Neuerungen nur noch in ext4 einfließen. Ferner soll ext4 problemlos ext3-Dateisysteme mounten können.

Für Unmut dürfte Torvalds' Entscheidung im Lager von ReiserFS sorgen. Während Reiser4 bereits seit geraumer Zeit auf die Übernahme in den stabilen Zweig wartet, wird die Konkurrenzlösung bereits in der kommenden Version eingebunden sein. Doch auch ReiserFS darf sich Hoffnungen auf eine Aufnahme machen. Wie Andrew Morton kürzlich schrieb, sei das System »beinahe bereit«, in den stabilen Zweig aufgenommen zu werden. Eine Integration sei für die Version 2.6.20 eingeplant.

Währenddessen meldeten sich auch die ReiserFS-Entwickler bezüglich der Verhaftung des Entwicklers und Namenspatrons des Dateisystems zu Wort. Wie Alexander Lyamin in einer Email an die Liste schreibt, sei das Team schockiert und angespannt. Die Entwicklung des Dateisystems sieht für die kommende Monate vor, Patches und Änderungen an ReiserFS wie gewohnt zu implementieren. Sollte Reiser für schuldig befunden werden, will das Team einen Stellvertreter für die hinter den Reiser-Dateisystemen stehende Firma Namesys suchen.

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