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Sa, 18. November 2006, 00:40

Unternehmen::Personalien

Steve Ballmer: Linux verletzt Microsoft-Patente

Nur wenige Tage nachdem Microsoft und Novell ihr Abkommen zur Zusammenarbeit geschlossen haben, hat Microsoft-Chef Steve Ballmer heute einen großen Teil der Linux-Welt gegen sich aufgebracht.

In einer Frage-Antwort-Runde am Rande einer Konferenz der »Professional Association for SQL Server« in Seattle behauptete Ballmer, dass Linux von Microsoft patentiertes Eigentum nutze. Dabei bezieht er sich direkt auch auf den Linux-Kernel. Seiner Meinung nach habe jeder Linux-Nutzer ungeahnte Verbindlichkeiten. Einzig Novell-Kunden seien durch das am zweiten November geschlossene Abkommen geschützt. Es sei garantiert, dass alle kommerziellen und nicht kommerziellen Entwickler als auch Anwender von SUSE Linux vor Schadensersatzansprüchen geschützt seien. »Novell bezahlt uns dafür, ihren Kunden sagen können, dass jeder der SUSE Linux nutzt, umfassend geschützt ist«, so Ballmer.

Der vorherzusehende Zorn und Ärger der Linux-Welt ließ erwartungsgemäß nicht lange auf sich warten. So quellen Foren mit Einträgen gegen Microsoft und mit Boykottaufrufen gegen Novell und Microsoft über. Die Betreiberin des Blogs Groklaw.net bezeichnete die Äußerungen Ballmers als Streuen von Furcht, Unsicherheit und Zweifeln, sogenanntem FUD. Sie sagt: »Lass ihn klagen, wenn er denkt, dass er einen gültigen Anspruch hat, und wir werden sehen, wie seine Kunden darauf reagieren.« Scharfe Töne kommen auch von Red Hat. Dort sieht man derzeit keinen Grund, einen ähnlichen Handel wie Novell mit Microsoft abzuschließen. Mark Webbink von Red Hat erklärte: »Wir denken nicht, dass es einen Grund oder eine Basis für diese Art der Partnerschaft wie bei Microsoft/Novell gibt«. Gleichzeitig erklärte er, dass Red Hat seine Nutzer vor Patentklagen von Seiten Microsofts schützen werde und könne. Er nennt die vorgebrachte Drohung eine »Innovationssteuer«.

Steve Ballmer ließ seine Behauptung unbewiesen im Raum stehen. Er sei sich aber sicher, dass Linux-Nutzer, abgesehen von SUSE-Kunden, Nutzen aus den Entwicklungen und Errungenschaften Microsofts ziehen würden und, dass irgendjemand - Anbieter oder Nutzer von Linux - dafür eventuell zahlen müsse.

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