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Mo, 29. Oktober 2007, 12:14

Gesellschaft::Politik/Recht

Linuxverband: »Microsofts Patent-Lizenz problematisch«

Der Linuxverband übt scharfe Kritik an der Einigung zwischen Microsoft und der EU Kommission im Kartellverfahren gegen Microsoft.

Nachdem der Europäische Gerichtshof im September den Einspruch von Microsoft gegen die Verurteilung im Kartellverfahren größtenteils zurückgewiesen hat, erklang vor allem im Lager der freien Software harsche Kritik. Im Rahmen der Einigung hatte sich Microsoft bereit erklärt, die Schnittstellen bestimmter Technologien gegen Gebühren offenzulegen. Benjamin Henrion, Vertreter der FFII in Brüssel, kritisierte die Einigung als ein Sieg für Microsoft. Laut Henrion schade die Europäische Kommission, die laut FFII nur an einem Sieg »auf dem Papier« interessiert war, der europäischen Wirtschaft und vor allem freier Software.

Gewohnt spitzzüngig zeigt sich auch der Linuxverband. Die Einigung sei schon aus wettbewerbsrechtlichen Aspekten ein unverständlicher Kniefall vor dem Softwaregiganten. Die Kommission legitimiere Microsoft zur Erhebung eines Strafzolls auf Interoperabilität. »Die Rechnung zahlen letztendlich die Anwender. Durch die Entscheidung der Kommission wird die wettbewerbsbeherrschende Stellung von Microsoft weiter gefördert, nicht begrenzt, wie es im Sinne von Marktwirtschaft und Wettbewerb sinnvoll wäre«. Jeder sei deshalb gut beraten, so schnell wie möglich auf Microsoft-Technologien zu verzichten. »Die Entscheidung der Kommission zeigt, dass es nötig ist, sich von der Abhängigkeit gegenüber dem Software-Monopolisten zu befreien,« so Elmar Geese, 1. Vorsitzender des Linuxverbandes.

Wie Geese weiter feststellt, spiele die Europäische Kommission mit ihrer Entscheidung der Strategie von Microsoft in die Hände und eröffne dem Unternehmen neue Möglichkeiten, wie sie auch für weitere Technologien angewendet werde. So auch beim von Microsoft mit viel Nachdruck durch die Standardisierungsgremien getriebenen Office Dateiformat OOXML. »Jetzt schon zeigt sich, dass die Anwendbarkeit des Microsoft-Vergleichs in der Praxis problematisch ist«, so Geese mit Hinweis auf die aktuelle Diskussion hierzu. »Wir werden es in nächster Zeit dennoch verstärkt mit Patentierung und der Durchsetzung letztlich proprietärer 'Standards' zu tun bekommen«.

Während sich der Softwarekonzern im Zuge des Verfahrens ungewöhnlich zahm und kooperationswillig zeigte, feuert vor allem die Konzernzentrale in Redmond immer neue Salven Richtung freier Software. Erst Anfang Oktober drohte Steve Ballmer, CEO von Microsoft, Red Hat Anwendern mit Klagen wegen der Verletzung des geistigen Eigentums des Unternehmens.

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Kommentare (Insgesamt: 4 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Mikroesoft (Gerd, Di, 30. Oktober 2007)
Re[2]: MS Qualle (Oki, Mo, 29. Oktober 2007)
Re: MS Qualle (Frankes, Mo, 29. Oktober 2007)
MS Qualle (Alf, Mo, 29. Oktober 2007)
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