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Mi, 7. November 2007, 19:07

Software::Distributionen::Fedora

Fedora-Projekt klärt rechtliche Unsicherheiten

Die Rechtsabteilung von Red Hat hat dem Fedora-Projekt grünes Licht für die Aufnahme einer iPod-Bibliothek und für Verweise auf externe Repositorien gegeben.

Bisweilen kommen in freien Projekten Fragen auf, ob Code gegen rechtliche Vorschriften verstoßen könnte oder ob Softwarepatente bestehen könnten, die ihn betreffen. So stellte sich auch das Fedora-Projekt die Frage, ob eine Bibliothek, die mit dem Apple iPod kommunizieren kann, wegen der Umgehung eines Zugriffsschutzes gegen den DMCA in den USA verstoße. Die Antwort der Rechtsabteilung von Red Hat wurde von Tom Callaway auf einer Mailingliste von Fedora mitgeteilt. Demnach ist der Code unbedenklich und die Bibliotheken libgpod und gtkpod können von Fedora in einer Form angeboten werden, die Unterstützung auch für neuere iPods enthält.

Eine weitere wichtige Frage wurde ebenfalls geklärt. Das Archiv von Fedora enthält keine Software, die von Patenten bedroht ist, auch wenn Softwarepatente nur in den USA und einigen wenigen anderen Ländern Gültigkeit besitzen. Externe Archive wie Livna füllen diese Lücke, indem sie solche Pakete, darunter MP3-Kodierer und andere Codecs, zur Verfügung stellen. Die Frage war nun, ob Fedora ohne Sorge von seinen eigenen Webseiten auf solche Archive verweisen könne. Hier antwortet die Rechtsabteilung von Red Hat differenzierter. Ein Link sei problemlos, solange niemand einen Patentanspruch auf Pakete in den externen Archiven erhoben hat. Andernfalls müsste der Link entfernt werden, da sonst die Gefahr bestünde, dass das Projekt der Beihilfe zu einer Patentverletzung beschuldigt werden könnte.

Um das Risiko zu minimeren, soll Fedora bei den Links auf Livna und andere keinesfalls erwähnen, aus welchen Gründen die dort vorhandenen Pakete nicht in Fedora aufgenommen werden können. Es darf lediglich angegeben werden, dass die Pakete »aus verschiedenen Gründen« nicht Teil des Fedora-Archivs sein dürfen. Das Livna-Archiv darf auch nicht in die Konfigurationsdateien der Paketverwaltung yum aufgenommen werden. Die Benutzer müssen diesen Eintrag selbst erledigen oder sich gleich die Konfiguration von Livna holen.

Das Fedora-Projekt wird von einem Vorstand geleitet, der aus Red-Hat-Mitarbeitern und verdienten Mitarbeitern aus dem Fedora-Umfeld zusammengesetzt ist. Formal ist Fedora unabhängig von Red Hat und nicht verpflichtet, Weisungen zu befolgen. Es ist jedoch anzunehmen, dass das Projekt sich an die Ratschläge der Anwälte von Red Hat halten wird.

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