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Do, 13. März 2008, 08:01

Software::Desktop::Gnome

GNOME 2.22 freigegeben

Ein halbes Jahr nach GNOME 2.20 haben die Entwickler eine neue stabile Version der Desktop-Umgebung freigegeben.

Evolution zeigt einen Google-Kalender

GNOME

Evolution zeigt einen Google-Kalender

Der neue GNOME-Desktop wurde Raphael Higino gewidmet, einem Mitglied des GNOME-Übersetzer-Teams und von GNOME Brasilien, der 2007 nach einem Motorradunfall verstarb.

GNOME 2.22 enthält nach Angaben der Entwickler zahlreiche Verbesserungen, Korrekturen, neue und erweiterte Übersetzungen und mehr Dokumentation. Die Übersetzungen liegen für 46 Sprachen zu mindestens 80% vor, viele weitere wurden schon zu über 50% vervollständigt. Eine wichtige Neuerung ist das Fenster-Compositing, welches aber nicht standardmäßig eingeschaltet ist, da es nicht auf jeder Hardware zuverlässig funktioniert. Die Funktion soll derzeit nur dezente Änderungen an der Optik bringen.

Die zweite wichtige Neuerung ist GVFS, eine netzwerktransparente virtuelle Dateisystemebene für GTK+. Es hat das GnomeVFS-System, das unter einigen Einschränkungen litt, bereits in allen Basisanwendungen abgelöst. Sichtbare Änderungen sind infolge dieser Umstellung die Desktop-Trash-Can-Spezifikation von Freedesktop.org, um gelöschte Dateien zu verwalten, die neuen Protokolle cdda:// und gphoto:// und ein intelligenterer Umgang mit Wechselmedien.

Der Video-Player Totem bietet nun eine verbesserte Unterstützung der DVD-Wiedergabe und digitales Fernsehen (DVB). Neue Erweiterungen bringen die Unterstützung für MythTV, Youtube und Tracker-basierte Suche. Mit dem freien Flash-Dekoder swfdec kann man Flash-Inhalte und -Filme ansehen. Die GNOME-Uhr kann nun internationale Zeiten und das Wetter darstellen. Evolution wurde bei der Spamfilterung verbessert und kann Google-Kalender anzeigen. Die Tastaturbelegung und die Barrierefreiheitseinstellungen der Tastatur wurden in einen Dialog zusammengefasst.

Zu den neu aufgenommenen Komponenten gehört das Programm Cheese, mit dem man Fotos und Videos mittels Webcam aufnehmen kann. Eine Vielzahl von Effekten können auf die Aufnahmen angewandt werden. Vinagre ist ein neuer VNC-Client, der Rechner im lokalen Netz finden und als Lesezeichen verwalten kann.

Bei der Barrierefreiheit bringt GNOME 2.22 unter anderem Verbesserungen des Bildschirmlesers Orca, der nun auch Ebene-2-Braille unterstützt, und der Bildschirmlupe. Die Maus kann in einem bestimmten Bildschirmbereich eingefangen werden, das Kontextmenü kann mit nur einer Maustaste geöffnet werden, und man kann verschiedene Klickarten ausführen, ohne eine Maustaste zu verwenden (allgemein auch als verzögerter Klick bezeichnet).

Auch den Systemverwaltern bringt GNOME 2.22 Neues. So wurde PolicyKit integriert, um systemweite Einstellungen vornehmen zu können, mit denen ausgewählten Benutzern erweiterte Rechte gegeben werden können. Die Benutzer erhalten diese Rechte, indem sie einen Freigabe-Knopf im jeweiligen Dialog klicken und sich durch die Eingabe ihres Passworts authentifizieren. Alle Systemwerkzeuge von GNOME überwachen nun die Konfigurationsdateien, die sie bearbeiten, und können so Änderungen, die durch andere Administratoren vorgenommen werden, sofort anzeigen.

Für Entwickler gibt es nun die Entwicklerplattform mit häufigen Updates. Die integrierte Entwicklungsumgebung Anjuta wurde in GNOME aufgenommen.

Eine ausführliche Beschreibung und Screenshots der neuen Funktionen finden Interessenten in den Release-Notes von GNOME 2.22 in deutscher und englischer Sprache. Eine GNOME-Live-CD steht über BitTorrent bereit.

Der Quellcode von GNOME 2.22.0 steht auf den Download-Servern des Projektes für die fünf Untereinheiten Platform, Desktop, Admin, Bindings und Devtools bereit. Zum Compilieren kann man die aktuelle Version von GARNOME einsetzen, die zusätzliche Module bietet. Alternativ steht ein Modulset für jhbuild zur Verfügung.

Der halbjährliche Zyklus von Veröffentlichungen, den sich das Projekt zum Ziel gesetzt hat, soll fortgesetzt werden. Die nächste Version von GNOME soll unter anderem eine neue Version des GNOME-VoIP-Programms Ekiga mit einer überarbeiteten Oberfläche und Unterstützung von SIP-Präsenz bringen, und die Umstellung von GnomeVFS auf GVFS soll abgeschlossen werden.

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