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So, 11. Januar 2009, 12:21

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.29 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 2.6.29-rc1 freigegeben, die unter anderem die Dateisysteme brtfs und Squashfs enthält.

Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

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Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

Der Testpatch ist bereits jetzt größer als der für Linux 2.6.28. Es sieht also danach aus, als würde Linux 2.6.29 die zweitgrößte Zahl von Änderungen überhaupt bringen, nur übertroffen von Linux 2.6.27. Wie Torvalds anmerkt, ist allerdings die Hälfte dieser Änderungen auf neue experimentelle Treiber zurückzuführen, die aus dem staging-Kernelbaum übernommen wurden. Diese Treiber sind nicht zur allgemeinen Nutzung empfohlen, sollen aber durch die frühe Aufnahme in den Kernel mehr Tests und Korrekturen erfahren. Unter diesen befinden sich zahlreiche Treiber für Messwerterfassungsgeräte, die aus dem COMEDI-Projekt stammen. Daneben sind Treiber aus den Projekten OLPC und Android hinzugekommen.

Von den sonstigen bisherigen Änderungen sind nochmals 40 Prozent neue oder aktualisierte Treiber. Als wichtigste Änderung ist jedoch die Aufnahme der Dateisysteme btrfs und Squashfs anzusehen. btrfs, das von Chris Mason bei Oracle entwickelt wird, ist noch weit von der Fertigstellung entfernt. Dennoch hatte der Entwickler, ermutigt von Andrew Morton, am 31. Dezember den derzeitigen Stand zur Aufnahme in den Kernel vorgeschlagen. Der Code wurde von verschiedenen Entwicklern begutachtet und einige Mängel wurden beseitigt. Doch gab es auch umstrittene Punkte, die es zunächst unklar machten, ob es btrfs noch in Kernel 2.6.29 schaffen würde. So verwendet das Dateisystem eine besondere Implementation von Sperren, die die Geschwindigkeit optimieren soll. Wenn eine benötigte Sperre nicht belegt werden kann, wird der betroffene Prozess normalerweise suspendiert. Die Implementation von btrfs dagegen suspendiert nicht sofort, sondern wartet noch eine kurze Zeit auf die Sperre. Diese Implementierung interessierte auch andere Enwickler, so dass prompt eine allgemeine Funktion entwickelt wurde, die intensiv diskutiert und getestet, aber offenbar noch nicht in den Kernel aufgenommen wurde.

btrfs besitzt außerdem zusätzliche Funktionen, die nur über ioctl-Aufrufe ansprechbar sind. Dass die ioctl-Schnittstelle noch nicht endgültig ist, wurde von einigen Entwicklern kritisiert, die ein API, wenn es erst in den Kernel gelangt ist, als unveränderlich ansehen. Trotz der Bedenken wurde btrfs in Form von über 700 einzelnen Patches in den Kernel integriert.

Squashfs ist ein komprimiertes Dateisystem, das nur lesenden Zugriff erlaubt. Obwohl es mehrere Jahre außerhalb des Kernels entwickelt wurde, wird es bereits weithin eingesetzt, da es etliche Vorteile gegenüber dem bereits im Kernel enthaltenen Cramfs enthält. So komprimiert es besser, bietet höhere Geschwindigkeit, ermöglicht größere Dateisysteme, speichert Eigentümer und Gruppe von Dateien, und die zugehörigen Tools gelten als portabler.

Unter den vielen weiteren Änderungen ragen die Aufnahme eines WIMAX-Stacks und die Integration der Grafik-Speicherverwaltung GEM heraus. Ferner wurde die Unterstützung für das Setzen von Grafikmodi integriert. Dies wird künftig unter anderem ein nahtloses Umschalten zwischen Grafikmodi ermöglichen, außerdem kann beim X-Server auf Root-Rechte verzichtet werden.

Kernel, Patch- und Änderungslog-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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