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Di, 24. März 2009, 09:13

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.29 freigegeben

Linus Torvalds hat Version 2.6.29 des Linux-Kernels freigegeben, die zahlreiche Optimierungen und neue Treiber enthält.

Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

LINUXMAG.com

Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

Fast genau drei Monate dauerte es dieses Mal, die neue Kernel-Version fertigzustellen. Gemessen an der komprimierten Größe des Patches von 2.6.28 bringt 2.6.29 die zweitgrößte Zahl von Änderungen bisher. Einen großen Anteil daran hatten allerdings Umstrukturierungen der Header-Dateien der m68k-Architektur, bei der die Varianten mit und ohne Speicherverwaltungseinheit zusammengefasst wurden. Außerdem ist die Hälfte dieser Änderungen auf neue experimentelle Treiber zurückzuführen, die aus dem »staging«-Kernelbaum übernommen wurden. Diese Treiber sind nicht zur allgemeinen Nutzung empfohlen, sollen aber durch die frühe Aufnahme in den Kernel mehr Tests und Korrekturen erfahren. Unter diesen befinden sich zahlreiche Treiber für Messwerterfassungsgeräte, die aus dem COMEDI-Projekt stammen. Daneben sind Treiber aus den Projekten OLPC und Android hinzugekommen.

Die augenfälligste Änderung ist die Ersetzung des Bootlogos durch das Bild eines Tasmanischen Teufels. Die Änderung soll nur für diese eine Version Bestand haben.

Von den sonstigen Änderungen sind nochmals 40 Prozent neue oder aktualisierte Treiber. Als wichtigste Änderung ist jedoch die Aufnahme der Dateisysteme btrfs und Squashfs anzusehen. btrfs, das von Chris Mason bei Oracle entwickelt wird, ist noch weit von der Fertigstellung entfernt. Dennoch hatte der Entwickler, ermutigt von Andrew Morton, am 31. Dezember den derzeitigen Stand zur Aufnahme in den Kernel vorgeschlagen. Der Code wurde von verschiedenen Entwicklern begutachtet und einige Mängel wurden beseitigt. Btrfs ist zur Zeit nur zu Testzwecken einsetzbar.

Squashfs ist ein komprimiertes Dateisystem, das nur lesenden Zugriff erlaubt. Obwohl es mehrere Jahre außerhalb des Kernels entwickelt wurde, wird es bereits weithin eingesetzt, da es etliche Vorteile gegenüber dem bereits im Kernel enthaltenen Cramfs enthält. So komprimiert es besser, bietet höhere Geschwindigkeit, ermöglicht größere Dateisysteme, speichert Eigentümer und Gruppe von Dateien, und die zugehörigen Tools gelten als portabler.

Unter den vielen weiteren Änderungen ragt die Unterstützung für das Setzen von Grafikmodi (Kernel Mode Setting, KMS) heraus. Diese in der Theorie einfache Operation wird durch Hotplug, Multihead und undokumentierte Grafikchips äußerst komplex. Da für das Einrichten des Grafikmodus Grafikspeicher allokiert werden muss, musste zudem die Integration des Grafik-Speichermanagers GEM abgewartet werden, die in Linux 2.6.28 erfolgte. Die erste Version von KMS funktioniert nur mit Intel-Grafikchips. KMS wird ein nahtloses Umschalten zwischen verschiedenen Grafikmodi, unter anderem auch zwischen Konsole und X11, ermöglichen, außerdem kann beim X-Server auf Root-Rechte verzichtet werden.

Weitere Neuerungen sind die Unterstützung von bis zu 4096 CPUs, eine geschwindigkeitsoptimierte Version von RCU (Tree RCU), die Aufnahme eines WIMAX-Stacks für Breitband-Funknetze, Unterstützung für den Access Point-Modus (AP) in WLAN, Dateinamen-Verschlüsselung in eCryptfs, Einfrieren von Dateisystemen, was beispielsweise für konsistente Backups genutzt werden kann, Swap-Verwaltung für Control Groups, ein Modus für das Dateisystem ext4, bei dem zugunsten der Geschwindigkeit auf ein Journal verzichtet wird, Metadaten-Prüfsummen für OCFS2 und asynchrone Festplatten-Initialisierung für schnelleres Hochfahren (standardmäßig noch nicht aktiviert).

Weitere Verbesserungen gab es im Scheduler, in der Speicherverwaltung, beim Tracen und an vielen weiteren Stellen. Zahlreiche neue Treiber für SATA-, IDE-, SCSI-, Ethernet- und Audio-Chips, USB-Geräte, Sensoren, Watchdogs, Timer-Chips, Flash-Chips und vieles mehr hielten Einzug. Der obsolete Treiber ide-scsi wurde entfernt.

Eine Liste aller Änderungen enthält das sehr ausführliche Changelog. Die Seite Kernelnewbies.org hat eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlicht. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegelservern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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