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Mo, 22. Februar 2010, 12:09

Software::Video

FSF: Google soll VP8 freigeben und Flash zurückdrängen

In der letzten Woche hat Google mit On2 einen auf Video-Kompression spezialisierten Anbieter übernommen. Daraufhin hat die Free Software Foundation (FSF) dem Suchmaschinengiganten nahegelegt, den von On2 entwickelten hochperformanten Video-Codec VP8 unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen und für die Videoseite Youtube zu verwenden.

Mit dem offenen Brief hofft die FSF, Google davon überzeugen zu können, dass durch eine Freigabe des VP8-Codecs und dessen Verwendung auf Youtube alle gewinnen. Während Google vom Besitz der VP8-Technologie und deren eventueller Verwendung als Druckmittel nur kurzfristig profitiere, könnte das Unternehmen der Welt mit der Freigabe des Codecs und seines gleichzeitigen Einsatzes auf Youtube einen großen Dienst erweisen, so die FSF. Zuschauer, Videoproduzenten, Hardwarehersteller und alle anderen könnten ihre Videos ohne Patente, Abgaben und andere Beschränkungen verteilen.

Die FSF erinnert Google daran, dass sie nie damit einverstanden war, dass Google nicht das freie Video-Format Ogg Theora für Youtube verwandte und stattdessen auf das unfreie H.264 setzte, obwohl Ogg Theora für Webvideos genauso gut gewesen wäre. Gemäß der FSF hat Google den Einfluss, freie Formate zu globalen Standards zu machen. Youtube ist die größte Videoseite der Erde und es würde schon reichen, hier freie Formate als eine Option anzubieten, um einige Hersteller dazu zu bewegen, diese Formate zu unterstützen.

Mit dem Angebot eines freien Formats auf Youtube hätte Google nur einen kleinen Teil seiner Einflussmöglichkeiten ausgeschöpft. Das Unternehmen könnte noch viel weiter gehen. Die FSF favorisiert für Youtube eine Umstellung von Flash auf HTML und freie Formate. Damit könnte Nutzern veralteter Browser ein Plugin verfügbar gemacht werden bzw. neue Browser, die natürlich freie Software wären. Wäre Google bereit, flashfreie Alternativen anzubieten, würde das das Ende der Flash-Dominanz bzgl. der Web-Videos einläuten. Auch wenn sich Google nicht zu solch radikalen Änderungen hinreißen ließe, könnten kleine Aktionen auch viel bewirken. Die FSF nennt hier, Nutzer von HD-Videos für freie Formate zu interessieren oder bei Anwendern anstelle von Flash-Upgrades für Browser-Aktualisierungen zu werben.

Wenn Google an freier Software und einem freien Web etwas liegt, so die FSF weiter, müsse das Unternehmen dafür sorgen, Flash durch freie Standards und Formate zu ersetzen. Patentierte Video-Codecs hätten dem Web und den Nutzern schon unsäglichen Schaden zugefügt und sind aufwändig in Browser zu integrieren.

Am Ende des Schreibens wird der Ton der FSF deutlicher: »Ohne VP8 zu einem freien Format zu machen, ist es nur ein weiterer Video-Codec. Und was nutzt ein anderes Videoformat mit durch Patente eingeschränkter Browserunterstützung? Ihr schuldet es der Öffentlichkeit und dem Medium, das euch erfolgreich machte, das Problem zu lösen, für alle von uns, für immer. Organisationen wie Xiph, Mozilla, Wikimedia, die FSF und sogar On2 selbst haben den Bedarf freier Formate festgestellt und hart dafür gekämpft. Jetzt seid ihr dran. Wenn ihr anders handelt, wissen wir sehr gut, dass euer Interesse nicht der Freiheit im Netz gilt, sondern Googles Dominanz.«

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