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Fr, 16. April 2010, 13:57

Software::Datenbanken

Oracle will MySQL-Entwicklung beschleunigen

Oracle hat nochmals bekräftigt, mehr Investitionen in die Weiterentwicklung von MySQL stecken zu wollen, und will das Datenbanksystem mit dem Microsoft SQL Server konkurrieren lassen.

oracle.com

Edward Screven, Chefarchitekt bei Oracle, gab gegenüber Reuters zu Protokoll, dass Oracle die Investitonen in MySQL »in jeder Hinsicht« erhöhen wolle. Durch die Erweiterung von MySQL soll das populäre freie Datenbanksystem dem SQL-Server von Microsoft gehörig auf die Pelle rücken. Momentan besitze der SQL-Server noch mehr Funktionen. Die Oracle-Datenbank hingegen, mit der Oracle seinen hauptsächlichen Umsatz macht, soll für höhere Ansprüche ausgelegt bleiben und mit DB2 von IBM konkurrieren.

Zur Demonstration dieses Willens stellte Oracle die neue Version 7.1 des MySQL Clusters bereit. Außerdem wurde ein neuer Meilenstein M3 von MySQL 5.5 veröffentlicht. In dieser vor einer Woche erschienenen neuesten Testversion, deren Versionsnummer 5.5.4 lautet, wurde InnoDB auf die Betaversion 1.1 aktualisiert. Die größte Neuerung in dieser Version ist die beschleunigte Wiederherstellung nach einem Absturz oder Stromausfall. InnoDB, seit einigen Jahren ebenfalls im Besitz von Oracle, soll nun die Standard-Datenbank-Engine sein, wie Screven in einem eWeek-Artikel verkündete. Für die Storage-Engine Falcon, die MySQL als Reaktion auf den Kauf von InnoDB durch Oracle initiiert hatte, ist bei Oracle allerdings kein Platz mehr. Ohnehin hatte der maßgebliche Entwickler von Falcon, Jim Starkey, schon vor fast zwei Jahren MySQL verlassen. Theoretisch könnte aber jemand aus der Gemeinschaft Falcon weiterentwickeln.

Gegenüber MySQL 5.4 bringt die aktuelle Testversion von MySQL 5.5 eine semi-synchrone Replikation, eine Variante der Replikation, bei der der Prozess, der die Datenbank aktualisiert, so lange warten muss, bis mindestens einer der Replikations-Slaves den vollständigen Empfang der Daten bestätigt hat. In der Partitionierung wurden PARTITION BY RANGE und LIST eingeführt, die dafür sorgen, dass Datensätze auf einem definierten Wertebereich basierend auf verschiedene Partitionen verteilt werden. Infolge dessen können Partitionen, welche die abzufragenden Werte sicher nicht enthalten, bei Abfragen unberücksichtigt bleiben, wodurch die Geschwindigkeit gesteigert wird. Die Partitionierung von Tabellen kann anhand von DATE, DATETIME, VAR oder VARCHAR bzw. RANGE COLUMNS oder LIST COLUMNS vorgenommen werden.

Weitere Neuerungen sind, dass »table type« zukünftig von »storage engine« abgelöst werden soll, was sich in TABLE-Statements durch die Verwendung von ENGINE anstelle TYPE äußert. Indexe von MyISAM-Tabellen unterstützen in MySQL 5.5 Key-Caches und es gibt eine TO_SECONDS()-Funktion, welche bei einem übergebenen DATE- oder DATETIME-Wert die seit dem Jahr 0 verflossenen Sekunden zurück liefert.

MySQL 5.5.4 ist auf der MySQL-Downloadseite verfügbar. Neben dem Quellcode werden für viele Distributionen und Betriebssysteme Binärpakete angeboten.

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