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Mo, 19. Juli 2010, 12:31

Software::Video

Videolan stellt libbluray vor

Unter der Ägide des Videolan-Projektes arbeiten Entwickler an einer freien Implementierung einer Bibliothek zur Wiedergabe von Blu-ray-Medien. Erste Resultate stehen in Form einer experimentellen Testversion zur Verfügung.

VLC unterstützt fast alle Formate

VideoLan Project

VLC unterstützt fast alle Formate

Bestrebungen, eine einheitliche Bibliothek zum Abspielen von Blu-ray-Medien unter Linux und weiteren Systemen zu erstellen, sind nicht neu. Bereits vor zwei Jahren starteten Mitglieder des Doom9-Projektes, das sich unter anderem mit dem Thema DVD-Verschlüsselung auseinandersetzt, ein Projekt, das eine entsprechende Bibliothek erstellen sollte. Nachdem das Projekt eingeschlafen war, wurde es vor über einem halben Jahr reanimiert und nun als Teil des Videolan-Projektes implementiert.

Das Videolan-Team bezeichnet die neue Bibliothek als ein Forschungsprojekt, das sich mit der Technologie auseinandersetzen will und schlussendlich zu einer freien und portablen Bibliothek führen soll. Um die Entwicklung allerdings legal zu halten, verzichtet die Implementierung auf eine Integration von Techniken zur Umgehung von DRM-Systemen. Dementsprechend unterstützt libbluray weder AACS noch BD+, die in fast allen kommerziellen Filmen zum Einsatz kommen.

Der Grund für den Verzicht auf die Implementierung sind gleich mehrere Hindernisse. Zum einen ist die Technologie mit Patenten behaftet, zum anderen schränken rechtliche Hürden die Implementierung ein. So ist es in Deutschland und weiteren Ländern verboten, Programme zu schreiben oder zu vertreiben, die Kopierschutzmaßnahmen umgehen (»Schutz technischer Maßnahmen«, § 95a Urheberrechtsgesetz). Ferner unterliegen die Schutzmechanismen von Blu-ray auch §108b Urheberrechtsgesetz, sofern sie nicht »ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch des Täters oder mit dem Täter persönlich verbundener Personen erfolgt«. Mit einer legalen und freien Implementierung ist zumindest in Deutschland nicht wirklich zu rechnen.

Es ist denkbar, dass in einer späteren Phase der Entwicklung die Implementierung von AACS oder BD+ in Form einer separaten Bibliothek für alle Anwender, die von den Restriktionen nicht betroffen sind, nachgereicht wird. Entsprechende Implementierungen existieren bereits und werden in diversen freien Projekten eingesetzt, die eine Wiedergabe von Blu-ray-Medien auch unter Linux jetzt schon ermöglichen. Proprietäre Lösungen sucht man dagegen unter Linux vergebens. Zwar kündigte Fluendo an, an einem BDPlayer zu arbeiten, wann dieser allerdings erscheinen soll, steht noch nicht fest.

Libbluray unterstützt im Moment die Navigation in Menüs, das Parsen von Listen und BD-J. Der eigentliche Codec einer Blu-ray wird bereits seit geraumer Zeit unterstützt. Die Lösung steht unter der LGPL v2.1 und kann in einer ersten Testversion vom Server des Projektes bezogen werden.

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