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Di, 31. August 2010, 13:34

Software::Distributionen

Univention Corporate Server 2.4 veröffentlicht

Eine standardisierte Verwaltungssoftware für virtuelle IT-Infrastrukturen ist die größte Neuerung in Version 2.4 der Linux-Distribution Univention Corporate Server. Außerdem wurde die Lizenz von der GPL in die Affero GPLv3 geändert.

Wie bisher enthält UCS zwei Virtualisierungstechnologien, die der Bremer Linux-Lieferant nun auf einen neuen Stand gebracht hat. Der Hypervisor Xen ist jetzt in der Version 3.4.3 und die Linux-Virtualisierungslösung KVM (Kernel-based Virtual Machine) auf Basis von Kernel 2.6.32 in UCS 2.4 enthalten. Die wichtigste Neuerung von UCS 2.4 aber besteht in einem Administrationsmodul UVMM für die Verwaltung virtueller Infrastrukturen.

UVMM (Univention Virtual Machine Manager) ist ein Werkzeug, um virtuelle Server und Clients, Festplatten-, CDROM- und DVD-Images samt der physikalischen Systeme oder Cluster, auf denen diese ausgeführt werden, zentral zu verwalten. Das Modul bietet laut Univention alle wesentlichen Funktionen zur Administration virtueller Infrastrukturen, einschließlich der Möglichkeit, virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb von einem physikalischen Server auf einen anderen zu migrieren.

Bei der Entwicklung von Univention Virtual Machine Manager stand das Ziel im Fokus, einen einheitlichen, standardisierten Virtualisierungsmanager für unterschiedliche Virtualisierungstechniken zu schaffen. Deswegen verwendet UVMM ausschließlich offene und erprobte Standards. Darunter befindet sich auch die Bibliothek Libvirt, die neben Xen und KVM auch weitere Virtualisierungstechnologien unterstützt. Damit könnte Univention Corporate Server zukünftig beispielsweise auch VirtualBox oder andere Virtualisierungstechniken unterstützen.

UVMM ist wie alle von Univention entwickelten UCS-Bestandteile vollständig freie Software. Mit der UCS-Version 2.4 verwendet Univention die Affero General Public Licence (AGPLv3). Interessenten können UCS 2.4 frei herunterladen und auf Eignung für ihre Projekte testen. Univention platziert sein Virtualisierungsprodukt als wirtschaftliche Alternative zu proprietären Angeboten wie beispielsweise von VMware oder Citrix. Die Lösung ist ab sofort Bestandteil von UCS und bereits im Basisumfang enthalten. Sie kann von allen Kunden mit laufendem Maintenance-Vertrag ohne Mehrkosten genutzt werden.

Weitere Neuerungen zeigen sich in der verbesserten Hardware-Erkennung bei der Installation. Als Linux-Kernel steht nun Version 2.6.32 zur Verfügung. Die seit Version 2.0 unterstützte Kernel-Version 2.6.18 kann weiter verwendet werden. Das weiterentwickelte Verwaltungsmodul »Online-Updates« bietet nun u.a. eine Übersicht über die verfügbaren Versionen und erlaubt die Auswahl, auf welche Version aktualisiert werden soll. Es gibt neue Nagios-Plugins zur Überwachung von Diensten und UCS-Erweiterungen. Mit einer erweiterten Passwort-Qualitätsprüfung im UCS-Managementsystem sind Kriterien zur Qualitätsprüfung nun sehr granular konfigurierbar.

Darüber hinaus hat Univention einige der in UCS enthaltenen Komponenten aktualisiert: Samba bekam ein Update von Version 3.3 auf 3.5.4. Mozilla Firefox steht nun in Version 3.6.2, OpenOffice.org in Version 3.2 zur Verfügung. Der Webmail-Client Horde der Groupwarelösung Kolab ist auf dem Stand von Version 1.2.5. Für Softwarehersteller, die UCS als Plattform für ihre eigenen Softwareprodukte verwenden möchten, steht UCS nun in einer OEM-Edition zur Verfügung. In Vorbereitung ist ein neues Produkt auf Basis von UVMM zur Desktop-Virtualisierung.

Laut Univention-Gründer und -Geschäftsführer Peter Ganten ist es ein ausdrückliches Ziel von Univention, die Kunden so wenig wie möglich an eine bestimmte Technologie zu binden. So soll die Gefahr der Abhängigkeit von einem Hersteller oder von technologischen Sackgassen so gering wie möglich gehalten werden.

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