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Di, 14. September 2010, 10:33

Software

Freie Spracherkennungssoftware Simon 0.3 veröffentlicht

Die Simon-Entwickler haben die Version 0.3 ihrer freien Spracherkennungssoftware veröffentlicht. Simon wurde ursprünglich entwickelt, um Menschen mit Behinderungen die Arbeit am PC zu erleichtern. Die Anwendung basiert auf dem Client-Server-Prinzip, so dass eine Installation für mehrere Rechner genutzt werden kann. So ist es beispielsweise denkbar, dass Anwender innerhalb eines Netzwerks die Rechner wechseln und überall auf ihre Sprachprofile zurückgreifen können. Hinter der Entwicklung von Simon steht der gemeinnützige Verein simon-listens.

Simon 0.3 kommt mit einem neuartigen Szenario-System, das es erlaubt, bestimmte Anwendungsfälle per Sprache zu erledigen, beispielsweise Firefox öffnen und URLs ansteuern. Die Szenarien können zentral abgelegt und von verschiedenen Nutzern aufgerufen werden. Simon 0.3 wird mit bereits bestehenden akkustischen Modellen ausgeliefert, was vielen Anwendern zu einem schnelleren Einstieg verhilft. Das bisher übliche Training zur Erstellung individueller Sprachmodelle wurde beibehalten und ist besonders für Menschen mit Sprachfehlern nützlich, da sie ihr System relativ schnell an ihre Aussprache gewöhnen und so eine hohe Erkennungsgenauigkeit erzielen können.

Die neue Simon-Version ist einfacher als ihre Vorgänger zu bedienen. Ein Assistent greift Anwendern bei der Erstkonfiguration unter die Arme, eine Vorrichtung für die Erstellung von Sprachmodellen will Anfänger vor häufigen Fehlern und damit vor Frust bewahren. Darüber hinaus enthält Simon drei neue Programme. Dazu zählen Sam, ein akkustisches Modellierungswerkzeug für professionelle Anwender, die eine möglichst hohe Trefferquote bei der Spracherkennung benötigen, sowie der Simon Sample Collector (ssc) und dessen Server sscd. SSC erlaubt das Sammeln von Proben vieler Sprecher mit unterschiedlichen Nutzerumgebungen, etwa verschiedene Mikrofone und Soundkarten. Diese Daten können anschließend herangezogen werden, um die Basis für neue Sprachmodelle zu bilden.

Simon ist ein relativ junges Projekt, das bisher nur über wenige Entwickler verfügt. Es basiert auf der Spracherkennungs-Engine Julius und kann bereits für eine Vielzahl Aufgaben eingesetzt werden, etwa um Programme zu starten, URLs aufzurufen, kurze Texte zu diktieren oder als akustischer Mausersatz. Die aktuelle Version kann von sourceforge.net heruntergeladen werden, für Ubuntu stellt das Projekt Binärpakete bereit. Interessierte können sich einen ersten Eindruck auf Youtube verschaffen, wo der Hauptentwickler Peter Grasch zeigt, was Simon bereits kann.

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