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Mi, 10. November 2010, 13:29

Gemeinschaft

Apache droht mit Austritt aus dem Java Community Process

Die Apache Software Foundation hat Oracle heftige Vorwürfe gemacht. Das Unternehmen habe im Java Community Process seine Pflichten vernachlässigt und Verträge gebrochen.

Der Java Community Process (JCP) ist der Mechanismus, über den Neuerungen in die Sprache eingebracht werden. Die Mitglieder der Java-Gemeinschaft wählen einen Vorstand, getrennt für Java SE/EE und Java ME, der über die Initiativen abstimmt. Bei den gerade beendeten Vorstandswahlen wurde die Apache Software Foundation für weitere drei Jahre in den Vorstand von Java SE/EE gewählt. Die anderen der insgesamt 16 Sitze werden von Red Hat, der Eclipse Foundation, Firmen wie Oracle und IBM und Einzelpersonen eingenommen.

Dank der Unterstützung von 95% aller Abstimmenden will Apache verstärkt für Transparenz und Offenheit im JCP eintreten. Insbesondere fordert Apache, dass die Java-Spezifikationen unabhängig implementiert und unter freien Lizenzen verbreitet werden können. Ein wirklich offenes Java wäre ein großer Nutzen für alle.

Apache hat, ebenso wie Oracle und die anderen Teilnehmer am JCP, durch die JSPA-Vereinbarung das Recht auf eine Lizenz für das Test-Kit (TCK) für Java SE. Bei erfolgreichem Durchlaufen des TCK dürfte sich das Harmony-Projekt, das von Apache unter der Apache-Lizenz entwickelt wird, offiziell eine Java-Implementierung nennen. Oracle bietet diese Lizenz allerdings nur unter zusätzlichen Bedingungen an, die nach Auffassung von Apache mit freier Software inkompatibel sind. Auf mehrfache Forderungen nach einer geänderten Lizenz hat Oracle ablehnend oder gar nicht reagiert. Apache bezeichnet dies als klaren Vertragsbruch.

Apache revanchiert sich für diesen Vertragsbruch, indem es im JCP-Vorstand gegen Oracle-Anträge stimmt. Die Organisation ist der Ansicht, dass niemand, der sich nicht an die JCP-Regeln hält, im Vorstand etwas zu suchen habe. So stimmte der Apache-Vertreter schon früher immer gegen die Sun-Vorschläge, was nun gegen Oracle fortgesetzt werden soll. Auch der von Oracle vorgelegte Plan für Java SE 7 soll abgelehnt werden. Apache fordert die anderen Mitglieder des Vorstands auf, sich dieser Position anzuschließen. Möglicherweise wird dieser Appell aber nichts helfen, da Oracle kürzlich eine Partnerschaft mit IBM bei der Arbeit an OpenJDK geschlossen hat. IBM, das vorher Apache Harmony stark unterstützte, hat diese Unterstützung seither komplett eingestellt und die Seiten gewechselt.

Für den Fall, dass der Vorstand nicht sein Möglichstes tut, um die Rechte alternativer Implementierer von Java zu wahren, droht Apache mit dem Austritt. In diesem Fall seien die JSPA-Vereinbarungen wertlos und die JCP-Spezifikationen nichts weiter als proprietäre Dokumentation.

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