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Do, 9. Februar 2012, 15:45

Software::Systemverwaltung

fsck-Tool für Btrfs nähert sich der Fertigstellung

Das lang erwartete fsck-Tool für Btrfs könnte noch in diesem Monat in einer stabilen Version veröffentlicht werden. Auch Distributoren gehen mittlerweile von einer baldigen Freigabe des Werkzeugs aus und planen das neue Dateisystem als Standard ein.

Snapper: Yast-Modul für die Snapshotfunktionen von Btrfs

Mirko Lindner

Snapper: Yast-Modul für die Snapshotfunktionen von Btrfs

Btrfs ist seit einiger Zeit als produktiv einsetzbar deklariert und wird als der kommende Standard unter Linux gehandelt. Bereits seit der Kernel-Version 2.6.31 finden dementsprechend keine Änderungen der Disk-Struktur mehr statt, die die Kompatibilität beeinträchtigen könnten. Gegenüber traditionelleren Dateisystemen bietet Btrfs zusätzliche Möglichkeiten, wie Unterstützung von Untervolumes, Schnappschüsse, Kompression und RAID. Die Neuentwicklung gilt deshalb als eines der Dateisysteme der Zukunft und will ZFS von Oracle mindestens ebenbürtig sein.

Einen Nachteil des Systems aus heutiger Sicht stellt allerdings die fehlende Unterstützung durch Tools dar. Vor allem der nicht ausreichend umgesetzte Check des Dateisystems mittels eines eigenen Checkers (btrfsck oder fsck.btrfs) gilt für die meisten Distributionen als Stopper bei einem Einsatz als Standardsystem. So hat beispielsweise Fedora trotz recht früher Festlegung auf Btrfs das System immer noch nicht zum Standard auserkoren. Auch OpenSuse zögert noch, was den Einsatz anbetrifft. Zwar hat das freie Projekt in der letzten Version 12.1 von OpenSuse auf eine recht beeindruckende Art und Weise gezeigt, was Btrfs zu leisten imstande ist, doch auch OpenSuse traut sich noch nicht, Btrfs für einen produktiven Einsatz zu empfehlen.

Das könnte sich allerdings bald ändern. Wie der englischsprachige Newsticker Phoronix bereits Ende Januar schrieb, stehen die Chancen für eine Freigabe des Prüftools in diesem Monat recht gut. Wie der Hauptentwickler von Btrfs Chris Mason auf der diesjährigen SCALE 10x, auf der er als Redner eingeladen wurde, verriet, fokussiert er seine Arbeit im Moment auf das sehnsüchtig erwartete fsck-Tool. Demnach wird die von Intel bereits eingebrachte Erweiterung von Btrfs um Raid5- und Raid6-Funktionen erst in den Hauptpfad einfließen, wenn fsck fertig ist. Mason selbst rechnet mit dem Einzug der Raid-Funktionalität in den Kernel 3.4 oder 3.5. Als sicher gilt dagegen, dass die von Google vorgestellte »Snappy-Kompression« in Btrfs in den Kernel 3.4 eingebunden wird.

Und fsck? Laut Mason steht die Veröffentlichung einer Version, die nicht nur lesend, sondern auch schreibend/korrigierend auf Btrfs zugreifen kann, kurz bevor. Grund hierfür ist dem Anschein nach die sich nähernde Freigabe der kommenden Versionen von Oracle Linux und SLES. Beide Produkte peilen an, Btrfs als Standard einzusetzen, was ohne ein funktionierendes fsck wohl eher ein Wunschdenken als eine ernstzunehmende Option für ein Unternehmensprodukt ist. Dementsprechend scheint der Termin für die Fertigstellung des Tools von Masons Arbeitgeber bereits festgelegt zu sein, und zwar auf den 14. Februar.

Inwieweit dem Datum zu trauen ist, bleibt allerdings offen. Denn laut dem Entwickler befindet sich fsck für Btrfs bereits seit geraumer Zeit immer wieder »kurz vor der Freigabe«. So schrieb Mason beispielsweise Anfang des vergangenen Jahres im IRC, dass ein funktionierendes R/W-fsck »fast fertig« sei. Im Mai war es laut dem Entwickler nur noch eine Frage von »wenigen Tagen«, bis das Tool erscheint. Und im September war mit einer Freigabe binnen »weniger Wochen« zu rechnen. Erschienen ist das Werkzeug bis heute nicht.

Ungeachtet früherer Verzögerungen plant nun auch Fedora die Einbindung von Btrfs als Standard-Dateisystem. Wie den neuesten Beschlüssen der Verantwortlichen zu entnehmen ist, will das Projekt noch die Alpha-Phase abwarten, um dann eine Entscheidung zu fällen, ob Btrfs zum Standard in Fedora 17 erkoren werden kann. Entscheidend bei dem Projekt ist allerdings nicht nur die Freigabe eines funktionierenden fsck-Tools, sondern auch die Behebung diverser Fehler. Sollten diese binnen der kommenden Wochen behoben werden, so dürfte Fedora eine der ersten großen Distributionen sein, die Btrfs als Standard einsetzt.

Update: In einer früheren Version des Artikels wurde behauptet, dass Chris Mason der Hauptentwickler von ZFS war. Das ist falsch.

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Kommentare (Insgesamt: 31 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Solaner (Solaris, Mo, 13. Februar 2012)
Re[3]: Standard bitte noch nicht (EqPO2, Mo, 13. Februar 2012)
Re[2]: ZFS hat absolut nichts mit Chris Mason zu tun (Demon, So, 12. Februar 2012)
Re: ZFS hat absolut nichts mit Chris Mason zu tun (tim__2, Fr, 10. Februar 2012)
Re: Solaner (ob, Fr, 10. Februar 2012)
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