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Mo, 26. März 2012, 13:59

Software::Büro

Portugiesische Klinik migriert 3000 PCs zu OpenOffice.org

Das Krankenhaus Sǎo Joǎo in Porto, Portugal, migriert seine 3000 PC-Arbeitsplätze zu OpenOffice.org, nachdem der bisherige Anbieter der proprietären Office-Software offenbar überzogene Lizenzforderungen stellte.

Wie das europäische Open-Source-Portal Joinup unter Berufung auf die Zeitung Expresso meldet, war das Krankenhaus Sǎo Joǎo in Porto bisher Nutzer einer proprietären Office-Suite. Dieser wird zwar nicht namentlich genannt, es ist aber von einer Ähnlichkeit dieser Suite mit OpenOffice.org und einem laut einem Krankenhaus-Vertreter »missbräuchlichen Monopol« die Rede.

Nach Darstellung der Klinik hatte das portugiesische Gesundheitsministerium 2011 rund 7,5 Mio. Euro gezahlt, um Office-Lizenzen für alle 40 staatlichen Krankenhäuser zu erwerben. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen Rahmenvertrag, der den Bezug von vergünstigten Lizenzen ermöglicht. Nach einem Audit der Klinik stellte der Anbieter jedoch eine unerwartet hohe Rechnung von einer Million Euro an die Klinik. Der Anbieter weigerte sich, mit dem Gesundheitsministerium über ein Gesamtpaket für vier Kliniken zu verhandeln und bestand darauf, jede einzeln zu beliefern. Das Gesundheitsministerium hätte durch den Großeinkauf einen günstigeren Preis aushandeln können, doch offenbar um dies zu umgehen, ließ sich der Anbieter nicht auf Verhandlungen mit dem Ministerium ein.

Die Klinik zog daraus die Konsequenz, diesen Anbieter loszuwerden. Alle 3000 PC-Arbeitsplätze sollen nun auf OpenOffice.org umgestellt werden. Die Migration soll ein Jahr in Anspruch nehmen, wegen der Ähnlichkeit der Office-Suiten aber keine nennenswerten Schulungskosten verursachen. Das Ministerium ließ dazu in einer E-Mail verlauten, dass jede Klinik von dem ausgehandelten Vertrag mit dem proprietären Anbieter Gebrauch machen könne oder einen anderen Weg gehen könne. Die Migration zu freier Software oder zumindest deren Gleichstelllung sei allerdings ohnehin gesetzlich beschlossen und werde von immer mehr Behörden verfolgt. Das Ministerium werde alle Krankenhäuser unterstützen, die zu freier Software migrieren.

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