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Mi, 12. September 2012, 09:56

Software::Multimedia

Freier Audio-Codec Opus standardisiert

Als einen großen Sieg für offene Standards im Internet bezeichnen die beiden Mozilla-Entwickler Jean-Marc Valin und Timothy B. Terriberry die gerade abgeschlossene Standardisierung des freien Audio-Codecs Opus.

Wie sie auf Hacks.Mozilla.Org schreiben, hat die Internet Engineering Task Force (IETF) Opus gerade unter RFC6716 zum Standard erklärt.

Die dortige Definition beschreibt Opus als interaktiven Audio-Codec, der eine weite Palette an Applikationen von Voice-over-IP über Videokonferenzen bis hin zu Live-Musik-Darbietungen unterstützt. Die Bandbreite reicht von 6 kbit/s für schmalbandige Sprachübertragung bis hin zu üppigen 510 kbit/s für hochwertige Stereo-Übertragung von Musik. Für eine effektive Kompression verwendet Opus sowohl Linear Prediction (LP) als auch Modified Discrete Cosine Transform (MDCT).

Die Bandbreite von Opus

Opus

Die Bandbreite von Opus

Die beiden Entwickler bezeichnen Opus als eine Gemeinschaftsarbeit der Open-Source-Gemeinschaft mit kommerziellen Organisationen und Firmen. Mitgearbeitet haben unter anderem IETF, Mozilla, Microsoft mit Skype, Xiph.Org, Octasic, Broadcom und Google. Die zu Beginn bei der IETF vorherrschende Skepsis gegenüber einem freien Audio-Codec als Standard sei schnell überwunden worden.

Der größte Vorteil von Opus ist, dass er über die gesamte Bandbreite von 8 bis 48 KHz mit allen verfügbaren Bitraten nahtlos skalieren kann. Damit ersetzt Opus insgesamt sechs für diesen Bereich normalerweise benötigte proprietäre Codecs. Opus ist für die Zukunft bewusst offen, um verbesserte Encoder im Laufe weiteren Entwicklung einbinden zu können. Die IETF empfahl kürzlich Opus als Standard-Codec für das kommende Echtzeit-Kommunikations-API WebRTC.

Laut den Entwicklern eignet Opus sich auch für Internet-Radio, Streaming und Sound-Effekte in Spielen und bietet dabei bei mindestens gleicher Qualität bessere Kompressionsraten als MP3, Ogg oder AAC. Firefox 15 enthält bereits eine Referenz-Implementation des Opus-Frameworks.

Obwohl Opus noch sehr jung ist, ist der Codec bereits in GStreamer, FFMpeg, Foobar2000, K-Lite Codec Pack, und Lavfilters integriert, Unterstützung für VLC, Rockbox und Mumble sind in Arbeit. Der Codec kann auch separat samt einiger Kommandozeilen-Werkzeuge für Linux, Mac und Windows im Internet heruntergeladen werden.

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