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Mo, 17. September 2012, 16:39

Software::Desktop

25 Jahre X11

Am 15. September wurde X11 25 Jahre alt. Mit X11 wurden die grundlegenden Konzepte eines Fenstersystems definiert, die bis heute Gültigkeit haben und einen Nachfolger bisher unnötig machten.

KDE 1.0 unter XFree86

KDE 1.0 unter XFree86

Wenn sich die Entwickler von X.org diese Woche zur X11-Entwicklerkonferenz in Nürnberg treffen, haben sie auch ein Jubiläum zu feiern. Denn X11, die bisher letzte Hauptversion des X Window Systems, wurde am 15. September 25 Jahre alt. An diesem Tag veröffenlichte ein Team um Robert Scheifler und im Gettys am MIT die erste Version von X11.

X11 ist eigentlich lediglich die aktuellste Inkarnation des X-Protokolls, das das X Window System definierte. Es war augenscheinlich nur eine Verfeinerung von X10, doch es enthielt eine entscheidende Änderung, die den Durchbruch bedeutete: Es war nicht mehr Hardware-abhängig.

Die Geschichte von Bitmap-Displays begann bereits in den 1970er-Jahren, wobei viele Ideen in Xerox PARC entwickelt wurden. Neben anderen Systemen entstand daraus das Fenstersystem W, das auf einem heute vergessenen Betriebssystem namens V lief. Der Nachfolger von W wurde am MIT aus der Taufe gehoben, ersetzte bereits 1984 W und erhielt den nächsten Buchstaben im Alphabet als Namen, das X. Nach dieser ersten Version, die als X1 bezeichnet wird, folgten schon 1985 X6 und X9 mit neuer Funktionalität, und X9 war die erste Version unter der MIT-Lizenz. Im gleichen Jahr folgte noch X10, das in vier Revisionen (bis X10R4) fast zwei Jahre aktuell blieb.

X-Server mit Clutter im Vollbildmodus unter Wayland

wayland.freedesktop.org

X-Server mit Clutter im Vollbildmodus unter Wayland

Dann trat X11 in Erscheinung und blieb trotz etlicher Revisionen bis heute die aktuelle Version. X11 überlebte dank seiner Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und ständigen Erneuerungen alle Entwicklungen für 25 Jahre, trotz der in unglaublicher Weise gestiegenen Leistungsfähigkeit der Hardware. Der Hauptgrund dafür dürfte in der Modularität des Systems liegen, die es vielen Entwicklern ermöglichte, gleichzeitig an dem System zu arbeiten, und die es möglich machte, einzelne Module zu erneuern oder zu ersetzen.

Einen großen Teil der Entwicklung leistete über einen langen Zeitraum das X Consortium, das von Unix-Herstellern finanziert wurde. Für die Portierung auf die entstehenden freien Betriebssysteme Linux und BSD wurde XFree86 gegründet, das mehr und mehr die Entwicklung übernahm und ab X11R6.4 schließlich allein für die Entwicklung verantwortlich war. Doch 2003 kam es zu einer Krise, als einige Entwickler von XFree86 die Lizenz ändern wollten, was von den meisten anderen abgelehnt wurde. Das Ergebnis war eine Abspaltung von XFree86 unter dem Namen X.org, die auch heute noch aktiv entwickelt wird. Die wenigen verbliebenen XFree86-Entwickler überdauerten noch einige Monate, dann wurde das Projekt eingestellt.

Lange Jahre konnte kein Grafiksystem X11 ersetzen, auch wenn es einige Konzepte und Prototypen gab. Erst in neuester Zeit führten gewisse Schwächen beim Compositing dazu, dass das System Wayland als Alternative entwickelt wird. Auch wenn Wayland vielleicht im nächsten Jahr beginnen wird, X11 in einzelnen Bereichen (Mobilgeräte oder Desktops für Heimrechner) abzulösen, eines ist sicher: X11 wird uns noch lange erhalten bleiben.

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