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Fr, 12. Oktober 2012, 08:15

Software::Distributionen::Fedora

Fedora begräbt Smolt

Das Programm Smolt, das Hardware- und Systemdaten der Benutzer ermittelt, wird im November eingestellt. Es erfüllte nicht die Erwartungen und wird nicht mehr gewartet.

fedoraproject.org

»Smolt« kann die Hardware des Rechners analysieren und diese Informationen an einen Server des Fedora-Projekts senden. Dieser Aktion, die bei der Installation von Fedora abläuft, muss der Benutzer aber ausdrücklich zustimmen. Zu den übermittelten Daten gehört auch eine ID, die global mit hoher Wahrscheinlichkeit eindeutig ist (UUID). Diese wird jedoch während der Installation erzeugt und lässt nach Angaben des Projektes keine Rückschlüsse auf den Absender der Daten zu. Auf der Webseite smolts.org können Benutzer ihr eigenes Profil einsehen und einfache Statistiken abrufen.

Über fünfeinhalb Jahre nach der Einführung von Smolt zur Zeit von Fedora 6 bzw. 7 kommt nun das Aus für das Programm. Wie Kevin Fenzi auf der Mailingliste von Fedora ankündigte, wird smolts.org am 7. November stillgelegt. Alle Daten, die danach bei smolts.org noch eintreffen, werden einfach verworfen. Es werden dann keine Statistiken mehr verfügbar sein, möglicherweise werden die Rohdaten aber zum Download bereitgestellt.

Bis zum November 2013 soll smolts.org noch erreichbar sein, so dass es während der Installation von Fedora nicht zu Fehlern kommt. Sollten zu diesem Zeitpunkt immer noch viele Daten eintreffen, kann die Frist noch verlängert werden. Schon Fedora 18, das wohl im Dezember erscheint, wird smolt nicht mehr enthalten.

Die Gründe für das Ende des Programms sind im Fedora-Wiki zusammengefasst. Demnach wird smolt von seinen Entwicklern offenbar nicht mehr gepflegt mit der Folge, dass es mit Red Hat Enterprise Linux 6 nicht mehr funktioniert. Seit zehn Monaten gab es keine Änderungen am Smolt-Code mehr. Die Fedora-Entwickler mussten mehr und mehr Patches an Smolt vornehmen, um es am Laufen zu halten.

Der tägliche Cron-Job, der die Daten auf dem Fedora-Server aufbereitet, belastet ihn so stark, dass der Webserver nicht mehr reagiert. Dies könnte durch den Einsatz einer anderen Datenbank behoben werden, es ist aber unklar, wer diese Arbeit leisten soll.

Das Design von Smolt besitzt einige Einschränkungen, die ohne größere Änderungen nicht zu beheben sind. Wiederum ist niemand in Sicht, der diese Arbeit machen würde. Es existiert ein von Fedora getrenntes Smolt-Wiki, das den Fedora-Mitgliedern zusätzliche Arbeit macht.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch erkannt, dass die von Smolt ermittelten Daten mehr oder weniger nutzlos waren. Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Da das Senden der Daten freiwillig ist, sind sie nicht repräsentativ für die ganze Benutzerschaft.

Ein Ersatz für Smolt wird jetzt unter der Bezeichnung Census entwickelt. Anders als Smolt soll Census ganz in das Fedora-Projekt integriert werden. Einzelheiten zu Census sind noch nicht bekannt, lediglich eine Mailingliste wurde eingerichtet.

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