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Do, 27. Dezember 2012, 14:03

Gesellschaft::Wissen

Open-Data-Portal der EU-Kommission gestartet

Am Heiligen Abend hat die EU-Kommission eine Beta-Version ihres Open-Data-Portals freigegeben.

EU

Der offizielle Start soll im Januar 2013 stattfinden. Über die jetzige Beta-Phase berichtete lediglich eine Kurznachricht auf Twitter. Open Data sind öffentlich zugängliche Informationen, die die öffentliche Hand gesammelt, erstellt oder gekauft hat und die für jedermann zugänglich sind. Das können beispielsweise geografische oder meteorologische Daten, Ergebnisse von durch die EU geförderten Forschungsmaßnahmen oder digitalisierte Bücher aus öffentlichen Büchereien sein. Die Zielgruppen sind neben interessierten Bürgern unter anderem Journalisten, die Wirtschaft sowie die Wissenschaften.

Den Anfang machen jetzt rund sechstausend Datensätze, die meisten von der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Zur Abfrage der Informationen per Datensatz-Metadaten ist ein Virtuoso SPARQL Query Editor eingerichtet worden. Hier zahlt es sich aus, dass beim Aufbau des Open-Data-Portals die Konzepte von Linked Data und dem Semantic Web Anwendung fanden.

Darüber hinaus enthält das Portal auch Anwendungen, die von der öffentlichen Hand entwickelt werden und sich auf Open-Source-Basis die gespeicherten Daten nutzbar machen. Derzeit findet sich dort lediglich eine Anwendung des Instituts für Angewandte Informatik e.V. an der Universität Leizpig zur Erstellung spezifischer Diagramme für statistische RDF-Daten mithilfe einer grafischen Oberfläche.

Alle Einreichungen von Daten oder Anwendungen basieren auf Freiwilligkeit, keine Behörde ist verpflichtet, ihre Daten dort einzubringen. Das Regelwerk, das den Umgang mit »Public Sector Information« (PSI) regelt, stammt aus dem Jahr 2003 und ist nach Expertenmeinung nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Deshalb wird gerade auf EU-Ebene eine neue PSI-Direktive entwickelt, die dann noch auf nationales Recht angepasst werden muss, um im seit Ende 2010 geplanten gemeinsamen Open-Data-Portal von Bund, Ländern und Kommunen Geltung zu erlangen. Der Bund will im Jahr 2013 in den Probebetrieb gehen, während Belgien, England, Estland, Irland, Italien, Moldavien, die Niederlande, Norwegen, Österreich und Spanien bereits nationale Open-Data-Portale eingerichtet haben. Auf regionaler Ebene hat beispielsweise Berlin ein recht ordentlich gefülltes, eigenes Open-Data-Portal, das im Herbst 2011 eröffnet wurde.

Im kulturellen Bereich hat die Europäische Union Europeana mitgegründet, ein kulturelles Open-Data-Portal zum Auffinden der digitalen Informationen europäischer Museen. Vorreiter in Sachen Open Data sind jedoch die USA, die vor rund einem Jahr die Software hinter dem amerikanischen Open-Data-Portal als Open-Source freigegeben haben.

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