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Fr, 8. Februar 2013, 13:42

Software::Desktop

Gräßlin: Client-seitige Fensterdekorationen und Wayland

KDE-Entwickler Martin Gräßlin ist kein Freund von Client-seitigen Fensterdekorationen. So werden in KDE auch weiterhin die Fensterränder von der Umgebung selbst gezeichnet. Anders als oft behauptet muss das auch unter Wayland nicht anders werden.

KWin in KDE SC 4.10

KDE

KWin in KDE SC 4.10

Laut Martin Gräßlin, der vor wenigen Tagen die Konferenz FOSDEM besuchte, war dort öfter die Behauptung zu hören, dass Clients, also die Applikationen, ihren Rahmen unter Wayland selbst zeichnen müssten, was unter X11 bisher eine Ausnahme ist, die nur von Chrome und einigen wenigen anderen Programmen praktiziert wird.

Wie Gräßlin in seinem Blog schreibt, ist die Aussage bezüglich Wayland falsch. Sie treffe zwar zu für Weston, die Referenzimplementation eines Kompositors für Wayland. Das Wayland-Protokoll stellt aber, genau wie das X-Protokoll, keine diesbezüglichen Anforderungen; beide sind hinsichtlich der Fensterrahmen, die im X11-Jargon »Dekorationen« genannt werden, neutral.

Gräßlin hingegen ist diesbezüglich nicht neutral, sondern teilt die Einschätzung der meisten X11-Entwickler, dass das Zeichnen der Dekorationen Sache des Window-Managers oder Kompositors ist. Wenn Clients ihre Dekoration selbst zeichnen (üblicherweise übernimmt das ein GUI-Toolkit), hat das zwar Vorteile, aber die Nachteile überwiegen, wie Gräßlin früher schon einmal beschrieben hat. Vorteile sind, dass nur eine Textur gezeichnet werden muss, dass kein Aliasing bei rotierenden oder sonstwie bewegten Fenster auftritt, und dass die Anwendungsentwickler nach Belieben experimentieren können - letzteres hält Gräßlin aber für nutzlos, es führe zu dem Kraut- und Rüben-Aussehen von MS Windows.

In den Plasma-Workspaces hingegen, die in drei Varianten kommen (Desktop, Netbook und Tablet), zahle es sich aus, dass die Dekorationen von Plasma gezeichnet werden. Ein und dieselbe Anwendung könne sich so optimal an die Umgebung anpassen - mit vollem Rahmen auf dem Desktop, ohne Rahmen bei maximierten Fenstern auf Netbooks und ganz ohne Dekorationen unter Plasma Active.

Daran wird sich nichts ändern, wenn Plasma 2 mit Version 5 der Qt-Bibliothek kommt oder einmal unter Wayland läuft. Qt 5 ist zwar in der Lage, die Dekorationen selbst zu zeichnen, so dass es auch mit Weston genutzt werden kann, doch KDE-Anwendungen werden es einfach abschalten.

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