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Mi, 10. April 2013, 13:42

Software::Grafik

Nvidia-Treiber mit Unterstützung für Optimus

Der als Beta bezeichnete proprietäre Linux-Treiber 319.12 von Nvidia bietet erstmals rudimentäre Unterstützung für Optimus.

Nvidia

Mehr als zwei Jahre nach der Einführung von Optimus als Stromspartechnik bei Notebooks und rund zehn Monate nach Linus Torvalds' Schimpftirade gegen den Grafikkartenhersteller bietet Nvidia nun erstmals eine teilweise Unterstützung dieser Technik, bei der, je nach Bedarf, von einem Onboard-Grafikchip auf eine dedizierte Grafikkarte und zurück umgeschaltet werden kann. Unterstützung für Hybrid-Notebooks mit Optimus-Technologie, die neben einer dedizierten Grafikkarte von Nvidia beispielsweise einen Intel HD-Grafikchip mitbrachten, bedingte bisher den Einsatz von Bumblebee, einem freien Treiber aus der Gemeinschaft für diese Technik. Der proprietäre Linux-Treiber 319.12 unterstützt bisher lediglich die Übergabe eines vom Nvidia-Grafichip berechneten Bilds an einen Onboard-Grafikchip oder etwa einen externen DisplayLink USB-VGA Adapter. Nvidias Grafikchip kann jedoch derzeit noch nicht das Bild einer anderen GPU ausgeben.

Der Beta-Treiber 319.12 setzt für Optimus sowohl Kernel 3.9 als auch den X-Server in Version 1.13 sowie Xrandr 1.4 voraus. Kernel 3.9, der noch im Laufe des April erwartet wird, bringt hierzu Schnittstellen mit, die von Nvidia-Mitarbeiter Aaron Plattner unter der Bezeichnung »Prime Helpers« als Teil des Prime-Frameworks entwickelt und in den Kernel 3.9 eingebracht wurden. Hierbei geht es hauptsächlich um die Implementation der Schnittstelle dma_buf. Der »DMA Buffer Sharing Mechanism« erlaubt es, dass mehrere Treiber sich einen DMA-Puffer teilen. Die Prime-Infrastruktur, die bereits seit Version 3.5 Teil des Kernels ist, findet auch in den bald von einem quelloffenen Treiber von Nvidia unterstützten Embedded-Chips der Tegra-Reihe Verwendung. Um DMA BUF gab es 2012 einigen Wirbel, als Nvidia-Entwickler Robert Morell vorschlug, den GPL-Hinweis im Export-Symbol zu entfernen und die Schnittstelle als EXPORT_SYMBOL anstatt wie bis dahin als EXPORT_SYMBOL_GPL auszuzeichnen, um DMA BUF auch in ihren proprietären Treibern für Linux verwenden zu können. Das wurde damals von fast allen Kernel-Entwicklern abgelehnt. Die jetzt für den Kernel akzeptierten »Prime Helpers« umschiffen lediglich das Problem.

Der Nvidia Beta-Treiber 319.12 bietet neben Optimus-Support auch weitere Anpassungen wie bessere Unterstützung für UEFI, indem der Installer das Nvidia Kernel-Modul für SecureBoot kryptografisch signieren kann. Weiterhin unterstützt der Treiber jetzt auch die GeForce GTX 650 Ti BOOST Grafikkarte. Darüber hinaus wurden wieder viele Fehler bereinigt. In der Ankündigung des Treibers findet die Optimus-Unterstützung kaum Erwähnung, die Dokumentation erläutert die Anforderungen und technischen Details etwas näher. Leider wird mit keinem Wort die Energieverwaltung erwähnt, dass beim Wechsel von der Nvidia GPU auf den Onboard-Chip diese herunterfahren soll. Ohne diese Funktion wäre die Optimus-Unterstützung weiterhin nutzlos.

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