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Fr, 30. August 2013, 13:24

Software::Distributionen::Debian

Debian diskutiert über Langzeitunterstützung

Aus aktuellem Anlass findet auf der Debian-Entwickler-Mailingliste derzeit eine ausgedehnte Diskussion zu der Frage statt, ob Debian längeren Support für seine Veröffentlichungen anbieten soll.

Software in the Public Interest (SPI)

Der Anlass für die Diskussion ist die Ankündigung von Dreamhost, einem großen US-amerikanischen Webhoster, von Debian zu Ubuntu LTS zu wechseln. Die »Long-Term-Stable«-Veröffentlichungen von Ubuntu bieten fünf Jahre Unterstützung inklusive Backports und Sicherheitsupdates. Bei Debian sind es lediglich drei Jahre, da jede Version, die nach rund zwei Jahren vom Nachfolger abgelöst wird, noch ein Jahr weiter Unterstützung in Form von Sicherheitsupdates erhält. Allerdings bezieht sich die Unterstützung bei Debian auf das gesamte Archiv, bei Ubuntu lediglich auf die begrenzte Zahl an Paketen im Main-Repositorium. Da fallen dann schon so häufig verwendete Pakete wie etwa Nginx heraus, das sich im Universe-Repositorium befindet.

Dreamhost hat rund 20.000 Server im Einsatz und argumentiert, die zwei Jahre, die Ubuntu mehr an Unterstützung bietet, seien eine enorme Arbeitsentlastung für die Mitarbeiter des Unternehmens, das im Falle einer neuen Veröffentlichung von Debian nur ein Jahr Zeit hat, alle Server auf die neue Version anzuheben.

Die Nachricht, dass Dreamhost Debian gegen Ubuntu eintauscht, hat auf der Entwickler-Mailingliste zu ausgedehnten Diskussionen über die Frage geführt, ob Debian seine Veröffentlichungen mit Langzeitunterstützung versehen soll oder kann. Das Hauptproblem mit LTS bei Debian ist sicherlich, dass viele Teams in Debian ständig an ihrer zeitlichen Belastbarkeitsgrenze arbeiten. Besonders wären das Security- und das Release-Team von einem LTS-Release betroffen. Die Argumentation, Sicherheits-Updates sollten vermehrt auch von den jeweiligen Paketbetreuern übernommen werden, wurde von mit der Sicherheit der Distribution befassten Personen nicht gut aufgenommen. Die Argumentation geht dahin, dass fehlende Langzeitunterstützung über die gegebenen drei Jahre hinaus weniger schädlich für Debian sei, als die Aufweichung der Hauptargumente, die für Debian sprechen: Stabilität und Sicherheit.

Als mögliches Modell für eine Langzeitunterstützung für Debian wird einerseits die Mitarbeit der Firmen, die diesen Support wünschen, angesehen. Alternativ könnten diese Unternehmen auch für den zusätzlichen Support bezahlen, um so interessierte Betreuer dafür zu finden.

Debian wird versuchen, auf die ein oder andere Weise seinen Supportzeitraum zu verlängern, eine Mailingliste ist in Planung und eine Handvoll Entwickler stehen zur weiteren Organisation bereit. Ob eines, und wenn ja, welches der angedachten Modelle umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten und hängt von der Menge an Unterstützern ab.

Der lange Thread gibt auch der Sorge Ausdruck, dass Debian im Unternehmensumfeld mehr und mehr an Relevanz verliert und in der Sichtweise einiger Entwickler zu einem Upstream für auf Debian baiserende Derivate mutiert. Dies wiederum wurde bereits auf der kürzlich abgehaltenen DebConf-Konferrenz thematisiert und von Debian-Urgestein Bdale Garbee als die durchaus nicht schlechteste zukünftige Entwicklungsstufe für Debian angesehen.

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