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Sa, 23. November 2013, 12:01

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.13 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 3.13-rc1 als erste Testversion für Linux 3.13 freigegeben. Die bedeutendsten Änderungen wirken sich in Linux 3.13 noch kaum aus, sondern legen die Grundlagen für spätere Verbesserungen.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Knapp drei Wochen nach Linux 3.12 liegt nun die erste Testversion von Linux 3.13 vor. Normalerweise ist die Integrationsphase von Neuerungen für die kommende Kernel-Version zwei Wochen lang, dieses Mal waren es knapp drei Wochen, weil Torvalds sich eine Woche Urlaub gönnte und untergetaucht war. Damit ist Linux 3.13 Anfang 2014 zu erwarten.

Mit über 9.900 Änderungen dürfte 3.13 deutlich mehr Neuerungen mitbringen als die Vorversion. Eine bedeutende Neuerung für die Zukunft ist die Aufnahme von nftables, das später einmal den vorhandenen Firewall-Code komplett ersetzen soll. Das System wird allerdings kompatibel zum bestehenden Code bleiben.

Mit der Reorganisation der Warteschlangen der Blockgeräte wurde die Grundlage für weitere Geschwindigkeitssteigerungen gelegt. Um wirksam zu werden, müssen aber noch die Treiber angepasst werden. Software, die mit vielen großen Speicherseiten arbeitet, soll von den neuen optimierten PMD-Sperren profitieren.

Für höhere Leistung auf NUMA-Systemen sollen neue NUMA-Scheduler-Patches sorgen. Die maximale Anzahl von CPUs auf x86-Systemen wurde auf 8192 verdoppelt, offenbar aus konkretem Anlass. Auch das Programm perf für umfassendes Tracing und Leistungsanalysen wurde weiter vebessert.

Ein neues Paket-Klassifikationsmodul wurde aufgenommen, das Netzwerkpakete mit Bytecode klassifiziert, der vom Berkeley Packet Filter (BPF) ausgeführt wird. Das neue Programm tmon soll das Beobachten und Konfigurieren der Temperatursensoren vereinfachen. Sichere Zahlungsvorgänge über NFC soll das neue »Secure Element«-API ermöglichen. Die Netzwerkschicht unterstützt jetzt zudem das High Availability Seamless Redundancy (HSR)-Protokoll, das ein schnelles Failover in Ethernet-Netzen ermöglichen soll, TCP Fast Open als Standardeinstellung, Netzwerk-Namensräume im ipset-Firewall-Subsystem und IPv6 virtuelle Tunnels.

Die ARM-Architektur wurde um einen Scheduler für big.LITTLE-Prozessoren erweitert. Auf solchen Systemen wird je nach Systemlast ein kleiner, extrem energiesparender Prozessor oder ein schnellerer Prozessor aktiviert. Auf einem Chip können mehrere dieser kleinen und größeren Prozessoren enthalten sein. Auch das neue »Power Capping Framework« dient zur Energieverwaltung, allerdings bei Peripheriegeräten. Es ist derzeit nur für bestimmte Intel-Chips implementiert. In der ARM-Architektur werden jetzt auch Big Endian-Systeme »ARM BE8« unterstützt, während in der PowerPC-Architektur jetzt Little Endian möglich ist. Die Größe von großen Speicherseiten wurde in der SPARC-Architektur von 4 auf 8 MB erhöht, um einen 47 Bit breiten Adressbereich abdecken zu können. Entfernt wurden die nicht mehr gewarteten Plattformen ARM Shark und H8/300.

Zahlreiche Treiber wurden aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu. Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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