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Mo, 3. Februar 2014, 14:07

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.14 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 3.14-rc1 als erste Testversion für Linux 3.14 freigegeben. Wie zumeist in den letzten Versionen stehen umfangreiche Änderungen an, von denen keine besonders herausragt.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zwei Wochen nach Linux 3.13 liegt nun die erste Testversion von Linux 3.14 vor. Alle Änderungen, die Linus Torvalds vorlagen, wurden integriert. Die kommenden sechs oder mehr Wochen dienen zum Testen der Änderungen und Korrigieren der gefundenen Probleme. Eine einzige Änderung wurde laut Torvalds nicht aufgenommen, der geplante neue Systemaufruf rename2, mit dem sich die Namen zweier Dateien atomar vertauschen lassen sollen. Mangels Zeit für ein Review und wegen fehlender Erklärungen zur Änderung beschloss Torvalds, diese Änderung zurückzustellen; sie erscheint im günstigsten Fall noch in der nächsten Testversion, sonst erst in Linux 3.15.

Die Anzahl der Änderungen in Linux 3.14 liegt bei über 8600, womit wieder die übliche Größenordnung erreicht wird. Auch die Verteilung der Änderungen ist laut Torvalds normal; zwei Drittel entfallen auf die Gesamtheit der Treiber. Eine bereits vorab betrachtete Änderung ist die Erweiterung des Prozess-Schedulers um die Deadline-Klasse. Prozesse, die in diese Klasse gesetzt werden, laufen mit höchster Priorität, höher sogar als die Echtzeit-Klasse. Allerdings wird nur ein Teil der verfügbaren CPU-Zeit für die Deadline-Klasse bereitgestellt, der genaue Anteil ist einstellbar. Jeder Deadline-Prozess muss die maximale CPU-Zeit angeben, die er pro Zeitscheibe nutzen will. Dadurch kann das System neue Deadline-Prozesse ablehnen, wenn es die Einhaltung der Deadline nicht mehr garantieren kann.

Der Kernel verfügt bereits seit langer Zeit über Debugging-Mechanismen, um Deadlocks aufzuspüren. Jetzt kann der Mechanismus auch in Anwenderprogrammen verwendet werden. Der Systemaufruf kexec() ist nun auch auf m68k-Prozessoren und mit EFI-BIOS möglich. Xen wird auf ia64 (Itanium 2) nicht mehr unterstützt. Die noch frische arm64-Architektur wurde dagegen mit Jump-Labels und CMA-Speicherallokator ergänzt.

Das Perf Events-Subsystem kennt jetzt auch die RAPL-Zähler auf Intel-Prozessoren, die den Energieverbrauch des Systems ermitteln. Das zugehörige Programm perf wurde außerdem stark erweitert. Die Speicheranordnung im Kernel kann künftig per Zufall definiert werden. Das kann bestimmte Angriffe erschweren oder verhindern, ist aber nicht ganz unumstritten und zur Zeit nicht kompatibel mit Suspendierung und mit Perf Events.

Neu sind auch die Event-Trigger, Erweiterungen des uprobes-Subsystems, Paravirtualisierung in einem HVM-Container (PVH) zur Beschleunigung von Xen, automatische Zusammenfassung von kleinen Datenpaketen in TCP, Erweiterungen in Bluetooth Low Energy, neue Werkzeuge für den Berkeley Packet Filter, der Paket-Scheduler »Proportional Integral controller Enhanced (PIE)« und SMP-Unterstützung in der xtensa-Architektur.

Zahlreiche Treiber wurden aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu. Der schon lange obsolete SCSI-Treiber AIC7xxx wurde entfernt. Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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