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Mo, 2. Juni 2014, 12:03

Software::Kernel

Veränderung im Kernel-Entwicklungszyklus

Linus Torvalds hat die Entwicklung der übernächsten Linux-Version begonnen, noch ehe die kommende Version 3.15 veröffentlicht ist. Falls sich diese Überlappung der Entwicklungszyklen um eine oder zwei Wochen bewährt, könnte sie dauerhaft beibehalten werden.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Es ist eigentlich nur eine geringfügige Änderung, die Linux-Initiator Linus Torvalds vorgenommen hat, sie könnte aber zur Folge haben, dass die Zeitspanne zwischen zwei Kernel-Versionen, die derzeit im Durchschnitt bei zehn Wochen liegt, um eine Woche verkürzt wird. Die Änderung wurde von Torvalds offenbar spontan beschlossen, da er an diesem Wochenende nicht wie erhofft Linux 3.15 freigab, sondern einen weiteren Veröffentlichungskandidaten, damit die Gemeinschaft die letzten Änderungen noch einmal eine Woche testen kann.

Diese Verzögerung kam Torvalds allerdings aus privaten Gründen ungelegen. Mit der Freigabe der neuen Kernel-Version, die nun wohl erst nächsten Sonntag stattfindet, beginnt die zweiwöchige Integrationsphase, in der die Entwickler ihre Änderungen an Torvalds senden, der sie in den offiziellen Kernel übernimmt. Da jedoch in zwei Wochen in Portland die Schulferien beginnen und die Familie gleich zu Ferienbeginn in Urlaub fährt, hätte Torvalds entweder die Integrationsphase verlängern oder eine Woche im Urlaub arbeiten müssen. Das wollte er vermeiden und eröffnete die Integrationsphase daher eine Woche früher als üblich. So kann er unmittelbar vor dem Urlaub den ersten Veröffentlichungskandidaten für Linux 3.16 freigeben.

Bisher hatte Torvalds eine Überlappung der Test- und Integrationsphasen bewusst vermieden, damit die Entwickler sich auf die Tests konzentrieren können. Dabei ist Torvalds klar, dass der größte Teil der Entwickler permanent an neuen Dingen arbeitet und wenig zu den Tests beiträgt, insbesondere bei Code, der sie nicht betrifft. Es gibt aber auch viele Tester, die nicht davon abgelenkt werden sollen, gerade in den letzten Wochen vor der Veröffentlichung besonders intensiv zu testen.

Mit dem Vorziehen der Integrationsphase, die in einer mindestens einwöchigen Überlappung mit den Tests resultiert, bricht Torvalds also mit dem bisherigen Prinzip. Er betrachtet die Änderung als Experiment, erwartet allerdings, dass es problemlos funktionieren wird. Für ihn selbst bedeutet es, dass er zwei separate Git-Zweige statt einem pflegen muss, die nach dem Abschluss einer Veröffentlichung wieder vereinigt werden müssen. Doch dafür ist Git gemacht, und jede einzelne Kernel-Version liegt ohnehin schon als Git-Zweig auf kernel.org. Wie zwischen den Zeilen von Torvalds' Mitteilung zu lesen ist, liegt seine Hauptarbeit in den zwei Wochen der Integrationsphase; danach hat er abgesehen von dem Verfolgen der neuesten Entwicklungen und den Diskussionen zu technischen Fragen wenig zu tun. So würde die Änderung auch bedeuten, dass die Zeit, in der er weniger zu tun hat, schrumpfen würde. Auf der anderen Seite würde die Zahl der Änderungen in der Integrationsphase dadurch ebenfalls etwas zurückgehen. Ob dies zutrifft, wird man vielleicht schon bei Linux 3.16 sehen. Sicher ist aber schon, dass Linux 3.15 mehr Änderungen bringen wird als jede andere Version zuvor.

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