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Mo, 17. November 2014, 08:45

Software::Browser

Einigung über Video-Codecs im WebRTC-Standard erzielt

VP8 und H.264 sind die beiden Codecs, die im WebRTC-Standard vorgeschrieben werden. Darauf einigte sich jetzt die zuständige Standardisierungsgruppe.

Mozilla

Mit dem Kompromiss, die Unterstützung von zwei Video-Codecs zu fordern, folgte das Gremium dem Vorschlag von Mozilla, wie Andreas Gal in seinem Blog berichtet. Damit ist eine Blockade, die den Fortschritt bei WebRTC behindert, endlich aufgehoben.

WebRTC ist seit Firefox 20 verfügbar. Das RTC in WebRTC steht für Real-Time Communications. Es handelt sich um ein JavaScript-API, mit dem unter anderem Audio- und Video-Streaming zwischen Browsern (im Gegensatz zum Streaming von einem Server), das gemeinsame Nutzen von Dokumenten, Telekonferenzen und Ähnliches möglich werden. Laut Andreas Gal ist WebRTC eine der interessantesten Innovationen im Web in den letzten Jahren, da es mit proprietären Plugins Schluss macht und auf separate Programme verzichten kann.

Doch die Standardisierung von WebRTC wurde bisher durch die Frage aufgehalten, welche Video-Codecs vorgeschrieben werden sollen. Bei den Audio-Codecs gab es das Problem nicht. Hier wurden das ältere G.711 und das von Mozilla mit entwickelte Opus auserwählt. Im Video-Bereich standen dagegen VP8 und H.264 zur Wahl. VP8 wurden von Google initiiert und kann trotz einige Lizenzansprüche an Google ohne Lizenzkosten verwendet werden. Viel weiter verbreitet ist allerdings H.264, wogegen sich Mozilla aber stark wehrte, da der Codec durch vielerlei zumindest in den USA gültige Softwarepatente belastet ist und daher Lizenzkosten entstanden wären.

Erst nachdem Cisco zusammen mit Mozilla das freie OpenH264-Plugin veröffentlichte, dessen Lizenzkosten Cisco komplett übernimmt, gab es wieder Bewegung in dieser Frage. In der letzten IETF-Sitzung in Hawaii konnte sich die RTCWEB-Arbeitsgruppe darauf verständigen, der Mozilla-Implementation zu folgen und beide Codecs zu einem Teil des Standards zu machen. Dabei gelten für unterschiedliche »Endpunkte« unterschiedliche Anforderungen. Webbrowser müssen beide Codecs zur Verfügung stellen, wenn sie als standardkonform gelten wollen. Andere Endpunkte müssen ebenfalls beide Codecs anbieten. Falls jedoch einer der beiden Codecs »definitiv« lizenzfrei wird, also niemand mehr Lizenzansprüche stellt, müssen diese Endpunkte nur noch diesen einen Codec anbieten. Und schließlich gibt es noch Endpunkte, die sich WebRTC-kompatibel nennen und keinen der Codecs zwingend enthalten müssen.

Der vorliegende Vorschlag wurde noch nicht abgesegnet, weil einige Details zu klären bleiben, aber laut Andreas Gal sind die Aussichten für den Vorschlag gut. Wenn der Vorschlag angenommen wird, würde das nochmals deutlich untermauern, dass für Standards in jedem Fall ein lizenzfreier Codec benötigt wird.

Mozilla ist neben den derzeitigen Aktivitäten auch daran beteiligt, das Video-Codec-Problem durch einen neuen Codec zu lösen. Daala soll ein Codec werden, der alle bekannten Softwarepatente umgeht und die bestehenden Codecs in der Qualität übertrifft.

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Kommentare (Insgesamt: 18 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Fail (peter., Di, 18. November 2014)
Re: Fail (kar, Mo, 17. November 2014)
Re[8]: Bärendienst von FF (bstea, Mo, 17. November 2014)
Re[8]: Bärendienst von FF (Nur ein Leser, Mo, 17. November 2014)
Re[7]: Bärendienst von FF (Nur ein Leser, Mo, 17. November 2014)
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