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Mo, 8. Dezember 2014, 08:44

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.18 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 3.18 des Linux-Kernels freigegeben. Unter anderem enthält der neue Kernel das Dateisystem OverlayFS und erweiterte Netzwerkfunktionalität und bringt eine höhere Netzwerkgeschwindigkeit.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zwei Monate nach Linux 3.17 ist nun Linux 3.18 fertiggestellt. Mehr als 11.000 Änderungen flossen in diese Version ein. Mit einem Abstand von genau zwei Monaten zum Vorgänger haben die Entwickler nun genau den Rhythmus eingehalten, den sie vor einigen Jahren als Ziel ausgegeben haben.

Wie Linus Torvalds mitteilte, gibt er den neuen Kernel trotz eines noch nicht geklärten Fehlers frei. Dieser Fehler wurde bisher aber nur in Stresstests von Dave Jones gefunden und noch von keinem anderen Benutzer gemeldet. Er führt zum kompletten Stillstand des Systems, und die bisher erhaltenen Stacktraces geben keinen klaren Hinweis auf die Ursache. Dave Jones versucht immer noch, die Änderung, die den Fehler verursachte, einzugrenzen, was ziemlich zeitaufwendig ist. Es besteht auch die Vermutung, dass ein Compilerfehler von GCC 4.9.1 die Ursache sein könnte und GCC vor 4.9 noch in Ordnung ist.

Linux 3.18 enthält das Dateisystem OverlayFS, das nach dem Ende der offiziellen Integrationsphase noch aufgenommen wurde. OverlayFS ist ein Mechanismus, um ein (in der Regel änderbares) Dateisystem über ein schreibgeschütztes Dateisystem zu legen, ein Mechanismus, der auch als Union-Dateisystem bezeichnet wird.

Neue Funktionen in Linux 3.18 sind die Just-in-Time-Compilierung von Extended Berkeley Packet Filter (eBPF)-Programmen auf der arm64-Architektur, parallele Ausführung von kryptografischen Operationen mit Hilfe mehrerer Puffer, wenn die Hardware dafür ausgelegt ist, die NFS 4.2 SEEK-Operation im NFS-Server und atomare Schreibvorgänge und FITRIM im Dateisystem F2FS.

Berkeley Packet Filter wird allmählich zur universellen virtuellen Maschine im Kernel und ist nun über den Systemaufruf bpf allgemein verfügbar. Noch fehlen allerdings andere Komponenten, um ihn nutzen zu können. Die Netzwerk-Sendefunktion wurde beschleunigt, wie hier beschrieben. Zusätzlich besteht nun die Möglichkeit, beliebige Protokolle über UDP zu tunneln. Außerdem wurde Data Center TCP (DCTCP) Congestion Control implementiert.

Ein Fehler wurde im Systemaufruf fanotify_init korrigiert. Dies könnte Auswirkungen auf Programme haben, die sich auf das falsche Verhalten verlassen haben. Der Systemaufruf prctl unterstützt jetzt eine weitere Operation, um das Adress-Layout eines Prozesses zu ändern. Auch das Perf-Subsystem wurde wieder beträchtlich erweitert.

Xen erhielt ein »pvSCSI«-Subsystem, mit dem Gastsysteme SCSI-Geräte direkt ansteuern können. Die SPARC-Architektur wurde auf vierstufige Seitentabellen umgestellt, was den nutzbaren Adressraum nochmals drastisch erhöht. Das Zugriffskontrollsystem SMACK erhielt einen »Bring up« genannten Modus, der beim Entwickeln der Zugriffsregeln helfen soll. RCU wurde um ein Task-Subsystem erweitert, und für Device Trees steht mit dem »Resolver« eine Art von dynamischem Linker zur Verfügung.

Intern wurden einige Optionen hinzugefügt, um den Kernel für kleine Systeme noch kleiner zu machen, indem auf bestimmte Funktionalität verzichtet wird. Modulparameter können nun mit dem neuen Flag unsafe markiert werden. Das hat zur Folge, dass der Kernel als »Tainted« markiert wird, wenn solch ein Parameter geändert wird. Außerdem können Kernelmodule jetzt in komprimierter Form installiert werden. Treibern steht jetzt ein »Device-Coredump«-Mechanismus zur Verfügung, der zum Debuggen von Firmware eingesetzt werden kann.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Treiber aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu. Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen. Die Seite Kernelnewbies.org wird in Kürze eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlichen. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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