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Mo, 1. Juni 2015, 08:00

Software::Wissenschaft

Octave 4.0.0 erschienen

Das Mathematikprogramm Octave wurde in Version 4.0.0 mit vielen Neuerungen veröffentlicht. Erstmals wurde die grafische Oberfläche für allgemein benutzbar erklärt, objektorientierte Programmierung wurde eingeführt und die Kompatibilität zu Matlab wurde erhöht.

Ein Funktionsgraph mit OpenGL (hier noch in Octave 3.8)

Jens Dörpinghaus

Ein Funktionsgraph mit OpenGL (hier noch in Octave 3.8)

Octave ist ein Programm des GNU-Projekts für wissenschaftliche Berechnungen und wurde als freier Ersatz für das proprietäre Matlab konzipiert. Der Kern des Programmes ist ein Interpreter für eine weitgehend zu Matlab kompatible Hochsprache für numerische Mathematik. Das Programm kann approximierte Lösungen für lineare und nichtlineare Probleme berechnen und verfügt über umfassende grafische Fähigkeiten für die Visualisierung und Bearbeitung von Daten. Was bisher fehlte, war eine grafische Oberfläche für alle Operationen. Zwar war bereits in der Vorversion 3.8 eine Oberfläche als technische Vorschau enthalten, als reif für die Allgemeinheit wurde sie erst jetzt mit der Freigabe von Version 4.0 erklärt.

Die grafische Oberfläche ist jetzt Standard, wenn man Octave interaktiv ausführt. Sie ist mit der Qt-Bibliothek implementiert. Startet man mit der Option --no-gui, erhält man die bisherige Kommandozeile, hat aber trotzdem vollen Zugriff auf alle GUI-Dialoge und Plotfunktionen. Startet man dagegen mit --no-gui-libs, so wird die Qt-Bibliothek nicht verwendet, sondern stattdessen die FLTK-Bibliothek zum Plotten.

Zum Plotten steht neben Qt und FLTK auch Gnuplot zur Verfügung, was zur Laufzeit wählbar ist. Octave kann auch ganz ohne Qt compiliert werden, was die Auswahl auf die letzteren beiden reduziert.

Zahlreiche weitere Neuerungen hielten in Version 4.0.0 Einzug. Die eingebaute Programmiersprache erhielt Schlüsselwörter zur Definition von Klassen und somit objektorientierter Programmierung. Diverse neue Funktionen und Klassen kamen hinzu. Die Kompatibilität mit Matlab, die in früheren Versionen noch Grenzen hatte, wurde in vielen Punkten verbessert. OpenMP wird genutzt, wenn vorhanden, und kann viele Operationen parallelisieren und damit beschleunigen.

Intern kappt Octave jetzt Zwischenergebnisse von Gleitkommaberechnungen auf 64 Bit. Zwar kann die Hardware oft eine größere Genauigkeit handhaben, doch das führte zu Diskrepanzen mit Referenzimplementationen in reiner Software. Alle Änderungen lassen sich im Änderungslog oder im Referenzhandbuch nachlesen. Der Download der neuen Version ist von der Download-Seite möglich.

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