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Mo, 22. Juni 2015, 09:12

Software::Kernel

Linux-Kernel 4.1 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 4.1 des Linux-Kernels freigegeben. Der neue Kernel enthält zahlreiche Verbesserungen in nahezu allen Komponenten, unter denen die Verschlüsselungsoption im Ext4-Dateisystem und ein spezielles Dateisystem für Tracing herausragen.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zehn Wochen nach Linux 4.0 ist nun Linux 4.1 fertiggestellt. Linux-Initiator Linus Torvalds hatte dieses Mal nicht viel anzumerken, außer dass die letzte Woche vor der Freigabe nur noch eine geringe Zahl von Korrekturen ergab. Damit könnte Linux 4.1 eine großartige Version sein, was angesichts der Tatsache, dass diese Ausgabe eine mit längerer Unterstützung wird, nicht schlecht sei. Insgesamt bringt Linux 4.1 mehr Änderungen als sein Vorgänger, nämlich über 11.660, und ist um über 200.000 Zeilen Code von knapp 1.500 Entwicklern gewachsen. Rund 60% der Änderungen betreffen Treiber, 20% die verschiedenen Architekturen und die restlichen 20% sind in allen Bereichen verteilt. Die zweiwöchige Integrationsphase für Linux 4.2 ist damit wie üblich eröffnet.

Das Dateisystem Ext4 bietet jetzt eine transparente Verschlüsselung, bei der nach jetzigem Stand allerdings nur die Dateiinhalte verschlüsselt werden. Aufgenommen wurde auch das neue virtuelle Dateisystem tracefs, das dazu dient, Tracing zu steuern und die Daten auszulesen. Diese Funktionalität ist auch in debugfs enthalten, aber tracefs lässt sich mounten, ohne das ganze debugfs mounten zu müssen. Auch das Werkzeug perf, das die Trace-Funktionalität nutzt, erhielt viele Erweiterungen und Verbesserungen.

Ein neuer Treiber ermöglicht die effektive Nutzung von großen nichtflüchtigen Speichern als Blockgeräte. Der zram-Treiber dagegen erhielt die Möglichkeit, Datenblöcke zu komprimieren. Um Linux auf manchen Systemen noch kleiner machen zu können, wurde eine Option hinzugefügt, die Zahl der Benutzer auf 1 zu reduzieren, nämlich den Root-Benutzer.

Die MIPS-Architektur unterstützt jetzt XPA-Adressierung, was 40 Adressbits auf 32-Bit-Systemen ermöglicht und an den PAE-Modus von x86-Prozessoren erinnert. Der Device-Mapper kann nun als Blockgerät mit mehreren Warteschlangen agieren, und das DRM-System enthält jetzt »virtual GEM«, eine Speicherverwaltung für virtuelle Grafikgeräte. Das HD-Audio-Subsystem wurde umstrukturiert zu einem »hdaudio-Bus«. Außerdem können GPIO-Pins jetzt ohne Treiberänderung konfiguriert werden.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Treiber aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu. Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen. Die Seite Kernelnewbies.org wird in Kürze eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlichen. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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