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Fr, 18. September 2015, 12:43

Software::Grafik

Aktueller Stand und Zukunft von Wayland

Bryce Harrington von Samsung berichtet vom aktuellen Stand von Wayland kurz vor der Freigabe der Version 1.9. Fehlende Funktionalität in Xwayland und die verzögerte Portierung der Desktopumgebungen verhindern momentan den breiteren Einsatz.

wayland.freedesktop.org

Der Kern von Wayland ist, wie Harrington schreibt, nun ziemlich ausgereift und wird vorerst nicht mehr verändert, um Projekten wie KDE, Gnome und Enlightenment Gelegenheit zu geben, ihre Wayland-Portierungen fertigzustellen. Feedback von diesen Projekten wird von den Wayland-Entwicklern zügig abgearbeitet.

Ein Punkt, in dem diese Zusammenarbeit gerade akut ist, ist das XDG Shell-Protokoll, das sich erst in der Entwurfsphase befindet. Es ist zur Zeit noch nicht bekannt, wie das endgültige API aussehen wird. Dies wird sich erst aus den Anforderungen und Erfahrungen der Desktopumgebungen bei der Implementierung ergeben.

Harrington gibt eine kurze Übersicht über die gröbsten Fehler in Wayland, die bisher bekannt sind. Sie werden von den Entwicklern derzeit untersucht. Es handelt sich jeweils um tiefgreifende Probleme, für die keine einfache Lösung existiert. Es muss erst noch entschieden werden, an welcher Stelle die Probleme am besten behoben werden.

In Weston, der Kompositor-Referenzimplementation von Wayland, sind verschiedene Funktionen experimentell implementiert, um neue Technologien und Schnittstellen zu erproben. Die Erweiterungen wl_scaler und Presentation Feedback sind laut Harrington bereit, direkt in Wayland integriert zu werden, was allerdings noch von den Rückmeldungen der betroffenen Entwickler abhängt.

Neue Technologien, die für Weston bereitstehen, sind das atomare und damit flackerfreie Umschalten von Grafikmodi (Atomic Kernel Mode Switching), das aber auch auf Kernel-Seite noch in Entwicklung ist, und das Wayland dmabuf-Protokoll, das Video weiter beschleunigen soll, indem keine Kopieroperationen zwischen der Videoquelle und dem Display mehr benötigt werden. Die Daten müssen trotzdem irgendwie von der Videoquelle zum Display gelangen - das soll in Pipelines geschehen. Eine weitere Neuerung ist libweston, eine Bibliothek, die die Funktionalität eines Kompositors enthält. Sie ist noch experimentell und richtet sich an schlanke Window-Manager, die auf Wayland aufbauen wollen.

Version 1.9 von Wayland und Weston ist noch etwa zwei Wochen entfernt. Für die danach kommende Version stehen bereits wieder etliche Patches bereit, die noch begutachtet werden müssen. Eine der für viele Anwender interessantesten Fragen ist aber derzeit, ob und wann Wayland für den produktiven Einsatz bereit ist. Die Frage muss derzeit wohl noch verneint werden, weil die Desktopumgebungen mit ihren Portierungen noch nicht fertig sind. Darüber hinaus läuft die Frage darauf hinaus, ob die Anwendungen entweder direkt unter Wayland oder zumindest unter dem Xwayland-Server lauffähig sind. Xwayland jedoch steht momentan vor dem Problem, zu wenig Aufmerksamkeit zu erhalten. Es würde ein weiterer Entwickler benötigt. Beispielsweise, um die bereits fertiggestellte Touchscreen-Unterstützung zu integrieren.

Für den Herbst dieses Jahres hatten sich viele Entwickler und Anwender den Beginn des produktiven Einsatzes von Wayland erhofft. Angesichts der vorliegenden Informationen scheint sich dieser Termin wohl doch um einige Monate zu verschieben, was jedoch nicht sonderlich überraschen sollte.

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