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Fr, 12. Februar 2016, 09:56

Software::Grafik

Netzwerktransparenz für Wayland

Derek Foreman von Samsung hat eine Erweiterung von Wayland vorgestellt, die dem neuen Display-Server zu einer Netzwerktransparenz wie X11 verhilft. Sie ist allerdings noch eine Weile von der Fertigstellung entfernt.

wayland.freedesktop.org

Wayland ist ein Protokoll zwischen Compositor und Client-Applikationen sowie die entsprechende Implementation als C-Bibliothek. Der Compositor kann dabei ein eigenständiger Display-Server sein, wie der vom Projekt entwickelte Referenz-Compositor Weston, eine X-Anwendung oder ein Wayland-Client. Die Clients können traditionelle Anwendungen, X-Server oder andere Display-Server sein. Wayland und Weston bilden zusammen ein vollständiges Fenstersystem, das X in einigen Bereichen ablösen könnte. Details können der Architektur-Übersicht entnommen werden.

Fehlende Netzwerktransparenz im Protokoll von Wayland ist eine oft gehörte Beschwerde, die nicht nur nach Auffassung von Samsung die Akzeptanz von Wayland bisher entscheidend behindert. Daher machte sich Derek Foreman daran, diese von X11 gewohnte Funktionalität zu implementieren. Remote-Desktop-Protokolle wie VNC oder RDP sind dafür nicht ausreichend, da sie den gesamten Desktop in Beschlag nehmen oder eine neue Instanz des Desktops starten. Im Gegensatz dazu bedeutet Netzwerktransparenz, dass ein einzelnes Programm auf einem anderen Rechner, beispielsweise einem leistungsstarken Server, gestartet wird, seine Fenster jedoch auf dem lokalen Desktop anzeigt und von diesem aus bedient wird.

Das Wayland-Protokoll eignet sich laut Foreman in der bestehenden Form nicht gut für Netzwerktransparenz, da Dateideskriptoren übertragen werden, Tastendruckwiederholung nicht auf der Client-Seite behandelt wird und Client und Compositor gemeinsame Puffer verwenden. Der Rest des Protokolls stellt jedoch keine Hürde dar; im Gegenteil ist das Protokoll sogar auf möglichst kurze Roundtrip-Zeiten optimiert.

Die Lösung dieser Probleme nennt sich WOW (Wayland Over Wire) und ist laut Foreman eine vereinfachende, noch experimentelle Lösung. WOW sendet das Wayland-Protokoll über einen TCP-Socket, wobei es um einige Punkte erweitert werden musste. Doch genau solche Erweiterungen sind in Wayland bereits vorgesehen. Zur Zeit fehlen jegliche Maßnahmen, um den geöffneten Netzwerk-Port abzusichern, und auch andere Punkte sind noch offen. Alle diese Punkte können ohne weiteres gelöst werden, bis auf eines. Unklar ist noch, wie die Tastendruckwiederholung behandelt werden kann. Bill Spitzak hat eine mögliche Lösung vorgeschlagen.

Wer WOW in diesem frühen Stadium ausprobieren will, findet die Patches auf der Mailingliste. Netzwerktransparenz für Wayland wird sicher kommen, aber bis dahin sind noch einige Details zu klären und Verbesserungen vorzunehmen.

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