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Mi, 8. Juni 2016, 13:37

Software

HPE öffnet Software für »The Machine«

HP Enterprise hat die ersten vier Softwarekomponenten für »The Machine«, einen zukünftigen Computer mit radikal anderen Paradigmen, unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Wie das Unternehmen beteuert, war es von Anfang an geplant, die Software für »The Machine« als freie Software zu entwickeln.

Memristoren auf einem Wafer

HP

Memristoren auf einem Wafer

Eine experimentelle Entwicklung von HP Enterprise (HPE), einfach »The Machine« genannt, soll die Leistung und die Speicherkapazität von Computern auf eine neue Ebene bringen und gleichzeitig den Energiebedarf massiv reduzieren. Um dies zu erreichen, setzen die HP Labs auf einen radikalen Paradigmenwechsel - Memristoren statt Transistoren, Licht statt Stromfluss, speichergetriebene statt datengetriebene Berechnung.

Memristoren sind, im Gegensatz zu Transistoren, passive Bauelemente, die aber effektiv sowohl zum Rechnen als auch zum Speichern eingesetzt werden können. Sie stellen im Prinzip Widerstände dar, deren Widerstandswert von den zuvor geflossenen Ladungen abhängig ist. Schon 1971 vorgeschlagen, konnten Memristoren erst 2007 erstmals praktisch hergestellt werden.

HP koppelt in den Chips, die für »The Machine« verwendet werden, Speicher und Verarbeitungseinheiten über Lichtsignale, da Licht schneller ist und wesentlich weniger Energie benötigt. Die Memristor-Speicher benötigen noch dazu wesentlich weniger Energie als DRAM, können theoretisch viel dichter gepackt werden und behalten ihre Ladung auch nach dem Abschalten des Stroms. Aus diesem Grund können Memristor-Speicher auch Flash und Festplatten ersetzen, und HPE setzt deswegen auf eine Architektur, in der der gesamte Speicher direkt adressierbar ist, und nennt dies »Universal Memory«. Unterstützung für persistente Speicher in verschiedensten Ausführungen und Technologien wird zur Zeit in den Linux-Kernel eingebaut.

Um Open-Source-Entwickler möglichst früh an »The Machine« teilhaben zu lassen, stellt HPE nun die ersten vier Werkzeuge für das System frei zur Verfügung. Das erste ist Foedus, eine Datenbank-Engine für Schlüssel-Wert-Paare, die auf massiv parallele Verarbeitung und nichtflüchtigen Speicher setzt. Foedus steht unter der GPLv2.

Atlas adressiert das Problem der sicheren Datenspeicherung, da bei riesigen persistenten Speichern genau wie bei Festplatten mit Datenfehlern zu rechnen ist, die erkannt und korrigiert werden müssen. Atlas steht unter der LGPLv3.

Sparkle ist ein Projekt, das Geschwindigkeitserhöhungen für Apache Spark entwickelt. Es steht naturgemäß unter der Apache-Lizenz 2.0.

Das vierte Projekt schließlich dient zur Emulation des »Fabric-Attached Memory« für »The Machine«, so dass Entwickler damit experimentieren können, bevor die Hardware tatsächlich verfügbar ist. Es steht unter der GPLv2.

Weitere Werkzeuge sowie die Weiterentwicklung der jetzt veröffentlichten sollen in den nächsten Monaten folgen. Das Betriebssystem, oder zumindest das erste Betriebssystem für »The Machine« wird Linux sein - HPE arbeitet derzeit an den notwendigen Änderungen, um Linux auf »The Machine« laufen zu lassen.

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