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Mo, 8. August 2016, 13:35

Software::Kernel

Linux-Kernel 4.8 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 4.8-rc1 als erste Testversion für Linux 4.8 freigegeben. Zahlreiche Optimierungen dürften dafür sorgen, dass Linux 4.8 der bisher schnellste und effizienteste Kernel wird.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zwei Wochen nach Linux 4.7 ist nun planmäßig die erste Testversion von Linux 4.8 erschienen. Die kommenden sieben Wochen (bei Bedarf auch mehr) dienen zum Testen der Änderungen und Korrigieren der gefundenen Probleme. Wie schon seit Wochen abzusehen war, ist die Zahl Änderungen dieses Mal wieder höher als im letzten Zyklus. Linus Torvalds merkt dazu an, dass er wegen zeitweiser Abwesenheit letzte Woche auf einige Patches verzichtete. Diese will er aber diese Woche noch einmal genau anschauen und gegebenenfalls annehmen. Insgesamt integrierte er bereits über 11600 Änderungen. Wie meistens betrafen etwa zwei Drittel der Änderungen die Treiber, wobei unter diesen wiederum die Grafik- und die Netzwerktreiber führend waren.

Während die AMD-Grafiktreiber unter anderem eine Unterstützung für das Übertakten einiger neuerer Chips erhielten, wurde der Nouveau-Treiber um ersten Code für Nvidia Pascal-Chips erweitert. Der Intel-Treiber bietet nun GVT-g Paravirtualisierung und ein Mali-Treiber kam neu hinzu, der aber wohl nur für bestimmte Display-Hardware von Interesse ist. Auch die Unterstützung für den Raspberry Pi 3 ist jetzt, neben anderen Einchipsystemen, im Kernel.

Transparente Huge Pages können jetzt auch für Cache genutzt werden. Nach einer umfassenden Diskussion, welche von zwei konkurrierenden Implementationen aufgenommen werden sollte, machte Kirill Shutemov das Rennen. Eine weitere recht grundlegende Änderung ist, dass das Freigeben von Speicherseiten, die anderweitig benötigt werden, jetzt auf NUMA-Knoten statt Speicherzonen beruht. Das dürfte heutzutage die performantere Lösung sein, wobei die Verbesserung sich allerdings nur im einstelligen Prozentbereich auf die Gesamtleistung des Systems auswirken dürfte.

Die Kernel-Dokumentation erhielt ein neues Formatierungssystem auf Basis von Sphinx. Das Perf-Subsystem erhielt wiederum eine Menge von Neuerungen. Bezüglich der Gefahr von Stack-Überläufen wurde der erste Teil einer Lösung integriert, die Stacks in den virtuellen Speicher packt und den Speicher entsprechend schützt.

Das TCP-Protokoll wurde um den Algorithmus »New Vegas« zur Stauvermeidung bzw. -auflösung erweitert, der besser funktionieren soll als »Vegas«. Auch im WLAN-Bereich gab es Änderungen für bessere Stauvermeidung. Hier wurde der CoDel-Algorithmus eingesetzt, der durch die Reduktion von Warteschlangen auch die Latenzzeiten verringern soll. Im RDS-Protokoll, das Datagramm-orientierte Verbindungen über TCP ermöglicht, kann der Durchsatz jetzt durch die Verwendung mehrerer TCP-Verbindungen gesteigert werden. Zudem wurde die Netzwerk-Paketverarbeitung um die Möglichkeit erweitert, bereits vor jeder weiteren Verarbeitung ein BPF-Programm auf das Paket loszulassen.

Interne Optimierungen sind unter anderem die Neuimplementierung der Timer-Verwaltung und die Möglichkeit für Treiber, verschiebbaren Speicher zu allokieren. Beides kann zu mehr Effizienz und damit auch Geschwindigkeit beitragen, wenn auch kaum in merklichen Größenordnungen. Der Kernel-interne Zufallsgenerator wurde auf Basis des Verschlüsselungsalgorithmus ChaCha20 neu geschrieben, was zu mehr Skalierbarkeit führen soll. Für Entwickler sind vor allem die neuen atomaren Operationen von Interesse. Außerdem wurde die Möglichkeit hinzugefügt, GCC-Plugins bei der Kernel-Compilierung zu nutzen. Momentan sind Plugins für die Codeabdeckung und die Messung der Code-Komplexität vorhanden, möglicherweise kommt noch eines zur Erzeugung von Entropie im frühen Stadium des Boot-Vorgangs hinzu.

Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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