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Di, 20. September 2016, 11:12

Gemeinschaft::Organisationen

Lizenzänderung für LLVM vorgeschlagen

Fast ein Jahr nach den ersten Überlegungen zu einer Lizenzänderung für LLVM gibt es nun einen konkreten Vorschlag, von der NCSA-Lizenz zur Apache-Lizenz 2.0 mit zwei zusätzlichen Klauseln zu wechseln.

llvm.org

Letzten Oktober hatte LLVM-Projektleiter Chris Lattner die Probleme mit der aktuellen Lizenz und mögliche Lösungen dargelegt. LLVM steht unter einer eigenwilligen Lizenz, der University of Illinois/NCSA Open Source License. Teile wurden außerdem unter der MIT-Lizenz relizenziert. Beide Lizenzen entsprechen in ihrem Geist den BSD-Lizenzen und unterscheiden sich nur in Details.

Trotz der Einfachheit der Lizenz gibt es laut Lattner drei Probleme damit. Erstens sei die Klausel, die Patente betrifft, unklar und führe bei einigen Unternehmen zu Zweifeln, ob sie mehr Patente freigeben müssten, als beabsichtigt. Das halte diverse Unternehmen davon ab, ihren bereits entwickelten Code zum Projekt beizutragen. Zweitens unterscheidet sich die Lizenz des Compilers (nur die UIUC-Lizenz) von der der Laufzeitbibliothek (UIUC und MIT). Dadurch sei es schwer, Code des Compilers in die Laufzeitbibliothek zu überführen. Drittens seien auch die Ausführungen zu Patenten in der Entwicklerrichtlinie unklar. Außerdem könnten sie wahrscheinlich nicht den Schutz bieten, den sie beabsichtigten, und damit ebenfalls Beiträge zu LLVM verhindern.

Mit seiner damaligen Mail hatte Lattner die Diskussion ins Rollen gebracht. In deren Verlauf ergab sich eine starke Unterstützung für eine Hinwendung zur Apache-Lizenz 2.0, es wurden jedoch auch Bedenken geäußert, dass sie gewisse Inkompatibilitäten zur GPLv2 aufweist. Zur Lösung dieser Probleme hat Lattner, wie er jetzt erläutert, zahlreiche Gespräche mit Anwälten geführt, die zu einem konkreten Vorschlag führen. Die neue Lizenz sollte die Apache 2.0-Lizenz mit zwei Zusatzklauseln werden. Diese Klauseln beschreiben Ausnahmen von der Lizenz. Die erste Ausnahme besagt, dass man Code von LLVM (und den von LLVM generierten Code sowieso) in seine eigenen Produkte aufnehmen darf, ohne irgendwo darauf hinzuweisen. Die zweite Ausnahme stellt die Kompatibilität zur GPLv2 sicher. Sie besagt, dass für GPLv2-lizenzierte Software, die Teile von LLVM enthält, die Patentklauseln der Apache-Lizenz 2.0 nicht gelten.

Mit dieser Mail soll lediglich die weitere Diskussion angeregt werden, so dass es irgendwann zu einem Beschluss kommen kann. Erst danach wird sich das Projekt Gedanken machen, wie die Lizenzänderung praktisch angegangen wird.

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Kommentare (Insgesamt: 6 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: und GPLv3 ? (DrMcCoy, Do, 22. September 2016)
Re[3]: und GPLv3 ? (DrMcCoy, Do, 22. September 2016)
Re[2]: und GPLv3 ? (blablabla233, Mi, 21. September 2016)
Re: und GPLv3 ? (DrMcCoy, Di, 20. September 2016)
Zusatzklausel (hansihinterseher, Di, 20. September 2016)
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