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Fr, 14. Dezember 2001, 16:30

Gesellschaft::Politik/Recht

Freie Software in der Bundesregierung: Offener Brief von Georg Greve

In einem offenen Brief weist Georg Greve, Präsident der FSF Europe, darauf hin, dass die Debatte um das im Bundestag einzusetzende System sich nicht alleine auf "Windows oder GNU/Linux" beschränken sollte.

In einem offenen Brief an den Bundestagsabgeordneten und Mitglied des Ältestenrates, Dr. Uwe Küster, schreibt Georg Greve, dass auch er ebenso wie Herr Uli Kelber und Herr Daniel Riek (wir berichteten) der Ansicht ist, dass emotionale und ideologische Fragen nicht ausschlaggebend sein sollten bei der Entscheidung um das zukünftig im Bundestag einzusetzende Betriebssystem.

Vor der Entscheidung über das spezifische System stehe eine grundsätzliche Frage, deren politische Dimension weit über die Informationssicherheit und auch über die von Daniel Riek angesprochenen wettbewerbspolitischen Aspekte hinausgehe, so Greve. Informationstechnologie und die ihr zugrunde liegende Software sei bereits unverzichtbar und durch ihre Omnipräsenz würde der Zugang zur Software in wachsendem Maße über unsere Fähigkeit, am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen entscheiden.

Das Bundesinnenministerium habe im September einen Rahmenvertrag mit Microsoft geschlossen, bei dem das Ministerium in diesem Zusammenhang keinerlei Handlungsspielraum hatte. Eine vollständige und plötzliche Umstellung der IT-Struktur des Ministeriums inklusive Schulung der Nutzer sei nicht realisierbar, daher besitze das Ministerium in dieser Frage keinerlei Entscheidungsfreiheit und sei hochgradig abhängig von den Interessen eines einzelnen Unternehmens. Dies sei allerdings kein Microsoft-spezifisches Problem, sondern ein allgemeines Problem proprietärer Software, deren System auf die Erzeugung von Monopolen angelegt ist. Freie Software hingegen sichere die Unabhängigkeit der Politik.

Neben GNU/Linux gäbe es noch weitere Freie Systeme, etwa FreeBSD, OpenBSD und NetBSD, in den kommenden Jahren außerdem auch noch GNU/Hurd. Die Entscheidung zwischen diesen Systemen solle wiederum ausschließlich aufgrund praktischer, funktionaler und sicherheitsrelevanter Aspekte und unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit erfolgen.

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