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Di, 4. März 2003, 22:55

Software::Desktop::KDE

Vergleich von KDE und GNOME

Eine Artikelserie von Nicholas Petreley wird die Debatte und den Konkurrenzkampf zwischen KDE und GNOME wieder anheizen, besonders da der Autor im zweiten Teil deutlich Stellung bezieht.

Der Vergleich bezieht sich auf die jeweils aktuellen Versionen, KDE 3.1 und GNOME 2.2, die zudem fast gleichzeitig erschienen sind.

Im ersten Teil der Artikelserie hatte Petreley einen »kurzen Vergleich« zwischen KDE und GNOME angekündigt. Er ging auf die Installation, Aussehen und Bedienung beider Desktop-Systeme ein. Petreley versuchte so neutral wie möglich zu sein und installierte beide Systeme auf Debian GNU/Linux. Aber sowohl bei der Installation als auch bei Look&Feel erschien ihm KDE als klarer Sieger des Vergleichs. Er kritisierte die verzwickten Abhängigkeiten zwischen den GNOME-Paketen, GConf, das Konfigurationssystem, das so unangenehm an die Windows-Registry erinnert, und die vielen Konfigurationsverzeichnisse im Heimatverzeichnis des Benutzers. Dies sind jedoch teilweise Geschmacksfragen oder Probleme mit der Distribution, die keine eindeutige Wertung zulassen.

Im nun vorliegenden zweiten Teil stellt der Autor fest, daß alle früher vermißten Features in KDE nun präsent seien. Er nimmt sich als Beispiel den Datei-Dialog vor, der bei GNOME einen eklatanten Schwachpunkt darstellt, bei KDE aber ausnehmend elegant und flexibel gestaltet ist. Vielleicht ist dieses eine Beispiel nicht besonders repräsentativ, doch es kommt noch mehr hinzu.

Stellte Petreley schon früher fest, daß GNOME im Prinzip aus vielen inkonsistenten Anwendungen besteht, von denen einige nicht direkt zum Projekt gehören und daher die Konsistenz nicht gerade verbessern, so kommen nun noch die Mängel im Komponentensystem von GNOME hinzu. Ursprünglich war GNOME ein »Network Object Model Environment«, wie auch der Name immer noch sagt. Dementsprechend gibt es das Komponentenmodell Bonobo, das auf CORBA aufsetzt. Doch laut Petreley wird es von kaum einer Applikation genutzt. Mit der möglichen Integration von Mono sieht die Zukunft von Bonobo zudem sehr unsicher aus.

Im Gegensatz dazu erkannte das KDE-Projekt CORBA frühzeitig als ungeeignet, entfernte es und ersetzte es durch das selbst entwickelte Komponentenmodell KParts. Dadurch sind Komponenten ungemein einfach in Applikationen einzubinden, wovon weithin Gebrauch gemacht wird.

Schließlich geht Petreley sogar so weit, GNOME zu unterstellen, daß es keine Entwicklungsrichtung mehr habe. GNOME wollte unabhängig von der Programmiersprache sein. Es wurden Bindungen für zahlreiche Sprachen geschaffen, aber dies lenkte nur vom ursprünglichen Ziel ab, ohne nennenswerten Nutzen zu bringen. KDE dagegen, grundsätzlich nur in C++ zu programmieren, bietet inzwischen auch Bindungen für andere Programmiersprachen an, ließ sich aber dadurch nie vom Ziel ablenken. »GNOME wurde LAME (Language Agnostic Morphable Environment«, treibt der Autor seine Kritik auf die Spitze. Das Wortspiel mit lame (lahm) ist dabei kein Zufall. Aufgrund der inhomogenen, lose aneinandergereihten Applikationen bezeichnet er GNOME außerdem als Franken-GUI in Anspielung auf Frankensteins Monster.

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