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So, 2. November 2003, 19:05

DATEV ohne Linux-Plan

Planlos im doppelten Sinn ist die Linux-Strategie der DATEV, einer Genossenschaft, die Software, Service und Consulting zu Steuern, Wirtschaft und Recht anbietet.

In einem inzwischen nicht mehr abrufbaren Dokument mit dem Titel »Informationen zum Betriebssystem Linux« erklärt man, daß man sich auf die »Standardplattform WIN32« festgelegt habe. »...momentan stellt Linux keine wirklich ökonomisch brauchbare Alternative zu Windows dar.« Die Argumente für dieses Vorgehen sind jedoch fadenscheinig und falsch.

So will DATEV die Einsetzbarkeit von Linux untersucht haben. Dabei sei als Problem aufgetaucht, daß es alle paar Wochen neue Support-Packs von den Linux-Distributoren eingespielt werden müssen. Dieser Zeitabstand sei zum Test der Produktpalette zu gering. DATEV scheint hiermit suggerieren zu wollen, daß Updates eine Änderung des Systemverhaltens bewirken, was normalerweise nicht der Fall ist. Verschwiegen wird, daß es bei Microsoft kritische Updates im Wochenrhythmus gibt, und daß gerade Microsoft erhebliche Probleme mit der Qualität der Patches hat.

Ein weiterer Hinderungsgrund ist laut DATEV, daß man als Datenbank Btrieve einsetze, was nicht für Linux verfügbar sei. Wie allgemein bekannt ist, ist der Nachfolger von Btrieve Pervasive, das seit Jahren für Linux verfügbar ist und offenbar sehr gut angenommen wird.

Als Server könne man Linux nicht einsetzen, da es keinen verläßlichen Support-Partner gebe, oder jedenfalls keinen, »der bereit wäre, vergleichbare Vertragsbedingungen [wie Microsoft] zu akzeptieren«.

So ist es wenig verwunderlich, daß der Artikel inzwischen nicht mehr abrufbar ist. Verwunderlich ist dagegen, daß die Webseiten von DATEV nur mit aktiviertem JavaScript genutzt werden können, obwohl DATEV selbst darauf hinweist, daß JavaScript ein Sicherheitsproblem darstellen kann. Daß es manche Nutzer unakzeptabel finden, daß fremder Code auf ihrem Rechner - wenn auch nur im Browser - ausgeführt wird, berührt DATEV genauso wenig. (Dank an Harald Schumacher und Andreas Wozniak.)

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