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Do, 3. März 2005, 17:05

Software::Kernel

Neue Versionsbezeichnungen für den Kernel vorgeschlagen

Neue Versionsbezeichnungen für den Kernel vorgeschlagen

Eine neue Idee des Linux-Vaters Linus Torvalds bezüglich der künftigen Nomenklatur des Kernels sorgt im Kreise der Entwickler für Diskussionen.

Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

LINUXMAG.com

Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

Nach Freigabe von Kernel 2.6 hatte Linus Torvalds die Weiterentwicklung des Kernels geändert. Statt wie bisher neue Funktionen erst in einen separaten Baum zu integrieren, einigten sich die Entwickler auf die sofortige Implementierung von Neuerungen. Torvalds schlug darüber hinaus vor, eine Methode einzuführen, um eingereichte Patches zu signieren. Neben dem Autor der Änderung müssen noch weitere Programmierer wie der Autor das Systems, Maintainer des Subsystems oder andere Entwickler die betreffenden Neuerungen »signieren«. Erst nachdem alle Beteiligten die Änderungen verifiziert haben und der Autor seine Änderungen im Sinne von Open Source deklariert hat, kann ein Patch in den Kernel eingebunden werden.

Wie Torvalds in einer Nachricht auf der Linux-Kernel Mailingliste schreibt, könnte schon die Version 2.6.13 in den Genuss der neuen Namensgebung kommen. Im Gegensatz zu der praktizierten Vorgehensweise würden in Zukunft alle ungeraden Kernelversionen (2.6.13, 2.6.15,...) per Definition als instabil deklariert werden. Aus diesen würden dann ein bis zwei Wochen später stabile Kernels mit einer geraden Nummer hervorgehen. Die bis heute befolgte Praxis der rc-Zwischenschritte würde darüber hinaus beibehalten werden.

Beobachter werten Torvalds' Vorschlag als Reaktion auf die Kritik der aktuellen Entwicklungsstrategie des Kernels. Manche Programmierer und Anwender sehen die Kernelserie 2.6 als instabil an und beklagen die fehlende Zuverlässigkeit des Kernels. Dass in jüngster Zeit so häufig Fehler im Linux-Kernel gefunden werden, veranlasste Brad Spengler, Entwickler von grsecurity, zur provokativen Feststellung, dass es mittlerweile zehnmal einfacher sei, im Linux-Kernel Lücken zu finden als in Linux-Applikationen.

Torvalds selbst argumentiert in seiner Nachricht, dass es im Moment nicht möglich sei, zu der alten Releasestrategie, wie sie noch bei Kernel 2.4 und 2.5 ihre Gültigkeit hatte, zurück zu kehren. Laut Torvalds seien die Releasezyklen zu lang und »die Leute hassten die Rück- und Vorwärts-Portierung«. Ferner ist er sich sicher, dass die neue Vorgehensweise immer noch keine Garantie für einen stabilen Kernel darstellen wird. Eine gerade Nummer des Kernels wird immer noch nicht bedeuten, dass alle Fehler behoben wurden, sondern nur die Absicht der Entwickler unterstreichen.

Der neue Vorschlag stößt nicht bei allen Entwicklern auf Gegenliebe. Jeff Garzik kommentiert den Vorschlag als »zu verwirrend«. Für Lars Marowsky-Bree wäre dagegen die bessere Vorgehensweise, alle Änderungen zunächst wie geplant im mm-Tree des Kernels zu testen, bevor sie in die stabile Version übergehen. Auch Marowsky-Bree findet die neue Nomenklatur verwirrend und unklar. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Dave Jones und auch er würde gerne Neuerungen nur zulassen, wenn sie auch ausreichend im -mm-Zweig des Kernels getestet wurden.

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