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Do, 7. April 2005, 11:56

Gesellschaft::Politik/Recht

SUN holt zum Schlag gegen die GPL und Red Hat aus

Jonathan Schwartz hat die General Public Licence (GPL) als ökonomischen Imperialismus amerikanischer Prägung kritisiert.
Von ThomasS

Auf der Open Source Business Conference bekam bei dieser Gelegenheit auch Konkurrent Red Hat sein Fett weg.

Suns Präsident sagte auf der Open Source Business Conference, dass er mal geglaubt habe, dass das Open-Source-Geschäft die Kranken heilt und Tote auferstehen lässt. Diesen Glauben hätte er nun weitgehend verloren. Schwartz kritisiert die GPL, da GPL-Code nicht mit proprietärem Quellcode vermischt werden darf, um die GPL-Programme von proprietären Zwängen freizuhalten. Schwartz weiter: »Ökonomien und Nationen brauchen geistiges Eigentum (IP), um selbst entwickeln zu können. Ich habe mit Vertretern von Firmen und Universitäten in Entwicklungsländern gesprochen, die schon damit begonnen hatten, GPL-Code in ihre Produkte zu integrieren. Dann stellten sie aber fest, dass sie ihr geistiges Eigentum wieder für die Welt öffnen müssen.«

Nach Schwartz behauptet die GPL, sie baue Freiheit auf, dennoch zwinge sie ihre Benutzer in räuberischer Weise dazu, ihr geistiges Eigentum den USA zu überlassen, wo die GPL beheimatet ist. Schwartz predigt heute daher lieber die Botschaft der Community Development and Distribution Licence (CDDL). Die vom OSI zertifizierte CDDL sei wesentlich besser für die Seele. Sie zwinge ihre Benutzer nicht zur Offenlegung ihrer IP.

Gleichzeitig machte Schwartz allerdings auch deutlich, dass frei erhältlicher Quellcode eine gute Grundlage für kommende Umsatzsteigerungen sei. In den letzten Jahren hatte Sun Microsystems gegenüber seinen Konkurrenten wie IBM, Microsoft und Red Hat viel an Boden verloren und die Entwicklung der Sun-Aktien an der Börse hatte sich zunehmend verflacht.

Bei dieser Gelegenheit reagierte er auf Kritiker von SUNs Java-Politik: »Unsere Ablehnung, Java zu OSS zu machen, hat nichts damit zu tun, dass Sun proprietär ausgerichtet ist. Aber es habe alles getan werden müssen, um ein Forking von Java zu verhindern.«

Java-Kritiker Red Hat, in den letzten Monaten zunehmend in SUNs Fadenkreuz geraten, gegenüber schlug Schwartz versöhnlichere Töne an. Es sei eben so, dass es nun eine Community innerhalb der weltweiten Open Source-Gemeinschaft gebe. Das Open Solaris-Projekt sei der Versuch, das Thema Open Source neu zu bewerten. Allerdings machte Schwartz keinen Hehl daraus, dass Firmen, die Open-Source-Dienstleistungen anbieten, aber ihre eigenen Produkte proprietär geschlossen halten, letztlich als Heuchler entlarvt und aus dem Rennen geworfen würden. Ähnliche Kritik hatte SUN auch gegen IBM geäußert, unter anderem dass Programme wie WebSphere, Tivoli und Lotus Software weiterhin proprietär blieben, obwohl IBM sich doch für Open Source-Projekte einsetze.

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