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Mo, 20. Juni 2005, 11:48

Gesellschaft::Politik/Recht

Freies Miranda-Projekt geht erneut gegen Lizenzverstöße vor

Auf den Seiten des Projekts berichten die Entwickler des freien Programms Miranda von zwei Verletzungen der GPL, auch die neuerlichen Lizenzverstöße will man nicht einfach hinnehmen.
Von ThomasS

Miranda ist ein Instant Messenger-Client für Windows, der von seinen freien Entwicklern unter den Bedingungen der General Public Licence (GPL) zur Verfügung gestellt wird. Schon in der Vergangenheit machte das Miranda-Projekt erste Erfahrungen mit GPL-Verletzungen und ging entschlossen dagegen vor. Jetzt ist man mit Hilfe aufmerksamer Nutzer offenbar wieder auf zwei Verstöße gegen die Lizenz von Miranda gestoßen. In beiden Fällen mussten die Entwickler des Miranda-Projekts feststellen, dass die Copyright-Hinweise entfernt wurden und der geänderte Quellcode nicht den Bedingungen der GPL genügend weiter verteilt wurde. Aus der Sicht des Projekts verstoßen die Anbieter der Programme VBuzzer und Star Messenger damit eindeutig gegen die Lizenz von Miranda. Es handelt es sich um Service-Anbieter aus dem Bereich des Instant Messaging und der Internet-Telefonie, die nach der Entfernung von Copyright-Hinweisen aus dem Quellcode das Programm Miranda unter einem anderen Produktnamen kostenlos verteilen, ohne den Quellcode der modifizierten Version wieder zu veröffentlichen, wie von der GPL gefordert.

Auf den Seiten des Projekts findet sich eine ausführliche Auflistung der Lizenzverstöße. Aus den Ausführungen geht hervor, dass man im Fall von VBuzzer schnell zu einer Lösung kommen wird. Ein Firmen-Repräsentant mailte bereits an das Projekt, dass man Miranda gänzlich aus dem Quellcode von VBuzzer und ebenfalls die entsprechenden Download-Links von der Firmenseite entfernen wird. Darüber hinaus ist man auf Seiten von VBuzzer bemüht, dass alle bisherigen User nun auf die neue Version umsteigen, die keinen Quellcode von Miranda mehr verwendet.

Im Fall des Anbieters von Star Messenger scheinen gegenwärtig noch keine befriedigende Angebote durch die betroffene Firma vorzuliegen. Insgesamt registriert das Projekt in diesem Fall vier Verstöße, die unter anderem das Entfernen von Copyright-Hinweise und das Bündeln des Miranda-Quellcodes mit zusätzlicher, proprietär lizenzierter Software beinhalten. Dies scheint die Entwickler von Miranda offensichtlich zu verärgern, da die Inspektion des Quellcodes den Verdacht des Bündelns von Miranda mit Spyware aufkommen lässt. Das Fazit ihrer Analyse: "Noch eine weitere Firma, die sich auf fragwürdige Weise aus der eigenständigen Entwicklung einer Messenger Applikation herauswindet, und durch einen verlockenden, kostenlosen Download die Rechner der Leute mit Spyware infiltrieren will. Dies ist absolut nichts Neues, aber ziemlich mies. Sie haben ihre durch die GPL zugesicherten Rechte damit verwirkt."

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